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Kultur für ALLE

Literatur unter die Leute bringen

Die Kulturgesellschaft Bergen–Enkheim und der Verein "Kultur für ALLE" haben sich zu einem neuen Projekt zusammengetan - das im Literaturbetrieb einzigartig sein dürfte. Sie bieten Texte der Stadtschreiber kostenlos zum Download an.

In Bergen-Enkheim wird seit 1974 der erste deutsche Stadtschreiberpreis verliehen, der heute einer der renommiertesten Literaturpreise des Landes ist. "Kultur für ALLE" gibt seit 2008 den Kulturpass aus, der bedürftigen Frankfurtern Teilhabe an Kultur vermittelt und diese auch an Kultur heranführen will - und bietet über die Internetseite www.kulturpass.net auch Literatur an.

Götz Wörner von Kulturpass und Joachim Netz von der Kulturgesellschaft Bergen-Enkheim haben nun vereinbart, eine einmalige Internet-Anthologie in Angriff zu nehmen. Sie haben alle Stadtschreiberinnen und Stadtschreiber seit 1974 gebeten, eines ihrer Werke auf der Webseite des Vereins zu veröffentlichen und diese zum Lesen, zum kostenlosen Download und natürlich auch zum Ausdrucken zur Verfügung zu stellen. Das kann ein Gedicht, ein Roman, eine Novelle, Kurzgeschichte oder auch ein Aphorismus sein. Unter den Stadtschreibern befinden sich so bekannte Namen wie Wolfgang Koeppen, Peter Rühmkorf, Peter Härtling, Eva Demski, Karl Krolow, Peter Bichsel und viele mehr.

Friedrich Christian Delius – Stadtschreiber von Bergen 2008/2009 – wie auch die Familie des verstorbenen Gründers des Stadtschreiberpreises Franz Joseph Schneider waren sofort angetan von dieser Idee, Literatur zu vermitteln. Und so beginnt diese Internet-Anthologie in diesen Tagen zu leben. Auch der gerade von der Jury gewählte Stadtschreiber 2009/2010 Ulrich Peltzer hat ein Werk versprochen.

Die Anthologie beginnt natürlich mit einer Kurzgeschichte von Franz Joseph Schneider aus dem Jahre 1947: "Die Ziege hat ein weisses Fell". Schneider erzählt, den Anfängen der frühen "Gruppe 47" entsprechend, konventionell realistisch. Ohne sprachlichen Schmuck oder uneindeutige Analogien ist seine Erzählhaltung und gibt klare und unprätentiöse Einblicke in den oft entmutigenden Alltag der Überlebenden. Der Beitrag von Friedrich Christian Delius – das Gedicht "Ein Bankier auf der Flucht" aus dem Jahr 1974 könnte aktueller nicht sein. Es beschreibt einen Bankier mit einem Koffer auf der Flucht durch den Schwarzwald auf dem Weg in die Schweiz oder nach Liechtenstein - und könnte aus dem Jahr 2009 stammen.

In diesen Tagen werden alle Stadtschreiberinnen und Stadtschreiber oder deren Erben wegen eines Werkes angesprochen. Am 28. August sollen sie veröffentlicht werden. An diesem Tag wird anlässlich des "Berger Markts" der neue Stadtschreiber inthronisiert. Der Tag fällt mit Johann Wolfgang von Goethes Geburtstag zusammen. Mehr Informationen auf www.kulturpass.net.

Quelle: Stadt Frankfurt

(Redaktion)


 


 

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