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Neue Mitte Nidderau

Öffentliche Präsentation des Siegerentwurfs stieß auf großes Interesse

„Lassen Sie uns gemeinsam an der weiteren Entwicklung der Neuen Stadtmitte Nidderau teilhaben.“ Mit diesem Appell hatte Bürgermeister Gerhard Schultheiß am Samstag, 15. Oktober, zu einer Ausstellung in die Kultur- und Sporthalle Heldenbergen eingeladen, bei der der Siegentwurf aus dem Verfahren des Wettbewerblichen Dialogs zur Gestaltung der ‚Neuen Mitte’ präsentiert wurde.

 Rund 1000 interessierte Bürgerinnen und Bürger sind der Einladung gefolgt. Sie traten in angeregten Dialog mit den beteiligten Städteplanern, Architekten und Vertretern des Investors Ten Brinke und ließen sich die aktuellen Entwürfe zur Nidderauer Stadtentwicklung erläutern.

Am 29. September 2011 hatte die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, den Auftrag zur Entwicklung des 13 Hektar großen Gebiets zwischen den Stadtteilen Heldenbergen und Windecken an Ten Brinke zu vergeben.

Die jetzt vorliegenden Pläne sind nicht nur Ergebnis aus den Dialogphasen im Vergabeverfahren des Wettbewerblichen Dialogs, für das die Stadt die Experten der NH ProjektStadt mit ins Boot geholt hat. Sie sind auch zurückzuführen auf eine breit angelegte Bürgerbeteiligung, auf die die Stadt von Beginn des Verfahrens an großen Wert gelegt hat.

Bei einer öffentlichen Präsentation der Bieterkonzepte im vergangenen Jahr sowie auf mehreren Sitzungen des Beirats Wettbewerblicher Dialog – einer Runde von Vertretern der Nidderauer Bürgerschaft – hat das Projektteam zahlreiche, konstruktive  Anregungen und Hinweise gesammelt. Diese sind in die Überarbeitung der Entwürfe eingeflossen.

„In die jetzt vorliegenden Pläne haben wir wichtige Anregungen der Nidderauer Bürgerinnen und Bürger integriert“, stellt Andreas Schmitt fest, Projektleiter und Architekt des Friedberger Planungsbüros BLFP Frielinghaus Architekten. „So haben wir z. B. auf der Ostseite des Dialoggebiets den Abstand zwischen dem geplanten Einzelhandel und der Nachbarschaftsbebauung im Bereich der Andienung  erheblich vergrößert. Dadurch ist der zentrale Platz der ‚Neuen Mitte’, der Anger, kompakter geworden und hat eine an die maßstäblichen Proportionen angepasste Größe erhalten.“ Auch für den Anger selbst gab es viele Anregungen von den Bürgerinnen und Bürgern. „Wir haben diesen Platz mit Baumreihen versehen, ihn also in Grünräume gefasst, und differenzierter ausgestaltet, als dies noch in den ersten Entwürfen der Fall war“, so Schmitt. Ebenso auf Anstoß der  Bürgerschaft haben die Städteplaner die Höhe des so genannten Landmark-Gebäudes von fünf auf vier Geschosse verringert. Gleichzeitig wurde die Fassadenarchitektur dieses die Stadt prägenden Gebäudes kleingliedriger gestaltet, als ursprünglich geplant.

Bürgermeister Gerhard Schultheiß zeigte sich sehr zufrieden mit der großen Resonanz auf die Ausstellung: „Rund 1000 Besucherinnen und Besucher dokumentieren eindrucksvoll das große Interesse der Nidderauer an der Neuen Mitte. Überwiegend habe ich Zustimmung zu den Plänen erfahren. Dass die Bürgerinnen und Bürger im Detail Verbesserungsvorschläge geäußert haben, ist richtig und wichtig – und neben der Information auch ein wesentlicher Grund, warum wir die Entwürfe des Investors so ausführlich vorgestellt haben.“

Auch Heiko Bertram, Geschäftsführer und Gesellschafter der Ten Brinke Bertram Projektentwicklung GmbH, freute sich über den großen Zuspruch: „Städtebauliche Verfahren dieser umfangreichen Art stellen immer eine große Herausforderung dar“, betont er. „Wir sind sehr stolz darauf, dass wir uns im Wettbewerblichen Dialog mit unseren Entwürfen gegenüber anderen Bietern haben durchsetzen können. Daher präsentieren wir diese Entwürfe jetzt auch mit einer gewissen Portion Stolz und freuen uns sehr, dass so viele Nidderauer Bürger ihr Interesse daran bekunden.“

Vorstellung Energiekonzept
Im Zuge der Ausstellung präsentierten die zuständigen Ingenieure des Unternehmens Reim & Reimers das Energiekonzept für die Erschließung der ‚Neuen Mitte’. Das Konzept sieht die Verwendung von regenerativen Energien vor und entspricht damit den Anforderungen der Stadt Nidderau, den Vorgaben des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes (EEWärmeG) sowie den Kriterien der Energieeinsparverordnung (EnEV). Erklärtes Ziel ist eine nachhaltige, energieeffiziente und ressourcenschonende Energieversorgung
mit möglichst geringem CO2-Ausstoß. So schlagen die Ingenieure
vor, die Heizwärme für die Gebäude der ‚Neuen Mitte’ über ein Nahwärmenetz mit Energie aus einem zentralen Holzpellet-Heizwerk zu erzeugen. Durch die zentrale Anlagentechnik werden bessere Wirkungsgrade als bei dezentralen Anlagen in einzelnen Gebäuden erreicht. Für die dezentrale Trink-Warmwasserbereitung in den Wohneinheiten können individuelle Solarthermie-Anlagen zum Zuge kommen. Das Energiekonzept sieht zudem den Einsatz von  Photovoltaikelementen, Wärmerückgewinnungssystemen
und Regenwassernutzung vor.

Archäologische Funde
Neben den Architekturentwürfen konnten die Besucher der Ausstellung auch einige Fundstücke aus Ausgrabungen betrachten, die bei einer archäologischen Voruntersuchung verschiedener Nidderauer Baugebiete zu Tage gekommen waren. Darunter fanden sich u. a. Scherben aus der Bronze-Zeit.

Positives Ergebnis für Stadt
Auch finanziell ist der Wettbewerbliche Dialog ein Erfolg für die Stadt Nidderau. Städtischen Investitionen in Höhe von rund 16 Mio. Euro stehen Einnahmen aus dem Verkauf der Grundstücke in Höhe von rund 19 Mio. Euro gegenüber.

(Redaktion)


 


 

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