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Marktkommentar Aktien Helaba

Kursrutsch setzt sich an den asiatischen Börsen fort

Die US-Aktienmärkte tendierten am Mittwoch schwächer. Dazu beigetragen haben unter anderem die US-Zahlen, die enttäuschten. Vor allem die Einzelhandelsumsätze überraschten im Dezember mit einem Minus von 2,7 %. Der Dow-Jones-Index schloss bei 8.123 Punkten (-2,94 %).

Heute stehen von konjunktureller Seite erste Stimmungsindikatoren der Industrie des Monats Januar zur Veröffentlichung an. Sowohl beim Empire-State-Index als auch beim Philadelphia-Fed-Index halten wir eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau für möglich. Enttäuschungspotenzial gegenüber den Konsensschätzungen machen wir nicht aus. Die Erstanträge zur Arbeitslosenunterstützung liefern einen ersten Hinweis darauf, ob das Jahr 2009 so startet wie das alte endete: Mit einem massiven Stellenabbau. Die Erzeugerpreise dürften, ähnlich wie die gestern veröffentlichten Importpreise, ölpreisbedingt nachgeben. Die Jahresrate wird voraussichtlich um mehr 1 % schrumpfen. Die Konsensschätzungen sind weitgehend realistisch. Positive Impulse für die US-Aktienmärkte sind daraus nicht abzuleiten.

Der deutsche Aktienmarkt hat sich im Anschluss an einen freundlichen Start erneut abgeschwächt und im Minus geschlossen, der sechste Rückgang in Folge. Der DAX verlor 4,63 %. Auch der breiter gefasste Stoxx50 verabschiedete sich mit einem Minus von 4,63 % bei 2.298,46 Punkten. Für die Schwäche verantwortlich waren neben den US-Zahlen auch die Titel der Finanzinstitute. Die Aktien der Deutschen Bank gaben knapp 9 % ab, die Postbank satte 17 %. Der deutsche Branchenprimus musste für das abgelaufene Geschäftsjahr ein Milliardenminus einräumen. Allein im vierten Quartal hat die Bank vorläufigen Zahlen zufolge einen Verlust von 4,8 Mrd. Euro eingefahren. Die Aktien der Commerzbank sanken um mehr als 10 % auf unter vier Euro. Hypo Real Estate wurde von Meldungen belastet, wonach die Bank neue Milliardenschwere Kapitalhilfe benötigt. Im MDAX fielen die Anteilsscheine von HeidelbergCement mit Verlusten von mehr als 11 % auf. Offenbar kommt das Unternehmen zur Bedienung seiner milliardenschweren Schulden um den Notverkauf von Firmenteilen nicht mehr herum. Auf das heutige Marktgeschehen hat die EZB-Ratssitzung einen großen Einfluss. Der Grund: Da sich die Währungshüter und allen voran Präsident Trichet bezüglich weiterer Zinssenkung zurückhaltend äußerte, ist der Ausgang nicht so sicher wie in den Monaten zuvor. Es stellt sich die Frage, ob die Zentralbanker tatsachlich abwarten, so wie die Ausführungen von Trichet im Anschluss an die letzte EZB-Zinssenkung Anfang Dezember interpretiert werden konnten, oder ob das weiter verschlechterte Konjunkturumfeld und der Rutsch der Inflation unter das EZB-Ziel von zwei Pro-zent eine Zinssenkung rechtfertigen. Der Druck auf die EZB ist sehr groß. Marktseitig wird eine Reduzierung der Zinsen um 50 Basispunkte auf 2,00 % eskomptiert. Auch die Konsensschätzung liegt bei einer Senkung in dieser Höhe. Zudem kommt der EZB-Schattenrat, ein Gremium bestehend aus 15 renommierten europäischen Volkswirten, zu dem Ergebnis, dass die EZB ihren Zinssenkungskurs sogar beschleunigen und den Leitzins um einen vollen Prozentpunkt senken müsste. Wir halten eine Reduzierung der Leitzinsen auf 2,00 % für wahrscheinlich. In derart unsicheren Zeiten kann es sich die EZB kaum leisten, Marktteilnehmer zu enttäuschen. Allerdings dürfte sich Präsident Trichet auf der anschließenden Pressekonferenz bezüglich weiterer Zinsschritte zurückhaltend äußern und insofern für eine gewisse Verstimmung an den Aktienmärkten sorgen.

Quelle: Helaba

(Redaktion)


 


 

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