Weitere Artikel
Kritik an Sanierungsplan für Opel

Koch fordert von General Motors Einhaltung von Zusagen - IG Metall zweifelt an GM-Konzept

(bo/ddp-hes). Der US-Autohersteller General Motors (GM) gerät nach der Vorstellung erster Teile seines Sanierungsplans für seine Europasparte zunehmend in die Kritik.

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) forderte am Donnerstag von GM-Europachef Nick Reilly Klarheit über das Ausmaß der Kürzungen. Derweil griff die IG Metall GM scharf an. «Kein Konzept, keine finanzielle Ausstattung, kein einziger innovativer Gedanke, sondern kurzsichtiger Kahlschlag», sagte der Frankfurter IG-Metall-Bezirksleiter Armin Schild. Thüringens Regierungschefin Christine Lieberknecht (CDU) traf sich unterdessen in Brüssel mit EU-Industriekommissar Günter Verheugen, um über dessen Sicht auf Opel zu sprechen.

Die von Opel-Gesamtbetriebsratchef Klaus Franz am Mittwoch genannte Zahl von 2500 wegfallenden Jobs in Rüsselsheim nannte Koch «absolut inakzeptabel». Dies "widerspreche den Zusagen, die GM-Europe durch Nick Reilly noch gestern Morgen gegeben hat». Franz hatte weiter erklärt, dass GM nach bisherigen Planungen in Bochum etwa 1800 und in Kaiserslautern und Eisenach jeweils 300 Arbeitsplätze abbauen wolle.

Koch zufolge hatte Reilly zuvor angekündigt, dass es für Rüsselsheim im Prinzip bei dem von Magna vorgesehenen Abbau von rund 1400 bis 1600 Stellen bis 2014 bleibe. «Wir erwarten, dass GM sich eng an diesem Konzept orientiert und klarstellt, dass die in den Medien veröffentlichten Zahlen bei weitem übertrieben sind», sagte er.

Reilly hatte am Mittwoch den Wegfall von europaweit rund 9000 Arbeitsplätze angekündigt, 50 bis 60 Prozent davon in Deutschland. Zudem wolle GM die Kapazitäten um rund ein Fünftel zurückfahren. Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall beschäftigen aktuell europaweit etwa 48 000 Menschen, gut die Hälfte davon an den vier deutschen Standorten in Rüsselsheim, Eisenach, Bochum und Kaiserslautern.

Nach Ansicht der IG Metall hätten sich Zweifel an der finanziellen und konzeptionellen Fähigkeit von GM, Opel nach vorne zu bringen, durch die Ankündigungen Reillys bestätigt. Der Konzern habe «weder Geld noch ein vertrauenswürdiges Konzept», sagte der Gewerkschafter und Opel-Aufsichtsrat Schild. Er vermutet, dass mit den benötigten 3,3 Milliarden Euro staatlicher Unterstützung und den geforderten Arbeitnehmerbeiträgen lediglich die Sozialpläne des Stellenabbaus finanziert würden. Dies werde die Gewerkschaft aber nicht zulassen.

Unterdessen traf sich Thüringens Ministerpräsidentin Lieberknecht mit EU-Industriekommissar Verheugen zu einem Gespräch. Eine Erkenntnis sei gewesen, dass die EU Opel in Europa als Gesamtpaket verstehe und nicht einzelne Standorte betrachte, sagte der thüringische Regierungssprecher Peter Zimmermann. Es sei nicht um Staatshilfen gegangen.

Für den Abend war ein Gespräch von Lieberknecht mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) angesetzt. Darin sollte es auch um die Rolle von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) gehen, mit dem die Thüringer Landesregierung unzufrieden sei. Brüderle hatte bereits vor Verhandlungen mit GM weitere Staatshilfen ausgeschlossen. Vom Bundeswirtschaftsminister werde aber eine moderative Rolle erwartet, sagte Zimmermann.

(Jürgen Wutschke)


 


 

GM-Konzept
Rüsselsheim
Nick Reilly
Opel
Sanierungsplan
Eisenach
Staatshilfen
Gespräch
IG Metall

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "GM-Konzept" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: