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GM-Europachef Reilly

Opel-Standorte könnten erhalten bleiben

(bo/ddp-hes). Der amerikanische Autokonzern General Motors (GM) will im Rahmen der Sanierung von Opel möglicherweise alle Fabriken erhalten. «Wir müssen überhaupt keine Standorte schließen. Was wir tun müssen, ist einen Teil der Kapazität abzubauen», sagte der neue GM-Europachef Nick Reilly der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Freitagausgabe). Es gebe verschiedene Wege, dies zu tun. Werksschließungen seien dafür nicht unbedingt notwendig.

Der Betriebsratsvorsitzende des Bochumer Opel-Werks, Rainer
Einenkel, nahm die Äußerung Reillys positiv auf. «Grundsätzlich ist
diese Aussage zu begrüßen», sagte Einenkel der «Neuen Ruhr/Neuen
Rhein Zeitung» (Freitagausgabe). Er fügte hinzu: «Auf dieser
Grundlage kann man vernünftig miteinander verhandeln und Lösungen
suchen, um den schwierigen Herausforderungen gerecht zu werden.»
Einenkel sagte, um die Aussagen Reillys genau bewerten zu können,
brauche man das Gesamtkonzept. So müsse geklärt werden, was Reilly
meine, wenn er von einem notwendigen Kapazitätsabbau spreche.

Die IG Metall bewertete die Aussage Reillys zurückhaltend. «Ich
höre die Worte, allein mir fehlt der Glaube», sagte Oliver Burkhard,
IG-Metall-Bezirksleiter in Nordrhein-Westfalen, den Zeitungen der
WAZ-Mediengruppe (Freitagausgabe). Burkhard sagte, der
Vertrauensvorschuss für GM falle nach den vergangenen Erfahrungen
gering aus.

Reilly will laut «Frankfurter Allgemeiner Zeitung» in den
laufenden Verhandlungen mit den Gewerkschaften und Regierungen in
Deutschland, Spanien und England die Details der Restrukturierung in
wenigen Wochen klären. «Dann müssen wir den Sanierungsplan bis
spätestens Mitte Dezember vollenden und veröffentlichen», sagte der
Manager. Den binnen eines Jahres notwendigen Stellenabbau bezifferte
er auf 9000 bis 10 000 der insgesamt 46 000 Stellen in Europa.

Den mit der Belegschaft vereinbarten Verzicht auf jährlich 265
Millionen Euro Lohn hält Reilly für ausreichend. Nach Informationen
Zeitung aus dem Betriebsrat wird sogar zum 1. Dezember das
Weihnachtsgeld, auf das die Belegschaft eigentlich verzichtet hätte,
in voller Höhe von 63 Millionen Euro ausgezahlt.

Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz widersprach den Aussagen
Reillys. Franz sagte, die Arbeitnehmer hätten sämtliche
Zugeständnisse nach der gescheiterten Übernahme von Opel durch Magna
zurückgezogen und das ausgesetzte Weihnachtsgeld und die
Tariferhöhung eingefordert. «Wir bleiben bei unserer Position», sagte
der Opel-Gesamtbetriebsratschef zu Dow Jones Newswires. «GM will zwar
die Arbeitnehmer-Beiträge, ist aber nicht bereit, die gleichen
Zusagen wie Magna zu machen», kritisierte Franz.

Derweil hat sich der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt
Beck (SPD) in dem Streit um die Zukunft der Opel-Standorte in einem
Brief an den EU-Industriekommissar Günter Verheugen gewandt. In dem
Brief, der dem «Handelsblatt» (Freitagausgabe) vorliegt, fordert
Beck, den von GM ausgelösten Subventionswettlauf zu beenden.

Reilly wies in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» den Vorwurf
zurück, die Staatshilfe der einzelnen Regierungen könnte den Inhalt
des Sanierungsplans beeinflussen. «Das trifft nicht zu», sagte er.

Am Montag trifft sich Reilly in Brüssel mit den EU-Kommissaren und
Wirtschaftsministern.

(Redaktion)


 


 

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