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  • 20.11.2015, 17:32 Uhr
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  • Rhein-Main
Messe

M2M Summit 2015: Vernetzung von Geräten hat Höhepunkt noch nicht erreicht

Die neunte Auflage des M2M-Summits ging im September zu Ende. Zahlreiche Unternehmen waren erneut präsent und zeigten großes Interesse an M2M.

Rund 700 Teilnehmer aus 30 Ländern interessierten sich für die Angebote von fast 60 verschiedenen Ausstellern. Das ist die Bilanz des M2M-Summits 2015. Trotz des steigenden Interesses hat die intelligente Vernetzung von Systemen und Geräten nicht ihren Höhepunkt erreicht. Besucher der Messe kamen nicht nur in den Genuss von Theorien im Rahmen der zahlreichen Diskussionsrunden, sie konnten auch praxisnahe Beispiele erleben. Sogenannte Guided-Tours stellten Besuchern interessante Lösungen vor. Die Messe hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr zu eine Art Marktplatz entwickelt. Es bleibt nicht alleine bei der Vorstellung der Lösungen. Besucher schließen mit den Ausstellern Kooperationen, die wiederum Leads generieren.

Das Internet der Dinge

Die Beziehung zwischen Anwendern und dem Internet wird aktuell über stationäre Computer gepflegt. Bereits jetzt ist erkennbar, dass die Zukunft vermehrt von portablen Geräten, allen voran Smartphones und Tablets, dominiert werden wird.

In absehbarer Zeit werden auch diese Geräte in den Hintergrund rücken. Vernetzte Geräte, die miteinander (M2M, Machine-to-Machine) oder mit Menschen (M2C, Machine-to-Customer) kommunizieren , werden an Bedeutung gewinnen. Im Rahmen dieser Entwicklung entsteht Big-Data, deren Erfassung, Auswertung und Nutzung keine leichte Aufgabe ist.

Aus diesem Grund hat der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) eine Initiative ins Leben gerufen, die die mit dem Internet der Dinge verbundenen Herausforderungen lösen soll. Ziel ist es, verschiedene Branchen und Unternehmen leichter kommunizieren zu lassen, damit ein produktiver Austausch entsteht, von dem alle Parteien profitieren können.

Aktuelle Anwendungsfelder für M2M

Die Lösungen für M2M von O2 geben einen Einblick in die aktuelle Maschinenkommunikation, die bereits der Realität angehört. Einige dieser Lösungen sind sogar in Produkte eingebunden, ohne dass es der Verbraucher ahnt. Ein Beispiel dafür sind Navigationssysteme, die automatisch Staumeldungen erhalten. Die Systeme warnen den Fahrer vor Staus und bieten Alternativrouten an. Ein weiteres Beispiel sind Smart-TVs, die über das Internet mit dem Server des Herstellers verbunden sind und auf Wunsch automatisch Firmwareupdates laden und installieren.

Eine weitere M2M-Lösung wird in den kommenden Jahren in jedes in der EU verkaufte Fahrzeug integriert. Das Auto-Notrufsystem eCall muss ab dem 31. März 2018 zur Standardausrüstung gehören. Bereits ab dem 1. Oktober 2017 plant die EU, die Infrastruktur für den Dienst bereitzustellen. Er soll das Auto mit der Notrufzentrale vernetzen, welche bei einem schweren Unfall automatisch benachrichtigt wird. Über ein ins Fahrzeug eingebautes GPS-Modul kann das Automobil umgehend lokalisiert werden.

M2M kann auch finanzielle Vorteile bringen

Die obigen Beispiele zeigen in erster Linie Vorteile, die den Komfort oder die Sicherheit des Anwenders erhöhen. M2M-Lösungen können aber auch finanzielle Vorzüge mit sich bringen, wie das Thesenpapier Connected Cars des BVDW demonstriert. Laut dem BVDW erweitert die Vernetzung eines Produkts seine Eigenschaften. Im Falle des Automobils, welches bis dato selten vernetzt ist, kann es in Zukunft dank M2M seinen eigenen Status feststellen und entsprechend darauf reagieren. Es wäre beispielsweise imstande, seinen Standort (per GPS) zu orten, andere Fahrzeuge ausfindig zu machen und zu prüfen, ob alle Bauteile in Ordnung sind. Je nach Antwort auf diese Fragen können autonome Aktionen erfolgen:

  • bei einem Defekt wird der Fahrer und die Werkstatt benachrichtigt; das Fahrzeug zeigt auf dem Display die nächstgelegene Werkstatt an
  • der Benzinstand sinkt rapide; das Fahrzeug reduziert die Drehzahlen, um Sprit zu sparen

Im ersten Fall werden der Fahrer vor einem teuren Folgeschaden bewahrt, der unbemerkt bleiben könnte. Auch im zweiten Fall wird Geld gespart, indem der Verbrauch gesenkt wird.

Bei modernen Fahrzeugen ist der Trend zur Konnektivität bereits heute zu erkennen. Insbesondere junge Kunden achten auf diese Eigenschaften, anstatt wie bisher auf den Statuscharakter des Automobils. Ihnen ist es wichtiger, ihr Smartphone mit dem Fahrzeug zu verbinden und über das Internet ihre Lieblingsmusik zu streamen. Mobilfunkbetreiber werden in diesem Bereich ebenfalls eine große Rolle spielen, da sie die Internetverbindung bereitstellen müssen. M2M könnte in Deutschland und anderen Ländern Europas den Ausbau der Netzabdeckung voranbringen.

LTE wird für M2M-Daten weiterentwickelt

Dass M2M-Daten in Zukunft immense Datenströme erzeugen werden, haben Unternehmen bereits erkannt. Wie elektroniknet.de berichtet, wird der LTE-Standard zu Narrow-Band-LTE (NB-LTE) weiterentwickelt. Intel arbeitet an Funk-Chips, die 2016 auf den Markt kommen sollen. Ericsson und Nokia hingegen entwickeln passende Upgrades, um das Netzwerk für NB-LTE aufzurüsten.

M2M erfordert umfassende Sicherheitslösungen

Die Implementierung M2M-Lösungen bringt nicht nur Vorteile mit sich, sondern auch Herausforderungen. Die allumfassende Vernetzung bedeutet, dass gewisse Sicherheitsrisiken entstehen. Was würde geschehen, wenn ein Angreifer Zugriff auf ein Fahrzeug erhält und mit den Drehzahlen spielt? Oder er lokalisiert das Automobil per GPS und weiß genau, wo es geparkt wird.

In den letzten Jahren wurde immer wieder deutlich, dass Cyberkriminelle viel Erfahrung im Bereich IT gesammelt haben. Diese Erfahrung wenden sie auf ihre immer raffinierter werdenden Angriffstaktiken an. Auf der anderen Seite haben auch Sicherheitsexperten dazugelernt und können spezielle Abwehrmechanismen auf die Beine stellen.

(Redaktion)


 


 

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