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Neubau der Europäischen Zentralbank

Neues Wahrzeichen für Frankfurt

In den kommenden dreieinhalb Jahren übernehmen Bauarbeiter auf dem Gelände der zukünftigen Europäischen Zentralbank die Regie. Nach einem Entwurf der Wiener Architekten von Coop Himmelb(l)au entstehen die beiden 184 Meter hohen Doppeltürme, die mit der denkmalgeschützten Frankfurter Großmarkthalle durch einen Querriegel verbunden sind.

Wenn die Projektoren der Lichterschau "Luminale" abgebaut sind, die die ehrwürdige Frankfurter Großmarkthalle noch bis zum dem 11. April allabendlich effektvoll in Szene setzen, rücken die Bauarbeiter an, um mit dem Umbau der denkmalgeschützten Halle und dem Bau der beiden 184 Meter hohen Türme für die Europäische Zentralbank ( EZB ) zu beginnen. Einen offiziellen "ersten Spatenstich" mit Reden und großem Empfang werde es nicht geben, berichtet eine Sprecherin der Bank. Man habe die Luminale-Projektion gleichsam als einen "kulturellen Spatenstich" genutzt, und nun übernähmen in den kommenden dreieinhalb Jahren die Bauarbeiter auf dem Gelände die Regie. Der Umzug der rund 2.000 Mitarbeiter der EZB in das über 500 Millionen Euro teure Gebäude ist für Ende 2011 geplant. Die beiden Doppeltürme der neuen EZB werden nach ihrer Vollendung eines "der wichtigen europäischen Wahrzeichen" werden, ist Lorenzo Bini Smaghi, Mitglied des Direktoriums der EZB, überzeugt.
Grundsteinlegung im Jahr 2009

Jetzt beginnt zunächst der Abriss der beiden so genannten Annexbauten an den beiden Seiten der Großmarkthalle. Dabei werden die rund 2.500 bis 3.000 Backsteinziegel, mit denen die Bauten verkleidet sind, per Hand abgetragen, um später für die Renovierung der Fassade der Großmarkthalle als Original-Bauteile verwendet zu werden. Im Süden der Großmarkthalle werden in Kürze die rund 100 Gründungspfähle für die Bodenplatte der beiden Hochhaustürme eingebracht. Bis September soll die europaweite Ausschreibung für die Bauarbeiten abgeschlossen sein, und mit dem eigentlichen Baubeginn rechnet man bei der Bank im Oktober. Die Grundsteinlegung ist für Anfang 2009 vorgesehen. Um die Nachbarschaft über die Baumaßnahmen zu informieren, hat die EZB gerade einen ersten Newsletter veröffentlicht. Er wird von nun an jährlich dreimal über den Fortgang der Bauarbeiten auf dem Gelände der Großmarkthalle berichten.

Entschieden wird am Mustergebäude
Vor der Großmarkthalle wurde ein Mustergebäude aufgebaut, das als Ausschnitt das 22. und 23. Stockwerk an der Südwestecke eines der beiden Banktürme der EZB im Originalformat darstellt. An diesem "Gebäude" werden unter anderem die Fassadenelemente, ihre Konstruktion und die Farbe der Fenster sowie die Lüftungsöffnungen getestet und begutachtet. Auch Alternativen für die Einrichtung der Büros werden hier überprüft und entschieden. Die erste Baubesprechung zum Neubau war für den Projektleiter der EZB, Thomas Rinderspacher, mit einem Doppeljubiläum verbunden: Zehn Jahre nach der ersten Machbarkeitsstudie und vier Jahre nach dem Abschluss des Wettbewerbs für den Neubau konnten die ersten konkreten Details festgelegt werden.

Die alte Großmarkthalle bleibt sichtbar
Aus der Verbindung von Alt und Neu, der ehemaligen denkmalgeschützten Großmarkthalle und der neuen Bürotürme, soll in Mainnähe ein einzigartiges Gebäude entstehen. Der Architekt der beiden Türme, Wolf Prix von Coop Himmelb(l)au aus Wien, betont, wie wichtig ihm die Rücksichtnahme auf die historische Großmarkthalle sei: "Wir wollten, dass man das Denkmal auch künftig von innen sehen kann - deshalb haben wir das Gebäude nicht voll ausgefüllt." In der historischen Großmarkthalle sollen ein großer Konferenzbereich, das Rechenzentrum, ein Besucherzentrum und das Mitarbeiter-Restaurant untergebracht werden. In dem Querriegel findet unter anderem das Pressezentrum Platz. Der Eingriff durch den neuen Querriegel, der das Dach durchschneidet, betreffe lediglich 15 Prozent der Gesamtlänge der Großmarkthalle von 230 Metern, erläutert Prix. "Das Alte bleibt sichtbar", betont der Architekt. Das sei durch den Querriegel ermöglicht worden, der einen Teil der notwendigen Flächen aufnehme, die zuvor in der Großmarkthalle untergebracht werden sollten.

Im Frankfurter Osten beginnt eine neue Ära
Der Neubau der EZB ist auch ein Symbol für die neue Ära, die hier im einst industriell geprägten Frankfurter Osten angebrochen ist. Das Stadtviertel mit dem Osthafen, der früheren "städtischen Gasfabrik" und den Industriebetrieben entlang der Hanauer Landstraße hat sich in den vergangenen Jahren wie kein anderer Frankfurter Stadtteil verändert. Unmittelbar hinter der EZB am Main erinnern noch zwei Kräne, die in diesem Jahr saniert werden sollen, an die ehemalige industrielle Nutzung, als Sand, Kies und Kohle aus den Mainschiffen ausgeladen wurde. Nun gibt es hier ein Naherholungszentrum, von dem aus man am Mainufer entlang einen Spaziergang direkt bis in das Herz der Frankfurter City machen kann. Der Neubau der EZB im Frankfurter Osten wird nicht nur ein Wahrzeichen für den Euro, sondern auch für das "neue", global arbeitende Frankfurt am Main, das sich wie kaum eine andere deutsche Stadt von einem Industriestandort zu einer weltweit agierenden Dienstleistungsmetropole gewandelt hat.

Quelle: Stadt Frankfurt am Main

(Redaktion)


 


 

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