Sie sind hier: Startseite Rhein-Main Lokale Wirtschaft
Weitere Artikel
Arbeitslosenzahl gestiegen

Ursachen sind früher Wintereinbruch und Quartalsende

(bo/ddp-hes). Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist im Januar erwartungsgemäß gestiegen. Mitte des Monats waren 215 652 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, das sind 9,1 Prozent oder 18 053 mehr als im Dezember, wie die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilte.

Gegenüber Januar 2009 nahm die Zahl der Arbeitslosen um 819 oder 0,4 Prozent zu. Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum Vormonat um 0,6 Prozentpunkte auf 7,0 Prozent. Im Vorjahresmonat hatte sie bei 6,9 Prozent gelegen.

Regionaldirektionsleiter Wolfgang Forell betonte, dass sich der Arbeitsmarkt trotz Wirtschaftskrise immer noch stabil zeige und keine großen Überraschungen gebracht habe. Das deutliche Plus der Arbeitslosenzahlen sei saisonbedingt. Dazu beigetragen hätten auch der frühe Wintereinbruch und das Quartalsende.

Mit einem Zuwachs von 11,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat hätten Männer bei der derzeitigen konjunkturellen Entwicklung weiterhin das Nachsehen, sagte Forell. Bei den Männern und Frauen unter 25 Jahren gab es einen Anstieg um 11,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Damit waren 21 519 junge Menschen arbeitslos gemeldet. Die Zahl der über 50-jährigen Arbeitslosen stieg im Vergleich zum Vormonat um 9,0 Prozent auf 56 843 an.

Die Zahl der ungeförderten Stellen bei den hessischen Agenturen für Arbeit sei mit 22 810 weiter rückläufig, fügte Forell hinzu. Im Vormonat gab es den Angaben zufolge noch 1000 Angebote mehr. «Angebot und Nachfrage passen oft nicht zusammen und gerade für Geringqualifizierte wird es längerfristig immer schwieriger, einen Job zu finden», betonte der hessische BA-Chef.

Forell fügte hinzu, dass im vergangenen Jahr die Zahl der Vollzeitbeschäftigungen abgenommen habe. Den Abgaben zufolge lag diese Ende Juni bei 2 165 836, das waren 16 993 weniger als 2008. Gleichzeitig sei die Zahl der Teilzeitbeschäftigten um 16 617 gestiegen. Den größten Anteil daran stellten Frauen mit 13 235.

Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Hessen, Stefan Körzell, warnte vor einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen und älteren Menschen. «Wir müssen dafür sorgen, dass Auszubildende in eine Festanstellung übernommen werden», sagte Körzell. Der überproportionale Anstieg bei Menschen im Alter von 50 bis 65 Jahren zeige, dass die Erhöhung des Rentenalters nicht kommen dürfe.

Die Statistiken zeigten schon jetzt, dass die meisten Arbeitnehmer gar nicht bis zum 65. Lebensjahr arbeiten würden, ergänzte Körzell. «Deshalb brauchen wir das Instrument der Altersteilzeit.» Ältere Menschen sollten in Würde aus dem Erwerbsleben gehen und nicht aus der Arbeitslosigkeit heraus.

Der Chef der hessischen Unternehmerverbände (VhU), Volker Fasbender, sagte, hessenweit gebe es etwa 50 000 offene Stellen. Weniger als die Hälfte davon seien bei den Agenturen für Arbeit gemeldet. Für jeden engagiert Arbeitssuchenden biete sich damit «ein breites Feld an Chancen».

(Redaktion)


 


 

Arbeitslosen
Vorjahresmonat
Vergleich
Menschen
Männer
Frauen
Forell
Arbeit
Anstieg
Januar
Wirtschaftskrise
Überraschungen
Plus
Arbeitslosenzahl
Quartalsende
Entwicklung

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Arbeitslosen" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: