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Käufer sollten Immobilien auf gesundheitsgefährdende Materialen untersuchen

(dapd). Ältere Häuser haben oft einen besonderen Charme und sind bei Käufern sehr beliebt. Doch in ihnen stecken mitunter böse Überraschungen, warnt der Bauherren-Schutzbund. Wenn sich Schadstoffe in der Bausubstanz oder im Boden verbergen, können sie sogar zur Gesundheitsgefahr für die Bewohner werden.

"Insbesondere in Gebäuden, die nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet wurden, sind Materialien verbaut, deren Wirkung damals noch nicht bekannt war", erklärt Rainer Huhle, Geschäftsführer des Bauherren-Schutzverbandes (BSB). Beispiele sind krebserregende Parkettkleber, die mit Polycyclischen Kohlenwasserstoffen (PAK) belastet sind, Asbest in Bodenbelägen und Verkleidungen, stark formaldehydhaltige Holzwerkstoffe, flüchtige organische Stoffe (VOC) aus Lösemitteln und Biozide in Holzschutzmitteln, die außen wie innen angewendet wurden. Noch Jahrzehnte nach ihrem Einbau rufen manche dieser Stoffe gesundheitliche Beeinträchtigungen hervor, die von einem unspezifischen Unwohlsein, Kopfschmerzen, Müdigkeit und gereizten Schleimhäuten über Allergien bis hin zur Krebsgefahr reichen.

"Vor allem Asbest ist noch in vielen Altbauten versteckt", sagt Thomas Penningh, Vorsitzender des Verbands Privater Bauherren (VPB). Bis in die 1980er Jahre hinein wurde es verbaut, in Fassaden, Dächern, Dämmstoffen und Klebern. Bis 1991 durfte es noch in Form von Asbestzementprodukten eingebaut werden. "Deshalb können auch relativ neue Häuser durchaus betroffen sein", betont Penningh.

Kaufinteressenten von gebrauchten Immobilien sollten eine eventuelle Schadstoffbelastung des Gebäudes und des Grundstücks unbedingt in den Vertragsverhandlungen ansprechen, rät der Schutzbund. Denn in den meisten Kaufverträgen über Gebrauchtimmobilien wird ein sogenannter Gewährleistungsausschluss vereinbart. Das heißt, die Immobilie wird erworben wie sie steht und liegt, also unter Umständen mit sämtlichen darin verborgenen Mängeln. "Das kann für den Käufer ganz schön ins Geld gehen", sagt Huhle.

Grundsätzlich ist der Verkäufer verpflichtet, den Käufer über einen schwerwiegenden Mangel wie beispielsweise eine Schadstoffbelastung aufzuklären, wenn er davon weiß. Weist der Verkäufer darauf hin, dass die Immobilie eventuell Schadstoffe enthält, sollte unbedingt ein unabhängiger Fachmann mit der Untersuchung beauftragt werden. Selbst wenn der Käufer die Kosten dafür selbst tragen muss, ist das allemal besser, als mit dem Risiko einer Schadstoffgefahr zu leben. Wenn beeinträchtigende Schadstoffbelastungen vorhanden sind, rät der Bauherren-Schutzbund vom Kauf Abstand zu nehmen. Kommt ein Kaufvertrag unter Ausschluss der Gewährleistung trotz der Offenbarung gravierender Mängel durch den Verkäufer zustande, sind Mängelrechte des Käufers ausgeschlossen.

Oft erklären Verkäufer aber, dass sie nichts von einer Schadstoffbelastung wissen. Wenn das nicht der Wahrheit entspricht, müssen sie mit Konsequenzen rechnen. Denn verschweigt der Verkäufer bei Abschluss des Kaufvertrages wissentlich einen wesentlichen Mangel, kann der Käufer den Kaufvertrag wegen arglistiger Täuschung anfechten und sich von dem Vertrag lösen. Er trägt allerdings die Beweislast.

In einem vor dem Bundesgerichtshof verhandelten Fall musste ein Verkäufer für die Sanierungskosten aufkommen, weil er den Käufer nicht über die beim Hausbau verwendeten Asbestplatten an der Außenfassade informiert hatte (AZ: V ZR 30/08). Im wird laut BGH Arglist vorgeworfen, weil er von der Belastung Kenntnis hatte. Der Verkäufer haftet nun nicht nur für den Mangel an sich, sondern auch für die Verletzung seiner "vorvertraglichen Aufklärungspflicht".

Käufer von gebrauchten Immobilien sollten also besonders aufmerksam sein, und sich vor dem Kauf genau informieren. Am besten ist es, dem Verkäufer einen umfangreichen Fragenkatalog vorzulegen. Hilfe dabei gibt ein Ratgeber des Bauherren-Schutzbundes, der unter bsb-ev.de heruntergeladen werden kann. Er bietet einen Überblick über heute noch mögliche schadstoffbelastete Bauteile und Materialien, gegliedert nach der Entstehungszeit der Häuser.

(dapd )


 


 

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