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Europäische Komission

Lautenschläger kritisiert erneut Milchpolitik

(ddp-hes/bo) Agrarministerin Silke Lautenschläger (CDU) hat die Milchpolitik der Europäischen Kommission erneut kritisiert. Dass die Milchproduktion in Europa ungeachtet der Krise und des Preisverfalls weiter ausgeweitet werden dürfe, sei «ein Schlag ins Gesicht der deutschen Landwirte», sagte Lautenschläger auf dem Bäuerinnentag am Dienstag in Bad Hersfeld. Die Zeit laufe den Landwirten davon. Es liege jetzt an der EU, ob die Bauern überleben.

Lautenschläger hatte ein Drei-Punkte-Programm vorgeschlagen, das unter anderem das EU-weite Aussetzen der Milchquotenanhebung zum Jahr 2010/2011 vorsieht. Außerdem solle die Milchproduktion über ein sogenanntes Stilllegungsprogramm um fünf Prozent zu verringert werden. Landwirte könnten dafür mit sechs Cent pro Kilogramm und Jahr entschädigt werden.

Die Milchviehhaltung sei der wichtigste Einkommenszweig für die hessische Landwirtschaft, betonte Lautenschläger. «Wenn Brüssel nicht von seiner verkorksten Milchpolitik ablässt und auf unsere konstruktiven Vorschläge eingeht, werden die Melkmaschinen im kommenden Jahr nicht mehr laufen». Die Lebensgrundlage von rund 4000 Milch produzierenden Betrieben in Hessen dürfe nicht dem Machtgeflecht der EU zum Opfer fallen, fügte Lautenschläger hinzu.

EU-Agrarministerin Mariann Fischer-Boel hatte am Montag den Vorstoß abgelehnt, zur Unterstützung der Milchbauern unter anderem die Exportzuschüsse für Milchprodukte und die Ausgleichszahlungen für nicht abgesetzte Milch zu erhöhen sowie die Beimischung von Milchpulver in Tierfutter wieder zu unterstützen.

Aus Sicht des Präsidenten des hessischen Bauernverbandes, Friedhelm Schneider, stiehlt sich die EU aus ihrer Verantwortung. Das Problem am Milchmarkt sei ein globales Problem, das mit globalen Mitteln gelöst werden müsse. Es sei unverständlich, dass der EU-Agrarministerrat dem aktuellen Marktgeschehen nicht mit geeigneten politischen Entscheidungen Rechnung trage und so die dringend notwendige Trendwende am Milchmarkt herbeiführe, betonte Schneider.

Quelle: ddp/sgr/muc

(Redaktion)


 


 

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