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Kindermuseum

Positive Bilanz nach einem Jahr am neuen Standort

(pia/bo) Ein eher ungewöhnlicher Ort für ein Museum mag das "Loch" der Hauptwache auf den ersten Blick sein. Menschen eilen dort zu den S- und U-Bahnen, viele schlendern aber auch nach einem Einkaufsbummel auf der Zeil gemütlich die Treppen hinunter. Andere verbringen dort in den letzten Sonnenstunden des Sommers ihre Mittagspause und holen sich dazu etwas zu essen aus den zahlreichen Imbissen. Nicht gerade das typische Zielpublikum für ein Museum kann man denken – gerade davon profitiert aber das "kinder museum frankfurt", das dort seit einem Jahr in den ehemaligen Räumen des Beratungszentrums der Mainova untergebracht ist. Viele Passanten werden zufällig auf die Räumlichkeiten aufmerksam, da sie sich durch die ansprechend gestaltete Glasfassade oder durch das limettengrüne Foyer angesprochen fühlen.

Ein Umzug war für das Museum notwendig, da die Räume im Historischen Museum, die es sonst beheimatet, während dessen Umbau geräumt werden mussten. Man entschied sich, das Kindermuseum während dieser Zeit nicht zu schließen, sondern es an der Hauptwache unterzubringen. "Ein guter Ort für das Kindermuseum", ziehen Jan Gerchow, der Direktor des Historischen Museums, und Susanne Gesser, die Leiterin des Kindermuseums, jetzt positiv Bilanz.

Während im Jahr vor dem Umzug etwa 15.000 Besucher in das Museum kamen, zog es seit der Eröffnung des Museums am 30. September letzten Jahres 35.000 an, eine Steigerung um ganze sechzig Prozent. Erfreulich ist vor allem, dass "andere, neue" Besucher angelockt werden konnten. Die Räume, die laut Jan Gerchow "kein Palast und kein Tempel" sind, sprechen auch Kinder und Erwachsene an, die nicht aus dem Bildungsbürgertum kommen und sich sonst von der sogenannten "Museumsschwelle" eher abschrecken lassen.

Genau diese Besucher würden sehr unvoreingenommen in das Museum gehen und hätten keine Scheu, Dinge auszuprobieren und anzufassen. Das sei die Voraussetzung, damit so ein Museum funktioniere, betont Susanne Gesser. An den Fenstern drückten auch viele schon morgens ihre Nasen platt, um einen Blick in den Kolonialladen zu werfen, der sich im Foyer befindet, so Gesser. In ihm kann man erleben, wie das Einkaufen von Lebensmitteln und Haushaltswaren um 1900 war. Oft kommen Großeltern mit Enkelkindern, die sich an Erlebnisse aus der damaligen Zeit erinnern und diese spontanen Geschichten ihren Enkeln erzählen - generationenübergreifendes Erleben unterhalb der Hauptwache.

 Jetzt im Herbst bis Ostern finden wieder "Familiensonntage" statt. Zu diesen Anlässen öffnen auch die Kreativwerkstätten, in denen man drucken oder Papier schöpfen kann. Diese Sonntag werden zu Unterthemen gestaltet, die oft erst spontan feststehen, Besucher können sich also überraschen lassen. Seit zwei Wochen kann man nach dem Besuch auch ein "Stück Museum mit nach Hause nehmen": Mit Skizzenheften, Geschenkpapier, Radiergummis und Schlüsselanhängern gibt es hier nur Artikel, die eigens für das Kindermuseum gestaltet und produziert wurden. Auch "Werkboxen", die einen Satz Material zum Werken für daheim bieten, kann man als Mitbringsel mitnehmen.

Die aktuelle Ausstellung beschäftigt sich mit dem Thema "Unter der Stadt" - lebendige Ratten inklsuive. Die Ausstellung zeigt das Leben unter der Erdoberfläche, die Wasserversorgung und Kanalisation der Stadt sowie die Bodenschichten, Funde und Gesteine des Frankfurter Untergrunds. Die folgende Ausstellung ab nächsten Frühsommer beleuchtet das Thema "Schatten und Licht".

Zusammen mit der Ausstellung wird auch ein Bereich neu geschaffen, der speziell auf die ein- bis fünfjährigen Kinder ausgerichtet ist. Diese stellen zwanzig Prozent der Besucher und haben besondere Bedürfnisse. Dieses "Mini-Museum" bietet ein altersspezifisches Konzept, dass speziell auf die motorischen, kognitiven und sozialen Fähigkeiten von Kleinkindern ausgerichtet ist. Auch bei folgenden Ausstellungen soll diese Einrichtung beibehalten werden.

Der Umzug in das neue Haupthaus des Historischen Museums soll möglichst erst nach dessen Fertigstellung im Jahre 2014 stattfinden. Dann bekommt das Kindermuseum einen eigenen Eingang; aber auch im Historischen Museums soll es Kinderstationen geben. Dann wird das Historische Museum "das" Familienmuseum in Frankfurt und verschiedene Generationen ansprechen und zusammenbringen.

Quelle: Stadt Frankfurt

(Redaktion)


 


 

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