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Kursabschläge an den Börsen setzten sich fort

Unübersehbar - dass das Chaos an den Weltfinanzmärkten: Internationale Aktien stehen weiter unter Druck, die Rohstoffpreise fallen und Anlagen aus Emerging Markets werden fluchtartig aufgelöst. Gefragt sind sichere Anlagen wie Staatsanleihen. Auch die Finanzierungswährungen Yen und Franken sind durch die Rückführung sogenannter Carry-Trades Profiteure der Krise.

(bo). Bereits im Vorfeld der Wall Street wurden die US-Aktienfutures wegen heftiger Verluste zeitwei-se vom Handel ausgesetzt. Sie fielen so stark, dass sie das sogenannte „Limit Down“ erreichten. Panikartige Zustände haben den Dow Jones ein Minus von 3,59% beschert. Nach den schwachen Vorgaben von den europäischen Aktienmärkten war insgesamt mit noch deutlicheren Abschlägen gerechnet worden. Leittragender der Krise ist die Weltkonjunktur. Rezessionsgefahren nehmen zu und sie werden durch die in dieser Woche anstehenden Zahlen bestätigt. In den USA werden am Donnerstag die Wachstumszahlen für das dritte Quartal veröffentlicht. Ein annualisiertes Quar-talsminus ist wahrscheinlich. Die Konsensschätzung von –0,5 % scheint noch zu positiv. Demge-genüber besteht bei den Auftragseingängen langlebiger Wirtschaftsgüter positives Überra-schungspotenzial. Sowohl der leichte Anstieg der Boeing-Bestellungen als auch die Auftragskom-ponenten im Index der Frühindikatoren sprechen für einen Anstieg. Vonseiten des Immobilien-marktes gibt es noch keine Entwarnung. Der S&P/CaseShiller-Hauspreisindex (Dienstag) wird aufgrund des Überangebots an zum Verkauf stehender Häuser fallen und so auf die Vermögens-erosion der US-Haushalte aufmerksam machen. Aufgrund vorhandener Rezessionsgefahren, rück-läufiger Preise und der fragilen Finanzmärkte ist davon auszugehen, dass die US-Notenbank eine weitere Zinssenkung vornehmen wird. Wir schließen nicht aus, dass der Leitzins auf der FOMC-Sitzung am Mittwoch auf 1,00 % reduziert wird. Das technische Bild des Dow bleibt weiter ange-schlagen, auffallend ist, dass die Oszillatoren noch nicht im überverkauften Bereich angekommen sind. Beachtenswert ist die Unterstützung im Bereich von 8.200 Zählern, sollte diese Marke unter-schritten werden, ist mit einer weiteren Beschleunigung auf der Unterseite zu rechnen.
Der Deutsche Aktienindex ist am vergangenen Freitag zeitweise um elf Prozent eingebrochen. Dafür verantwortlich waren die Angst vor einer weltwirtschaftlichen Rezession und eine Welle von Gewinnwarnungen großer Konzerne. Der DAX verabschiedete sich mit einem Minus von rund 5 % bei 4.295 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste Stoxx50 schloss bei 2.118 (-4,8 %). Aufgrund der panikartigen Stimmung an den Finanzmärkten und steigender Rezessionsge-fahren bahnt sich in der Eurozone eine weitere Leitzinssenkung an. Erste Vertreter der Notenbank, Gonzales-Paramo, Nowotny und Quaden, haben über vorhandenes Zinssenkungspotenzial gespro-chen. Heute steht eine Rede von EZB-Präsident Trichet auf der Agenda. Unserer Einschätzung nach wird er eine Leitzinssenkung für die in der kommenden Woche anstehenden EZB-Ratssitzung ankündigen. Auf die Konjunkturgefahren macht der ebenfalls heute anstehende ifo-Geschäftsklimaindex aufmerksam. Die Eskalation der Krise mit dem Chaos an den Weltfinanz-märkten, die schwachen deutschen Einkaufsmanagerindizes und der Einbruch des ZEW-Indikators sprechen für eine deutliche Stimmungseintrübung. Die Konsensschätzung von 91,0 dürfte unterschritten werden. Ein Absinken bis in den Bereich der Tiefstände von 2001 und 2002 bei 87 bis 88 Punkte kann nicht ausgeschlossen werden. Das technische Bild des Dax ist und bleibt angeschlagen, allerdings sind in den Oszillatoren sog. positive Divergenzen aufgetreten, welche die Chancen, auf eine baldige technische Gegenbewegung (nach oben) größer werden lässt. Das erste Korrekturlevel ist bei 4.395 Zählern zu finden. Angesichts der schwachen Vorga-ben aus Asien wird der Dax heute schwächer, bei 4.160 Zählern eröffnen.

Quelle Foto: www.pixelio.de

(Redaktion)


 


 

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