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Oettinger rügt Autohersteller

(bo/ddp.djn). Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) hat der Automobilindustrie Versäumnisse vorgeworfen. «Bei Autoschauen wurde zu lange auf breite Reifen und PS-Zahlen gesetzt«, kritisierte Oettinger am Mittwoch beim World Mobility Forum in Stuttgart und forderte die Manager auf, zügig umweltfreundliche Technologien vorzulegen. Die Unternehmen hätten lange unterschätzt, dass die Verbraucher auch auf umweltfreundliche Fahrzeuge setzten, betonte der CDU-Politiker.

Daimler-Chef Dieter Zetsche wies die Kritik zurück und erklärte, die Autounternehmen hätten bereits einiges in neue Umweltstandards investiert. Zetsche appellierte gleichwohl an seine Kollegen in der Branche, weitere Innovationen voranzutreiben. Es müsse «massiv in Forschung und Entwicklung» investiert werden, sagte Zetsche und machte deutlich, dass dies in der gegenwärtigen Absatzkrise für das Überleben der Firmen entscheidend sei. In Anspielung auf den Naturforscher Darwin, dessen 200. Geburtstag in diesem Jahr er als Anlass für seine Rede nahm, sprach der Daimler-Chef von einer «natürlichen Selektion» in der Autoindustrie. Die Krise biete der deutschen Industrie auch die Chance, am Ende mit besseren Lösungen dazustehen.

Oettinger forderte die Hersteller auf, die Antriebe der Zukunft zu entwickeln. Der Ehrgeiz müsse darin bestehen, «früher und besser als andere» innovative Antriebstechniken und Kraftstoffalternativen bereitzuhalten. Dazu sei eine noch engere Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten notwendig, betonte der Ministerpräsident und fügte hinzu: «Selten waren Antworten auf entscheidende Fragen und Analysen so notwendig wie heute.» Auch die Bundesregierung müsse ihren Anteil beitragen und neben weiteren Mitteln für den Straßenbau «Klarheit bei den Steuern schaffen».

Zetsche forderte seinerseits die Politik auf, die notwendigen technischen Entwicklungen mit einheitlichen und langfristigen Regelungen zu untersetzen. Durch die hohen Investitionen seien verlässliche Standards unverzichtbar, betonte er. «Der Wandel zur postfossilen Mobilität braucht verlässliche Standards. Die Kunden erwarten Planungssicherheit», argumentierte der Konzernchef.

Als Zukunftslösung für die Automobilunternehmen präsentierte Zetsche einen Mix aus Antriebsformen. Es sei falsch, nur dem Elektroantrieb eine Zukunft zu geben. »Wir müssen auch gleichzeitig die Diesel und Benziner, die auf die Straße kommen, effizienter machen«, sagte er. Grundsätzlich sei ein breites Angebot aus Elektroantrieb, Hybridtechnik, Brennstoffzellentechnik und Verbrennungsmotoren die «beste Versicherung für eine ungewisse Zukunft». Daimler wolle bereits im Sommer mit der Produktion erster Modelle mit Brennstoffzellen beginnen und die Produktion in den nächsten Jahren auf 100 000 Stück ausbauen.

Beim World Mobility Forum 2009 präsentieren Autohersteller aus der ganzen Welt am Mittwoch und Donnerstag in Stuttgart die nach Veranstalterangeben größte Schau von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben, die je in Deutschland zu sehen war. Neben der Präsentation der Fahrzeuge diskutierten die Experten und Vertreter der Automobilindustrie über die Konkurrenzsituation zwischen Bio-Kraftstoffen und Nahrungsmitteln.

(Redaktion)


 


 

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