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Hessen im hinteren Mittelfeld

PISA-Studie löst Debatte um richtige Bildungspolitik aus

(bo/ddp-hes). Das Abschneiden der hessischen Schüler bei der jüngsten PISA-Studie hat eine Debatte um die richtige Bildungspolitik ausgelöst. Hessen landete im Ländervergleich trotz leichter Steigerung im hinteren Mittelfeld. Kultusminister Jürgen Banzer (CDU) sprach am Dienstag in Wiesbaden von «einem erfreulichen Ergebnis», da die hessischen Schüler die Punktzahlen im Vergleich zur Erhebung vor drei Jahren «erheblich verbessern» konnten. SPD, Grüne und Linke kritisierten die verfehlte Bildungspolitik der CDU-Landesregierung und sprachen von einer «Stagnation» im hessischen Bildungswesen.

Trotz des Punktezuwachses lagen die Schüler aus Hessen in der Rangliste der 16 Bundesländer in allen drei Fachgebieten unter dem bundesweiten Durchschnitt. Im Fach Mathematik belegte Hessen gemeinsam mit drei anderen Bundesländern Platz fünf, bei den Naturwissenschaften Platz zwölf und bei Lesen und Textverständnis Platz sieben. Laut Kultusministerium liege das daran, dass alle Bundesländer ihre Punktzahlen gesteigert hätten.

Angesichts der Platzierung Hessens im hinteren Mittelfeld kritisierten SPD, Linke und Grüne die Bildungspolitik des geschäftsführenden Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU). Vor Jahren habe Koch angekündigt, Hessen zum Bildungsland Nummer eins zu machen. «Was die Versprechen Kochs wert sind, ist hier mal wieder deutlich geworden. Statt Nummer eins - nur Mittelmaß», sagte eine Linke-Sprecherin am Dienstag. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht in den PISA-Ergebnissen eine «schallende Ohrfeige für die hessische Bildungspolitik».

SPD, Grünen und Linken zufolge ist das zentrale Problem des deutschen Schulsystems die Abhängigkeit zwischen sozialer Herkunft und dem Bildungserfolg. Gerade in einem international geprägten Land wie Hessen mit einem großen Anteil von Migrantenkindern sei dies ein strukturelles Defizit des Systems, sagte die SPD-Sprecherin. Die Parteien forderten die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems. Kultusminister Banzer räumte ein, dass insbesondere bei der Integrationsförderung Handlungsbedarf bestehe.

In der aktuellen PISA-Studie 2006 wurde Sachsen Spitzenreiter und verdrängte Bayern auf den zweiten Platz. Das Schlusslicht ist erneut Bremen. Für die Studie wurden 2006 bundesweit rund 57 000 Schüler getestet. Der Schwerpunkt beim jüngsten PISA-Test lag im naturwissenschaftlichen Bereich.

Die PISA-Studie ist eine internationale, von der OECD organisierte Bildungsuntersuchung zur Kompetenz von 15-Jährigen. Sie wird alle drei Jahre erhoben. Die erste Studie gab es im Jahr 2000. Bei der jüngsten Erhebung lagen die deutschen Schüler mit einem Mittelwert von 516 Punkten erstmals deutlich über dem OECD-Durchschnitt. Damit konnte Deutschland seine Position im Vergleich zu den vorangegangenen Erhebungen 2000 und 2003 deutlich verbessern.

(rheinmain)


 


 

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