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20 mal 35 Meter Raum für Projekte

Frankfurt LAB bringt renommierte Künstler und Institutionen unter ein Dach

Es ist ein ebenso neuartiger wie zeitgemäßer Ort. Das im Oktober eröffnete Frankfurt LAB gibt den renommiertesten Frankfurter Künstlern und Institutionen das, was sie am dringendsten brauchen: Raum und Zeit. Langfristiges Ziel ist es, alle fünf Partnerinstitutionen im LAB anzusiedeln – mit einem interdisziplinären Konzert- und Theatersaal des 21. Jahrhunderts.

Initiatoren des Frankfurt LAB sind Künstler bzw. Kulturinstitutionen der Mainstadt mit großer nationaler wie internationaler Strahlkraft. William Forsythe zählt zu den weltweit wichtigsten Choreografen. In seinen Inszenierungen brach er mit den Ballettkonventionen und erhielt für seine Arbeiten zahlreiche nationale und internationale Preise. Das Ensemble Modern gehört zu den weltweit führenden Ensembles für Neue Musik und wurde 2003 von der Kulturstiftung des Bundes zu einem "Leuchtturm" zeitgenössischer Kultur in Deutschland erklärt. Und das Künstlerhaus Mousonturm zeigt seit 20 Jahren zeitgenössische Kunst jenseits des Mainstreams und quer durch alle Sparten.

Ein Raum zur Ausbildung
Außer den drei genannten sind zwei Institutionen mit am Start, die mit der Ausbildung junger Künstler befasst sind und dafür Raum brauchen. Das ist zum einen die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, (HfMDK) Hessens einzige Hochschule für Musik, Theater und Tanz, an der rund 60 Professoren und 350 Lehrbeauftragte etwa 800 Studierende zu Instrumentalisten, Musiklehrern, Sängern, Komponisten, Dirigenten, Tänzern, Regisseuren und Schauspielern ausbilden. Und das ist zum anderen die Hessische Theaterakademie, unter deren Dach alle an der Theaterausbildung in Hessen beteiligten Hochschulen, Hessische Staats- und Stadttheater und darüber hinaus auch Theater aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz vere int sind. Ihr Präsident ist der in Frankfurt lebende und international renommierte Musiker, Komponist, Regisseur, Hörspielautor und Professor Heiner Goebbels.

Ein Raum zum Experimentieren
Der Frankfurter Rechtsanwalt und vorsitzende Vorstand des Frankfurt LAB, Stefan Mumme, weiß: "Um völlig neue Werke und Uraufführungen entstehen zu lassen und zu entwickeln, braucht es andere Räumlichkeiten und andere Zeit." Diesen Raum bietet das Frankfurt LAB. Dessen Heimat ist die ehemalige Spielstätte des Schauspiel Frankfurt in der Schmidtstraße. Theoretisch passt in die große Halle die Bühne der Oper Frankfurt, praktisch bedeutet das 20 mal 35 Meter Raum. Auch wenn es nicht ausgeschlossen ist, dass hier Vorführungen stattfinden, versteht sich das LAB, das als Verein gegründet wurde, mehr als Labor- und Experimentierraum, in dem neue Werke entstehen sollen, denn als Aufführungsort. Hier könne n in realen Maßen Projekte geprobt werden, die sonst in viel kleineren Räumen entstehen müssten, um dann binnen weniger Tage und meist knapp bemessenen Bühnenproben auf einer großen Bühne zusammengesetzt zu werden. Das ist zwar gängige Praxis – engt aber enorm ein. Denn Musik schafft Räume aus Klang, und Tanz schafft Räume aus Bewegung. Wenn also in Räumen mit den Ausmaßen einer großen Bühne geprobt werden kann, sind ganz andere Experimente möglich. Ein Komponist kann Klang in realen Bühnenmaßen szenisch anordnen, was umso wichtiger ist, als die Neue Musik nicht nur klangliche Experimente wagt, sondern auch szenische Erlebnisse schafft. Und Tänzer beispielsweise müssen nicht umdenken, wenn sie von einem sehr viel kleineren Probensaal auf eine große Bühne kommen. William Forsythe, der zurzeit im LAB für seine neue Uraufführung probt, freut sich daher "auf spannende Projekte mit vier guten Partnern. Wir können nun in einem großzügigen professionellen Umfeld ohne zeitlichen Druck gemeinsam arbeiten und unser P! ublikum an diesem Schaffensprozess teilhaben lassen".

Ein Raum für Vernetzung
Doch das LAB, das neben der großen Halle auch noch über einen kleineren Raum verfügt, bietet nicht nur den Platz für Proben und Experimente und die Entwicklung einer zeitgenössischen Ästhetik. Es ist auch ein Raum für Vernetzung unterschiedlichster Disziplinen. So erhofft sich der Intendant des Mousonturms, Dieter Buroch, "künstlerische Synergien zwischen interdisziplinär arbeitenden Künstlern. Wenn dort ein Netzwerk auf hohem Niveau mit internationaler Ausstrahlung entstünde, wäre das ein großer Gewinn für Frankfurt Rhein-Main, von dem wieder neue Impulse für die zeitgenössische Kunst ausgehen." Eine mögliche internationale Vorreiterfunktion, die auch HfMDK-Präsident Thomas Rietschel betont, d enn "das langfristige Ziel aller Kooperationspartner ist ein gemeinsamer Standort, an dem sich alle fünf Partnerinstitutionen ansiedeln – mit einem 'Konzert- und Theatersaal des 21. Jahrhunderts'." Das Frankfurt LAB ist für Rietschel ein wichtiger Schritt in diese Richtung. "Mit einem solchen Saal könnte Frankfurt etwas gelingen, was es weder in München, Hamburg, Berlin, nicht in London oder New York gibt. Das heißt, hier können Frankfurt und die Rhein-Main-Region tatsächlich zum internationalen Impulsgeber für die zeitgenössischen darstellenden Künste mit Musik, Tanz, Performance und Theater werden."

Quelle: Astrid Biesemeier, Stadt Frankfurt

(Redaktion)


 


 

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