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Nachhaltigkeit

Neues Rating für Immobilien geplant

Nachhaltigkeit spielt bei Geldanlagen eine immer größere Rolle. Damit Investoren zukünftig die wirtschaftlichen Vorteile von umweltverträglich gebauten Gebäuden besser erkennen können, will die Ratingagentur Feri Euro Rating Services ab der zweiten Jahreshälfte nun ein Nachhaltigkeitsrating für Immobilien einführen. Grund sei, dass Analysen von Feri gezeigt hätten, dass bei den privaten und gewerblichen Mietern ein Bewusstseinswandel stattfindet, der sich im verstärkten Anmieten von nachhaltig gebauten Gebäuden äußert.

Doch auch für die Eigentümer bringt die ökologisch ausgerichtete Bauweise Vorteile mit sich. Denn mit ihr lassen sich höhere Mieten durchsetzen, und zusätzlich sinken die Betriebskosten. Weitere Studien aus den USA haben zudem längst aufgezeigt, dass Gebäude, die nach ökologischen Gesichtspunkten gebaut wurden, im Vergleich zu konventionell errichteten Gebäuden eine um etwa sechs Prozent höhere Rendite bringen. Ist die die Umweltverträglichkeit dazu noch zertifiziert ist, stiegt der Renditevorsprung sogar noch weiter.

Zwar lassen sich die amerikanischen Ergebnisse nicht gänzlich auf Deutschland übertragen, da hierzulande die gesetzlichen Anforderungen von vornherein höher sind, weswegen der Unterschied zwischen einer ökologischen und einer herkömmlichen Bauweise weniger stark ausfällt. Doch genügend Renditepotenzial ist allemal vorhanden.

Die Mehrkosten beim Bau von nachhaltigen Gebäuden beziffern Experten im Durchschnitt mit etwa zwei bis zehn Prozent. Diese Investition lässt sich aber durch die lukrativeren Vermarktungschancen schnell wieder ausgleichen.

Feri plant bei der Umsetzung des Nachhaltigkeitsratings für Immobilien, einen sogenannten Nachhaltigkeitsfaktor einzuführen. Dieser beinhaltet alle ökologischen Eigenschaften einer Immobilie und wird dann auf die Werttreiber einer Immobilie wie Miete und Lebensdauer angerechnet. Die Agentur will sich im neuen Ratingverfahren auf die bestehenden Gütesiegel im Immobilienbereich berufen und somit kein weiteres eigenständiges Verfahren etablieren.

Bereits schon heute konkurrieren weltweit etwa 30 verschiedene Umweltsiegel, um die Akzeptanz bei den Investoren. Zu den wichtigsten Zertifizierungen zählt vor allem das amerikanische Siegel LEED-Standard. Die Abkürzung LEED steht dabei für «Leadership in Energy and Environmental Design». Das LEED ist ein erprobtes System zur Klassifizierung der Umweltverträglichkeit von Gewerbeimmobilien. Es wurde 1998 vom U.S. Green Building Council entwickelt und definiert eine Reihe von Standards für umweltfreundliches und nachhaltiges Bauen.

Ein weiteres Zertifizierungsverfahren ist das BREEAM-Siegel (Building Research Establishment Environmental Assessment Method) und kommt aus Großbritannien. Dieses Siegel wurde bereits 1990 entwickelt. BREEAM vergibt nach einem einfach aufgebauten Punktesystem seine Bewertungen in acht Kategorien, beispielsweise Management, Energie, Landverbrauch und Material. Das Gütesiegel wird zum Schluss der Bewertung in vier Abstufungen von «ausgezeichnet» bis «durchschnittlich» verliehen.

Seit gut einem halben Jahr verfügt nun auch Deutschland über ein eigenes Umweltsiegel, das von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) aufgelegt wurde. Das Deutsche Gütesiegel Nachhaltiges Bauen ist ebenfalls ein umfassendes Bewertungssystem für nachhaltiges Bauen und die wichtigsten Bewertungskriterien beim DGNB-Siegel sind die ökologische und technische Qualität der Immobilie.

Beim Investment in Immobilien sollten Anleger darauf achten, dass die Immobilie mit einem der Siegel zertifiziert ist, auch wenn die Siegel in ihrer Aussagekraft nur bedingt vergleichbar sind. Fakt ist jedoch: Egal, welches Siegel eingesetzt wird, die Nachhaltigkeit der Immobilien ist damit bestätigt und das zahlt sich für Geldanleger allemal aus.

Quelle: ddp

(Redaktion)


 


 

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