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Mittelstand verleiht Beschäftigung neuen Schwung

Das Vertrauen in den deutschen Binnenmarkt hält an und schlägt bei der Beschäftigungsplanung kleiner und mittelständischer Unternehmen durch", sagt Matthias Gräßle, Hauptgeschäftsführer der IHK Frankfurt am Main.

Wie die Ergebnisse des aktuellen IHK-Mittelstandsberichts zeigen, planen 92 Prozent der KMUs neue Mitarbeiter einzustellen bzw. ihren Personalbestand zu halten. „Der konjunkturelle Aufschwung, von dem vor allem exportstarke Großunternehmen gleich nach der Krise profitierten, verfestigt sich nunmehr auch im Mittelstand. Daher sind die Beschäftigungsplanungen kleiner und mittlerer Unternehmen inzwischen deutlich positiver als die von Großunternehmen."

Beschäftigung 

Unter den Wirtschaftszweigen ist insbesondere die mittelständische Industrie sehr zuversichtlich. Mehr als jeder dritte Industriebetrieb im IHK-Bezirk Frankfurt will Stellen schaffen, vor allem die Vorleistungs- und Investitionsgüterproduzenten. Die Dienstleister werden ebenfalls zusätzlich Personal einstellen. Hier sind es vor allem die unternehmensbezogenen Dienstleistungsunternehmen, die mit fast 37 Prozent mehr Personal einstellen wollen als die personenbezogenen Dienstleister mit rund 27 Prozent. Etwa 30 Prozent der Großhändler geben an, mit mehr Mitarbeitern zu planen.

IHK-Geschäftsklima

Der konjunkturelle Aufschwung setzt sich bei den KMUs ungemindert fort. Die stärksten Treiber sind die anhaltende Konsumbelebung sowie der Export. Das IHK-Geschäftsklima für den Mittelstand liegt mit 134,4 Zählern sogar über den herausragenden Werten vor der Krise. Besonders dynamisch hat sich die Stimmung in der Industrie seit der Krise entwickelt. In den konsumnahen Branchen wie dem Gastgewerbe und im Einzelhandel ist das gestiegene Vertrauen der Verbraucher in die Stabilität des konjunkturellen Aufschwungs zu spüren. Die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt sind stabil, die Zurückhaltung der Konsumenten schwindet. Auch die Dienstleister sind guter Dinge: Wirkten die Unternehmen der Branche in den Krisenmonaten stabilisierend, so profitieren sie aktuell vom guten Geschäftsklima in allen Branchen.

Export

Aufgrund des ungebrochenen Wachstums in den Schwellenländern sind auch die Aussichten der mittelständischen Exportwirtschaft weiterhin günstig. Der Exportindikator liegt mit 27,7 Punkten deutlich über dem langjährigen Mittel und konnte sich gegenüber den Werten vor einem Jahr erneut verbessern. Dabei erwartet jedes dritte KMU einen Anstieg seines Exportvolumens in den nächsten Monaten, nur sechs Prozent rechnen mit weniger Exporten.

Investitionen

Der Mittelstand will weiter investieren. Hierzu trägt das zunehmende Vertrauen der Unternehmen in die Tragfähigkeit des Aufschwungs bei. Investitionen, die in den Krisenzeiten hinten anstehen mussten, werden nun nachgeholt, neue Maschinen und Anlagen werden geordert, auch mit Blick auf das nach wie vor günstige Zinsumfeld. So berichten rund 27 Prozent, in den nächsten Monaten ihre Investitionen ausweiten zu wollen, 59 Prozent beabsichtigen ihre Investitionen auf dem momentanen Niveau zu halten.

Risiken

Trotz der erfreulichen Konjunkturentwicklung sieht der Mittelstand Risiken für den weiteren Verlauf. 38 Prozent befürchten derzeit wirtschaftliche Einbußen durch steigende Energie- und Rohstoffpreise. Insbesondere das Gastgewerbe, die Industrie, der Verkehr sowie der Handel rechnen hier mit Hindernissen. Etwa 18 Prozent versuchen, durch langfristige Bezugsverträge Planungssicherheit herzustellen. Die Gefahren steigender Einkaufspreise zeigen sich insbesondere in höheren Produktionskosten. Jedes fünfte KMU erwägt daher, in den nächsten Monaten seine Preise zu erhöhen.

Fachkräftemangel

Nach wie vor müssen sich die Unternehmen dem zunehmenden Wettbewerb um die besten Fachkräfte stellen. „Aktuell sieht jeder dritte Betrieb im Fachkräftemangel ein Risiko für die künftige Entwicklung des Unternehmens. Bereits rund ein Drittel der Unternehmen können ihre offenen Stellen nicht mehr besetzen“, sagt Gräßle. Angesichts des prognostizierten Fachkräftemangels, wonach in den nächsten fünf Jahren durchschnittlich etwa 90.000 Fachkräfte im Jahr fehlen werden, sei mit einer weiteren Verschärfung des Wettbewerbs um die besten Köpfe zu rechnen. „Vor allem mittelständische Unternehmen geraten schneller ins Hintertreffen bei der Anwerbung von Fachkräften. Denn große Unternehmen haben oftmals bessere Voraussetzungen, über eine breit angelegte Personalentwicklung und ihre höhere Bekanntheit geeignete Arbeitskräfte zu rekrutieren“, hebt Gräßle hervor. Im Mittelstand will daher jedes dritte Unternehmen dem Fachkräftemangel mit mehr Weiterbildung begegnen. Rund 27 Prozent planen, mehr auszubilden; jedes fünfte Unternehmen will an den Hochschulen und Schulen mehr Präsenz zeigen.

(IHK Arbeitsgemeinschaft Hessen)


 


 

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