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Steuerzahlerbund

Kritik an Subventionen für Profisport

(bo/dapd) In Zeiten leerer Kassen moniert der Bund der Steuerzahler (BdSt) die finanzielle Unterstützung einiger hessischer Kommunen für Profisportvereine. Konkret äußerte der Landesvorsitzende Ulrich Fried am Dienstag in Wiesbaden Kritik an Beschlüssen in Darmstadt, Offenbach und Hüttenberg (Lahn-Dill-Kreis).

Dort konnten seinen Angaben zufolge Profivereine nur durch öffentliche Gelder die Lizenzauflagen der Sportverbände erfüllen.

"Leider glauben auch in finanzschwachen Kommunen noch immer viele Kommunalpolitiker, dass Profisport ein wichtiges Instrument des Standortmarketings ist", sagte Fried. Die Folge sei teures Wettrüsten auf Kosten der Steuerzahler. Die betroffenen Kommunen müssten sich fragen, ob sie die richtigen Prioritäten setzten, fügte der Verbandschef hinzu.

Flutlicht und Kunstrasen auf Kosten der Kommune

So habe die Stadtverordnetenversammlung von Darmstadt unlängst beschlossen, dem SV Darmstadt 98 nach dem Aufstieg in die dritte Fußballbundesliga Schulden in Höhe von rund einer halben Million Euro zu erlassen. Außerdem werde die Stadt für 220.000 Euro die Flutlichtanlage des Stadions erneuern und 30.000 Euro für die Sanierung der Kunstrasenplätze bereitstellen, hieß es weiter. Diese Maßnahmen waren den Angaben zufolge offenbar notwendig, um die Auflagen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zu erfüllen.

Kickers Offenbach habe vor der Lizenzerteilung für die dritte Bundesliga liquide Mittel im fünfstelligen Bereich nachweisen müssen. Die städtische Stadiongesellschaft Bieberer Berg (SBB), eine 100-prozentige Tochter der Stadtwerke Offenbach Holding, sei eingesprungen und habe dem Verein für drei Jahre die Cateringrechte für die Spiele abgekauft, berichtete der Steuerzahlerbund. Der Gegenwert soll demnach bei rund 100.000 Euro liegen. Dieselbe Gesellschaft baue derzeit für rund 25 Millionen Euro aus öffentlichen Kassen ein neues Stadion, das fast ausschließlich von Kickers Offenbach genutzt werde.

Nach dem Bundesligaaufstieg des Handballvereins TV Hüttenberg genügte den Angaben zufolge auch die gemeindeeigene Sporthalle nicht mehr den Anforderungen. Die Gemeinde habe ein Ausweichen des Vereins in eine der Nachbarstädte Wetzlar und Gießen vermeiden wollen, obwohl dort in wenigen Kilometern Entfernung bundesligataugliche Hallen existierten. Deshalb seien 105.000 Euro für den Umbau der Halle bereitgestellt worden, kritisierte der Steuerzahlerbund.

(dadp-hes)


 


 

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