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Politologe: «Politische Stimmung in Hessen sehr gereizt»

Kassel (op/ddp-hes). Die politische Stimmung in Hessen vor den Neuwahlen am 18. Januar ist dem Kasseler Politologen Eike Hennig zufolge «sehr gereizt». Er spielte damit auf eine Reaktion des SPD-Spitzenkandidaten Thorsten Schäfer-Gümbel an, der den Grünen am Wochenende die alleinige Kompetenz in der Umweltpolitik abgesprochen hatte. Diese «Retourkutsche» Schäfer-Gümbels sei zum jetzigen Zeitpunkt «sehr unprofessionell» gewesen, sagte Hennig am Montag in einem ddp-Interview. Die Grünen hatten der SPD zuvor die Schuld daran gegeben, dass die Bildung einer von der Linken tolerierten rot-grünen Minderheitsregierung gescheitert ist.

Zwar habe sich die SPD auch im vorangegangenen Wahlkampf stark
umweltpolitisch positioniert, sagte der Wissenschaftler. Dennoch sei
es äußerst unklug, den Grünen als möglichem Bündnispartner «ins
Gehege zu kommen». Die SPD könne «nicht damit rechnen, alleine zu
regieren», sagte Hennig und fügte hinzu: «Sie wird Bündnispartner
brauchen.» Angesichts der Wahlkampfmanöver brächen derzeit «alte
Feindschaften» wieder auf. «Das ist nicht verwunderlich, denn das
Personal ist auch weitgehend das Gleiche geblieben», sagte Hennig.

Zur Situation der hessischen SPD sagte Hennig, dass Schäfer-Gümbel
das Scheitern des Regierungsprojekts nicht auf Ypsilanti abwälzen
könne. «Schäfer-Gümbel ist gut beraten, wenn er nicht noch Öl ins
Feuer gießt», sagte er. «Sonst würde er eine innerparteiliche
Kontroverse auslösen.» Nichtsdestotrotz hätte Ypsilanti zumindest den
Fraktionsvorsitz an den Spitzenkandidaten abgeben sollen: «Das wäre
nach Außen ein Zeichen des Neuanfangs gewesen.»

(Redaktion)


 


 

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Thorsten Schäfer-Gümbel
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