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Regierungspräsidium entschied

Veralteter Block 1 des Kohlekraftwerks Staudinger darf länger laufen

(bo/dapd.) Der umstrittene Block 1 des Kohlekraftwerks Staudinger in Groß-Krotzenburg darf mindestens bis 2016 betrieben werden. Einen entsprechenden Antrag des Betreibers E.ON genehmigte das Regierungspräsidium Darmstadt am Freitag.

Die Stadt Hanau als Anrainerkommune reagierte "erbost", SPD und Grüne in Wiesbaden forderten E.ON auf, auf den Bau des größeren Blocks 6 komplett zu verzichten.

E.ON hatte im Dezember 2006 eine Verzichtserklärung für den Betrieb des veralteten Blocks 1 abgegeben, diese aber Ende vergangenen Jahres widerrufen. Das Unternehmen war nach eigenen Angaben davon ausgegangen, den neuen Block 6 bereits im Jahr 2012 in Betrieb nehmen zu können.

Block 1 des Kraftwerks erfülle "alle aktuellen europäischen und nationalen Anforderungen", teilte das Regierungspräsidium mit. Der älteste Block des Kraftwerks dürfe nun bis zur Inbetriebnahme von Block 6 weiter laufen. Nach derzeitigem Planungsstand werde Block 6 aber nicht vor 2016 ans Netz gehen. Block 3 des Kraftwerks müsse hingegen wie vereinbart bis zum 31. Dezember 2012 stillgelegt werden.

Hanau beklagt "bitteren Beigeschmack"

Die Stadt Hanau zeigte sich über den Weiterbetrieb verärgert. Der Vorgang hinterlasse "einen sehr bitteren Beigeschmack". E.ON habe bei seinem Werben für den moderneren aber noch weitaus größeren Block 6 stets betont, die damit einhergehende Abschaltung des veralteten Blocks 1 bringe eine Entlastung für die Umwelt. Die Kommune sieht sich zudem zu wenig in die immissionsschutzrechtlichen Verfahren bei der Genehmigung eingebunden. Das ganze Verfahren sei "von einer Hinhalte- und Nebeltaktik" geprägt, sagte Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky.

Die Grünen sehen in der jüngsten Entwicklung einen ersten Schritt zum generellen Verzicht auf Block 6. Sie forderten E.ON auf, sich von den Neubauplänen zu verabschieden und stattdessen den Ausbau erneuerbarer Energien voran zu treiben.

Auch die SPD sieht in der Laufzeitverlängerung für Block 1 "ein positives Zeichen dafür, dass Block 6 nicht realisiert wird". Derartige Großkraftwerke seien nicht mehr zeitgemäß, da sie der zukünftigen Entwicklungen hin zu erneuerbaren Energien im Weg stünden, sagte der SPD-Landtagsabgeordnete für den Mainz-Kinzig-Kreis, Heinz Lotz.

Oliver Teutsch

(dapd )


 


 

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