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Dialog

Landesregierung begrüßt Gespräche zu hessischem Kulturpreis

(bo/ddp-hes). Die hessische Landesregierung begrüßt die Ergebnisse des Gespräches zwischen den Trägern des hessischen Kulturpreises. Das Ergebnis von vergangenem Freitag sei «sehr erfreulich», sagte Regierungssprecher Dirk Metz am Montag nach der auswärtigen Kabinettssitzung in Geisenheim. Es habe zudem einen «ersten Kontakt» zwischen Ministerpräsident Roland Koch (CDU) und dem türkisch-deutschen Schriftsteller Kermani gegeben. «Der wird in absehbarer Zeit vertieft», fügte Metz hinzu.

Auch die Grünen im hessischen Landtag zeigten sich erfreut über die Aussprache. Die Tatsache, «dass ein einziges Gespräch ausreicht, um dieses Ergebnis zu erzielen, unterstreicht das Versagen des Kuratoriums unter Ministerpräsident Koch», sagte die Grünen-Abgeordnete Sarah Sorge.

Dass Koch so schnell bereit gewesen sei, Kermani den Preis abzuerkennen, zeige, wie wenig Gespür der Ministerpräsident im interreligiösen Dialog habe. Eine öffentliche Entschuldigung sei daher das mindeste, was die zahlreichen Muslime verlangen könnten, betonte Sorge. Die Migrationsexpertin der Linken, Barbara Cardenas, begrüßte die Einigung der Preisträger zwar, bezeichnete die Aussprache jedoch als späten Sieg der Vernunft. Es sei der Offenheit Kermanis zu verdanken, dass es nach den Peinlichkeiten von Ministerpräsident Koch doch noch zu der Einigung gekommen sei. Im Gegensatz dazu hätten sich Koch und sein Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) als unfähig erwiesen, den notwendigen Dialog anzustoßen, betonte Cardenas.

Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Salomon Korn, der Mainzer Kardinal Karl Lehmann und der ehemalige Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Peter Steinacker, hatten sich am Freitag vergangener Woche in Mainz mit Navid Kermani darauf geeinigt, den Kulturpreis nun doch gemeinsam mit dem muslimischen Orientalisten und Schriftsteller entgegenzunehmen. Die hessische Staatskanzlei hatte Kermani im Mai als Preisträger ausgeschlossen, weil die zwei Mitpreisträger Lehmann und Steinacker es abgelehnt hatten, den Preis zusammen mit Kermani zu empfangen.

Beide hatten eine Bildbeschreibung Kermanis in der «Neuen Zürcher Zeitung» kritisiert, in der dieser ihrer Auffassung nach die Kreuzestheologie als «Gotteslästerung» ablehnte. Das Kuratorium des Preises hatte daraufhin entschieden, die Preisverleihung vom 5. Juli auf den Herbst zu verlegen. Der Hessische Kulturpreis wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich für den interreligiösen Dialog in Deutschland engagieren.

(Redaktion)


 


 

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