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Positiver Trend der Woche nicht beizubehalten

Der deutsche Leitindex DAX konnte den positiven Trend der Woche nicht fortsetzen und verlor in Folge schwacher Arbeitsmarktdaten aus den USA mit -1,8% deutlich. Am Indexende stand ThyssenKrupp, nachdem sich die Marktteilnehmer zunehmend Sorgen um das operative Geschäft machen.

Die angekündigten gravierenden Stellenstreichungen des US-Konkurrenten Alcoa zeigen die aktuell schwierige Situation der Branche auf. Nach negativen Analystenkommentaren beebdete auch die Aktie der Commerzbank den Handelstag im Minus. Ebenfalls unter Druck gerieten die Versorger E.ON und RWE. Dabei dürften vor allem Gewinnmitnahmen belastet haben und nicht die Streitigkeiten um Gaslieferungen zwischen Russland und der Ukraine.

Die Reserven der deutschen Versorger sollten die Lieferengpässe ausgleichen können. Der größte Gewinner war erneut die Aktie von VW. Der Hauptaktionär Porsche dürfte seinen Anteil weiter ausbauen. Die amerikanischen Börsen gaben ebenfalls im Zuge der negativen Nachrichten ab. Nachbörslich enttäuschte Time Warner mit der Meldung im vierten Quartal 25 Mrd. US-Dollar abschreiben zu müssen. Die Aktie dürfte daher erneut unter Druck geraten.

Nach negativen Vorgaben aus Amerika und deutlichen Abgaben in Asien dürfte der deutsche Aktienmarkt zum Handelsstart ebenfalls unter Druck geraten. Im Fokus der Anleger sollten Automobilwerte mit den Absatzzahlen von VW und Daimler stehen. Zudem dürfte die Aktie von Lufthansa im Anlegerinteresse stehen. Italiens Regierungschef bestätigte auf Anfrage von Journalisten, dass
Lufthansa kein Angebot für einen Einstieg bei der Fluggesellschaft Alitalia abgegeben hat. Der Zwischenbericht von Praktiker fiel deutlich unter Erwartung aus und sollte entsprechend vom Markt aufgenommen werden.

Überblick Rentenmarkt

Trotz schwacher Konjunkturdaten tendierten die internationalen Rentenmärkte uneinheitlich. Nur kurze und mittlere Laufzeiten in Deutschland konnten Gewinne verzeichnen. In den USA waren Kursverluste über alle Laufzeitenbereiche hinweg zu beobachten. Sowohl die Arbeitsmarktdaten aus den USA als auch aus Deutschland entwickelten sich schlechter als erwartet. Den Abschluss an schlechten Nachrichten verbuchten die gestiegenen Lagerbestände von 6,4 Mio. Barrel (erw. 0,4 Mio.) Rohöl und Treibstoff, welche ebenfalls weit über den Erwartungen lagen.

Für heute stehen in Europa die Zahlen des Geschäftsklimaindex ESI und die deutschen Auftragseingänge der Industrie an. Es ist zu erwarten, dass der Reigen an schlechten Zahlen somit fortgesetzt wird. Die BoE wird heute ihre Zinsentscheidung bekannt geben, erwartet wird eine Senkung des
Leitzinses auf 1,5%. Auch heute ist mit einer uneinheitlichen Tendenz am Rentenmarkt zu rechnen.

Die Verunsicherung über eine mögliche Renditesteigerung durch die Flutung der Märkte durch Staatsanleihen in den kommenden Monaten wirkt dem Effekt schwacher Konjunkturdaten entgegen. Wir gehen jedoch von keiner signifikanten und lediglich temporären Auswirkung des erhöhten Angebotes an Staatsanleihen auf die Rendite aus. Die klassischen Indikatoren wie Konjunktur, Inflations- und Zinspolitik werden in den nächsten Monaten weiter für niedrige Renditen sorgen.

Topthema des Tages

Kalt, kälter, am kältesten: Die Polarluft hat die winterlichen Temperaturen in den letzten Tagen weiter absacken lassen. In dieser Woche betrug der Rekordwert in Deutschland sogar minus 29,1 Grad. Auch wenn die Menschen hierzulande unter der eisigen Kälte eher weniger leiden, so hat sich der Gas-Konflikt zwischen Russland und der Ukraine in den vergangenen Tagen weiter zugespitzt.
Weite Teile Europas sind inzwischen von dem Gasstreit betroffen. Unter anderem Österreich, Italien, Serbien, Ungarn, Bulgarien, Griechenland, Tschechien und Rumänien meldeten gestern einen Totalausfall russischer Gasimporte. In einzelnen Ländern wurden bereits Notfallpläne in Kraft gesetzt, die eine Drosselung der Industrie vorsehen, um Gas zu sparen. Das verheerende an dem Konflikt ist, dass beide Länder sich die Schuld an der Eskalation geben.

Die EU hat als Großabnehmer jetzt in einem ersten Schritt Moskau und Kiew vor Konsequenzen gewarnt und beide Seiten zur Wiederaufnahme der Lieferungen aufgefordert. Gestern Abend gaben beide Länder bekannt, dass sie heute neue Verhandlungen über die Beilegung ihres Konfliktes aufnehmen wollen. Auch wenn die Gas-Reserven für Deutschland ausreichen werden um den Winter
zu überstehen, so zeigt der Konflikt, wie wichtig Rohstoffe für uns alle geworden sind.

Mehr zu dem Thema Rohstoffe erfahren Sie in der Publikation „Rohstoff Compact“ vom 05.01.2009.

Quelle: Commerzbank AG

(Redaktion)


 


 

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