Weitere Artikel
Stellenabbau geplant

GM will alle deutschen Opel-Standorte erhalten

(bo/ddp-hes). Der US-Autohersteller General Motors (GM) hat endlich Einzelheiten über die befürchteten Stellenstreichungen in seinen deutschen und den anderen europäischen Werken genannt.

Zwar gab GM-Europa-Chef Nick Reilly nur Prozentzahlen bekannt, die zudem noch nicht endgültig seien. Der oberste Opel-Arbeitnehmervertreter Klaus Franz schlüsselte die Angaben dann jedoch auf und kündigte Widerstand gegen die Pläne an. Zuvor hatte Reilly eine Bestandsgarantie für alle vier deutschen Werke gegeben. Die konkreten Sanierungsschritte für die Europasparte will GM Reilly zufolge in der kommenden Woche veröffentlichen.

Nach einem Treffen mit Franz sagte Reilly in Rüsselsheim, angedacht sei bislang der Abbau von 20 Prozent der rund 50 000 europäischen Arbeitsplätze. Dies seien circa 9000 Jobs. Davon entfielen auf die vier deutschen Standorte circa 50 bis 60 Prozent. Dies entspräche 4500 bis 5400 Stellen. In Rüsselheim, Bochum, Kaiserslautern und Eisenach beschäftigt Opel rund 25 000 Menschen.

Nach Darstellung von Franz will GM europaweit 8684 Stellen streichen. Davon entfielen auf Rüsselsheim rund 2500 Stellen, auf Bochum etwa 1800 Stellen sowie auf Kaiserslautern und Eisenach jeweils etwa 300 Stellen, sagte der Opel-Gesamtbetriebsratschef. Damit wären in Deutschland 4900 Jobs betroffen. Franz bezog sich auf den von Reilly vorgelegten Businessplan.

Allein in der Opel-Entwicklungsabteilung in Rüsselsheim sollen nach GM-Vorstellungen 545 Ingenieursstellen wegfallen, sagte Franz. Das ginge an die substanzielle Existenz des Entwicklungszentrums.

Im belgischen Werk in Antwerpen stünden etwa 2100 der insgesamt 2321 Stellen auf der Kippe. Gegen die «theoretische Absicht von GM», den Standort zu schließen, werde der Betriebsrat Widerstand leisten, kündigte Franz an. Die Schonung britischer Standorte sei ein Zugeständnis des Konzerns vor dem Hintergrund zugesagter Staatsgelder aus London. Weiter sagte Franz, das GM wie zuvor Magna von den Beschäftigten einen jährlichen Sanierungsbeitrag von 265 Millionen Euro fordere. GM sei aber nicht bereit, dieselben Zugeständnisse zu machen wie der österreichisch-kanadische Zulieferer.

Reilly sagte, dass an den Stellenstreichungen kein Weg vorbei führe, um die Zukunft von Opel zu sichern. Gleichzeitig setze GM auf den Sanierungsbeitrag der Mitarbeiter und auf Finanzhilfen der Regierungen der europäischen Länder mit Opel-Standorten. GM meldete für die kommenden beiden Jahre einen Finanzbedarf von 3,3 Milliarden Euro an.

Die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern sollen laut Reilly fortgesetzt und Mitte Dezember abgeschlossen werden. Einen Termin für weitere Verhandlungen gibt es Franz zufolge noch nicht.

 Reilly bekannte sich am Mittwoch bei seinen Gesprächen in der deutschen Opel-Zentrale auch zu den Standorten Rüsselsheim und Eisenach. Bereits am Dienstag hatte er den Erhalt der Werke in Bochum und Kaiserslautern in Aussicht gestellt.

Vertreter der Länder hatten nach den Treffen mit Reilly Staatshilfen nicht ausgeschlossen. Lägen Details auf dem Tisch, könnten Bundes- und Landesregierungen gemeinsam mit den anderen betroffenen europäischen Staaten über mögliche Finanzhilfen für Opel beraten, sagte Thüringens Regierungschefin Christine Lieberknecht (CDU).

(Stefan Höhle, Michael Wojtek)


 


 

Stellen
Franz
GM Reilly
Opel-Standorte
Werk
Rüsselsheim
Bochum
Eisenach
Kaiserslautern
Opel
Job
Stellen
Abbau

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Stellen" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: