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Ein Kaffee am Bahnhof

Morgengrauen in der Hauptstadt der Pendler

(bo/ddp-hes). Ein Kaffee am Bahnhof gehört für Martin Roß am Morgen dazu. Gegen 5.00 Uhr steigt der 27-Jährige in Wiesbaden in die S-Bahn, um sich auf den Weg zu seiner Arbeit am Frankfurter Flughafen zu machen. So wie Roß fahren laut dem Bürgeramt für Statistik und Wahlen jeden Morgen rund 313 000 Menschen zu ihrer Arbeitsstelle in die Mainmetropole und abends wieder nach Hause. Frankfurt am Main ist damit den Angaben zufolge bundesweiter Spitzenreiter bei der Zahl der Berufspendler. In München und Hamburg, die auf den Plätzen zwei und drei folgen, sind es jeweils rund 200 000 Pendler pro Tag.

Martin Roß zieht die öffentlichen Verkehrsmittel dem Auto vor. «Ich finde die Bahn besser, um in den Tag zu kommen. Das ist entspannter als der Verkehr auf der Straße», sagt der 27-Jährige, der am Flughafen bei einer japanischen Speditionsfirma arbeitet. Außerdem motiviere es ihn, beim Bahnfahren zu sehen, dass er nicht der Einzige sei, der so früh aufstehen müsse. Manchmal döse er noch etwas im Zug, höre Musik oder lese etwas.

Roß wohnt zeitweise bei seiner Freundin in Wiesbaden, hat aber auch eine eigene Wohnung in Raunheim. Die hessische Landeshauptstadt gefällt ihm von der Wohnqualität viel besser als das näher am Flughafen gelegene Raunheim, so dass er auch die längere Anfahrtsstrecke gerne in Kauf nimmt.

Laut Wolfhard Dobroschke vom Bürgeramt für Statistik und Wahlen lebte im Jahr 2006 nur ein Drittel der rund 470 000 sozialversicherungspflichtig in der Mainmetropole beschäftigten Arbeitnehmer in Frankfurt. Etwa 75 Prozent der Pendler stammten aus Hessen. Rund 80 000 kämen aus anderen Bundesländern, sagt Dobroschke.

Sparen kann man laut Roß durch das Bahnfahren aber nur sehr wenig im Vergleich zum Auto. «Ich finde die Bahnkarten auf jeden Fall zu teuer», sagt er. Auch mit der Pünktlichkeit ist er nicht immer zufrieden. Deshalb fährt er auch lieber mit einer früheren S-Bahn, um bei Verspätungen nicht in Hektik zu verfallen.

Karl Kübel kennt die Beschwerden von Fahrgästen über die Fahrpreise und die Pünktlichkeit. Er ist Leiter eines Teams von U-Bahn-Fahrern der Verkehrsbetriebe Frankfurt (VGF) auf den Linien U1, U2 und U3. Die Passagiere in den Morgenstunden sind seiner Meinung nach sehr angenehme Fahrgäste. «Die Pendler lassen höchstens mal eine Zeitung liegen», sagt der 54-Jährige. Die meisten seien noch müde, deshalb bliebe es im Zug meist sehr ruhig.

Kübel begleitet seinen Fahrer Georg Kämmerling auf der Fahrt vom Frankfurter Stadtteil Ginnheim zum Südbahnhof. Gerade in den vergangenen Monaten haben die beiden VGF-Mitarbeiter angesichts höherer Spritpreise einen Anstieg der Fahrgastzahlen bemerkt. Neben der oberirdisch verlaufenden Trasse liegt die vielbefahrene Eschersheimer Landstraße, auf der sich der Verkehr jeden Morgen staut. «Für die Fahrgäste ist es sehr angenehm zu wissen, dass man fährt und nicht im Auto sitzt», sagt U-Bahn-Fahrer Kämmerling mit Blick auf die Straße.

(Redaktion)


 


 

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