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Rangliste der Pressefreiheit 2008

Nur Frieden schützt die Pressefreiheit

"Frieden, nicht wirtschaftlicher Wohlstand, garantiert Pressefreiheit", stellt Reporter ohne Grenzen (ROG) in seiner siebten Rangliste zur Lage der Medienfreiheit in 173 Ländern fest. Demokratische Staaten wie die USA oder Israel, die bewaffnete Konflikte austragen, sind in der heute veröffentlichten Rangliste weiter abgerutscht. Einige wirtschaftlich schwachen Länder in Afrika und in der Karibik sind dagegen aufgestiegen. Deutschland steht auch in diesem Jahr wieder auf Rang 20.

Schlusslichter bleiben Eritrea (173.), Nordkorea (172.) und Turkmenistan (171.). China (167.) und Kuba (169.) rangieren unter den letzten zehn. "Das Ergebnis zeigt, dass die Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft gegenüber autoritären Staaten nicht wirksam genug sind, um einen verbesserten Schutz der Pressefreiheit zu erreichen", erklärt ROG. "Nach außen abgeschottete Länder, die von den größten Feinden der Pressefreiheit regiert werden, verpassen ihren Medien weiter ungehindert Maulkörbe. Organisationen wie die Vereinten Nationen haben dagegen an Einfluss verloren, auch bei ihren Mitgliedsstaaten", sagt ROG.

"In der Welt nach den Anschlägen vom 11. September sind die führenden demokratischen Staaten destabilisiert und in die Defensive geraten. Gleichzeitig werden in diesen Ländern auch Freiheitsrechte immer weiter eingeschränkt", kritisiert ROG. "Religiöse und politische Tabus haben einen wachsenden Einfluss in Ländern, die einmal auf dem Weg zu mehr Freiheit waren", sagt ROG weiter. "Einige wirtschaftlich schwachen Länder garantieren dagegen ihrer Bevölkerung das Recht auf abweichende Meinungen."

Die Länder an der Spitze der Rangliste unterscheiden sich stark in ihrer Wirtschaftskraft. Das Bruttoinlandsprodukt von Island (1.) ist etwa zehnmal größer als das Jamaikas (21.). Gemeinsam ist den Staaten in dieser Gruppe ein demokratisches, parlamentarisches Regierungssystem, außerdem sind sie nicht in einen Krieg verwickelt.

Auf den ersten 20 Plätzen der Rangliste stehen, bis auf Neuseeland und Kanada, ausschließlich europäische Länder. Deutlich verbessert haben sich einige lateinamerikanische und karibische Staaten wie Jamaika (21.) und Costa Rica (22.). Diese Staaten haben deutlich besser abgeschnitten als Frankreich (35.), das erneut abgestiegen ist, sowie Spanien (36.) und Italien (44.), wo politische Gewalt und die Mafia Journalisten bedrohen. Von den afrikanischen Ländern verpasste Namibia (23.) nur knapp einen Platz unter den ersten 20.
Auch Ghana (31.) schnitt gut ab.

Ausführliche Informationen zur Rangliste der Pressefreiheit 2008 finden Sie unter www.reporter-ohne-grenzen.de

Ouelle: Reporter ohne Grenzen e.V.

(rheinmain)


 


 

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