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Das Jahr 2008

Mit PIN Group, SinnLeffers und Hertie melden 2008 bekannte Unternehmen Insolvenz an

(bo/ddp.djn). 2008 geht wohl als ein Jahr der schlechten Nachrichten in die Wirtschaftsgeschichte ein. Die internationale Finanzkrise weitet sich zur weltweiten Wirtschaftskrise aus und stürzt viele Industrieländer in eine Rezession. Für viele Firmen bedeutete das das Aus. Neben den drei ehemaligen KarstadtQuelle-Töchtern Hertie, SinnLeffers und Wehmeyer meldeten diverse Unternehmen Insolvenz an.

Seit diesem Jahr gibt es beispielsweise den Post-Konkurrenten PIN Group, den bayerischen Wohnmobilhersteller Knaus Tabbert, die Berliner Spedition Friedrich Schulze sowie das IT-Unternehmen Maxdata aus Marl nicht mehr in der altbekannten Form.

Die Geschichte der Handelstöchter Hertie und SinnLeffers begann bereits im 19. Jahrhundert. Ende Juli dieses Jahres stellte die Hertie GmbH, die insgesamt 72 Warenhäuser mit mehr als 4000 Mitarbeitern betreibt, einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Der Betrieb geht seither weiter und das Unternehmen hofft auf ein gutes Weihnachtsgeschäft. Dabei will sich die Kette nach eigenen Angaben auf die Kundschaft aus der «bürgerlichen Mitte» konzentrieren.

Kunden von SinnLeffers und Wehmeyer können ebenfalls weiterhin bei den insolventen Bekleidungsketten einkaufen. Massive Einschnitte gibt es trotzdem. Bei SinnLeffers sollen 24 der derzeit 47 Niederlassungen bis Ende Februar geschlossen und zugleich rund 1000 der derzeit 2360 Arbeitsplätze abgebaut werden. Die Aachener Modekette Wehmeyer schließt 16 ihrer 39 Filialen. Knapp die Hälfte der rund 1000 Stellen fällt damit weg.

Nicht nur Warenhäuser mussten dieses Jahr einen Antrag auf Insolvenz stellen. Die PIN-Gruppe war nach der Einführung des Mindestlohns Ende 2007 in der Postbranche in Schieflage geraten. Der Medienkonzern Axel Springer - mit knapp zwei Drittel Mehrheitseigner an PIN - hatte nach der Entscheidung des Bundestags zur Einführung eines Mindestlohns für die Postbranche Ende 2007 die Zahlungen an das Unternehmen eingestellt. Kurz darauf melden die ersten PIN-Gesellschaften Insolvenz an. Ursprünglich gehörten rund 91 Gesellschaften mit 11 400 Mitarbeitern zur PIN-Gruppe.

Von der Zahlungsunfähigkeit des Wohnwagenhersteller Knaus Tabbert sind direkt ein Viertel der Mitarbeiter betroffen. Der Insolvenzverwalter will 340 der 1600 Arbeitsplätze - davon rund 1100 in Deutschland - streichen. Die Produktion ruht derzeit, sie könnte ab Februar 2009 wieder aufgenommen werden, wenn eine Übernahme zustande kommt. Ab Januar soll der überwiegende Teil der Mitarbeiter in eine Transfergesellschaft überführt werden.

Auch die 1914 in Berlin gegründete traditionsreiche Spedition Friedrich Schulze hatte dieses Jahr Insolvenz angemeldet. Zum aktuellen Liquiditätsengpass hätten die Lkw-Maut und der hohe Dieselpreis geführt, hieß es seitens des Unternehmens.

Weitere Unternehmen, die 2008 in eine für sie ausweglose Lage gerieten, sind beispielsweise die Billigzahnarztkette Mc Zahn, der Automobilzulieferer Geiger technologies aus Garmisch-Partenkirchen, der traditionsreiche Uhrenhersteller Junghans aus dem Schwarzwald und Deutschlands größter Küchenanbieter Astroh Küchen aus Bochum.

Für das kommende Jahr wird damit gerechnet, dass noch mehr Unternehmen den herrschenden Absatzproblemen zum Opfer fallen und Insolvenz anmelden müssen. So teilt der Kreditversicherer Euler Hermes bereits mit, dass er für 2009 mit 33 800 zahlungsunfähigen Firmen rechnet. Für dieses Jahr prognostiert er 30 100 Firmenpleiten. Im Gegensatz zu 2008 werden sich die Insolvenzen dann wohl auch stärker auf dem Arbeitsmarkt auswirken.

(Quelle: Wirtschaftsinformationsverband Creditreform veröffentlichte eine Liste der größten Firmeninsolvenzen 2008)

(Redaktion)


 


 

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