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Sanierung

Reilly wird womöglich Opel selbst führen

(bo/ddp-hes). Der neue General-Motors-Europa-Chef Nick Reilly wird möglicherweise die Sanierung der deutschen Tochter Opel als Chef selbst in die Hand nehmen.

Der derzeitige Vorsitzende der Geschäftsführung der Adam Opel GmbH, Hans Demant, der seit 2004 in Rüsselsheim an der Spitze steht, soll durch Reilly ersetzt werden, wie die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» am Freitag auf ihrer Internetseite unter Berufung auf Aufsichtsratskreise berichtet.

Reilly ist derzeit Europachef des US-Mutterkonzerns General Motors (GM). Voraussichtlich werde der Beschluss zur Ablösung Demants in der Sitzung des Kontrollgremiums am kommenden Freitag gefasst, schreibt das Blatt weiter. Unklar ist dem Bericht zufolge, ob Demant nur den Spitzenposten abgibt, oder ob der 59 Jahre alte Ingenieur das Unternehmen auch ganz verlässt. Ein Opel-Sprecher wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Personalspekulationen würden grundsätzlich nicht kommentiert.

Reilly selbst schrieb in seinem Internetblog am Freitag lediglich, dass er mit seiner Frau Shanghai verlassen und nach Deutschland ziehen werde, um bei der Neuausrichtung von Opel/Vauxhall zu helfen. Zu einer möglichen Ablösung Demants äußerte er sich nicht. Sein Führungsteam wolle er «in Kürze» bekanntgeben. «Es wird eine gute Mischung aus Personen sein, die mit der Opel/Vauxhall-Organisation bestens vertraut sind, und anderen, die neue, innovative Ansichten und Ansätze einbringen können», schrieb er weiter.

Gleichzeitig stimmte Reilly die Opel-Belegschaft auf harte Einschnitte ein. «Wir haben noch eine Menge Arbeit und eine schwierige Zeit vor uns. Wir müssen schnell und intensiv daran arbeiten, unsere Produktionskapazität zu verringern und gleichzeitig die Produktivität und Qualität aufrecht erhalten», schrieb er. Für das Unternehmen und die Beschäftigten werde es «die Trennung von einigen Freunden und Kollegen bedeuten». Das sei die harte Realität, aber es werde auch die Möglichkeit bieten, mit einem neu aufgestellten Unternehmen durchzustarten.

Mit der Reduzierung der Kapazität und der Strukturkosten - beides entscheidende Punkte - allein sei es aber nicht getan. «Mir ist völlig bewusst, dass wir uns darüber hinaus auf die Entwicklung und Herstellung attraktiver und innovativer Fahrzeuge fokussieren müssen, die wir zu erschwinglichen Preisen anbieten können», schrieb er weiter.

GM benötigt nach früheren Angaben 3,3 Milliarden Euro für den Restrukturierungs- und Investitionsplan für Opel. Bislang sollen europaweit rund 8300 der insgesamt 48 000 Stellen bei Opel und der Schwestermarke Vauxhall wegfallen. Knapp die Hälfte der Beschäftigten arbeitet an einem der vier deutschen Standorte in Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern und Eisenach. Von Reilly wird noch im Januar erwartet, dass er einen detaillierten Restrukturierungsplan für das Europageschäft präsentiert.

(ddp)


 


 

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