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Ausbildungsverhältnis

Rekordniveau von 5,3 Prozent mehr Ausbildungsplätzen

„Als einziger hessischer IHK ist es uns gelungen, sechs Jahre in Folge ein deutliches Plus an neu eingetragenen Ausbildungsverhältnissen gegenüber dem Vorjahr zu erreichen. 5,3 Prozent mehr Ausbildungs-plätze konnten in den Kreisen Wetterau, Gießen und Vogelsberg im Vergleich zum Vorjahresmonat registriert werden.“ Mit dieser positiven Nachricht eröffnete der Prä-sident der Industrie- und Handelskammer, Dr. Wolfgang Maaß, die Ausbildungsplatz-Pressekonferenz am vergangenen Donnerstag in Friedberg. Mit diesem Ergebnis läge die IHK Gießen-Friedberg nicht nur über dem hessischen Durchschnitt von plus 1,7 Prozent, sondern auch über dem bundesdeutschen von plus 3,5 Prozent. Sum-miere man das Wachstum über sechs Jahre hinweg, käme man auf stolze 32 Pro-zent. Landesweit läge die Zahl bei 26,3 Prozent.

Mitmachen, Mitbewegen, Mitgewinnen
Durch vorbildliches Engagement verknüpft mit vielfältigen Aktivitäten sei es dem Ge-schäftsbereich Aus- und Weiterbildung unter Leitung der stellvertretenden Haupt-geschäftsführerin Elke Ehlen und ihrem Stellvertreter Axel Steinbeiß gelungen, heimi-sche Unternehmen zur Ausbildung anzuregen. Zu dem guten Ergebnis hätten aber auch die von der Bundesagentur für Arbeit geförderte außerbetriebliche Ausbildung und die Ausbildungsförderprogramme der Bundesregierung beigetragen. Bis zum Stichtag 30. September seien insgesamt 2.209 neue Ausbildungsverträge ge-schlossen worden, 136 Unternehmen konnten als Erstausbilder gewonnen werden. Der Dank des Präsidenten galt allen ausbildenden Unternehmen. „Diese Betriebe haben unser IHK-Motto Mitmachen-Mitbewegen-Mitgewinnen lobenswert umgesetzt.“

Zukunftsfähigkeit sichern „Bedingt durch den demografischen Wandel droht Deutschland ein Mangel an Aus-zubildenden“, blickte Maaß in die Zukunft. Bereits heute sei die Zahl der Schul-abgänger(innen) mit Hauptschulabschluss oder Mittlerer Reife – die Hauptklientel für betriebliche Berufsausbildung – rückläufig. Laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) gäbe es nur einen Ausweg: Jugendliche auszubilden, die bislang ohne Be-rufsabschluss geblieben sind. Dies träfe auf mehr als 15 Prozent der jungen Er-wachsenen zwischen 20 und 29 Jahren zu. Mit einer erfolgreichen Qualifizierungsini-tiative könnten bis 2020 rund eine Million zusätzliche Fachkräfte ausgebildet werden. „Diese dringende Investition, die keinen Aufschub mehr duldet, kann Deutschlands Zukunftsfähigkeit sichern.“

Engagement zahlt sich aus
Welch umfangreichen Maßnahmenkatalog die IHK Gießen-Friedberg zur Steigerung von Ausbildungsplätzen entwickelt hat, legte Vizepräsidentin Dr. Angelika Schlaefke dar. Neben der Präsenz auf zwei Ausbildungsmessen, habe sich die IHK Gießen-Friedberg bereits zum zweiten Male erfolgreich am von der Agentur für Arbeit organi-sierten bundesweiten „Tag des Ausbildungsplatzes“ beteiligt. Hierbei hätten allein 130 Unternehmen ihre Bereitschaft signalisiert, wieder oder erstmals auszubilden. Mit ihrem neuen Projekt „Passgenaue Vermittlung“ unterstütze die IHK Gießen-Friedberg vor allem kleinere und mittlere Unternehmen bei der Bewerberauswahl. Darüber hinaus seien auf der Suche nach noch freien Ausbildungsstellen im Spät-sommer alle 1.700 Ausbildungsbetriebe im heimischen IHK-Bezirk angeschrieben worden: 68 freie Ausbildungsstellen sowie 57 Praktikaplätze konnten dabei ge-wonnen werden. Eine gemeinsam mit der Agentur für Arbeit und der Kreishandwerkerschaft durchgeführte Nachvermittlungsaktion bildete den Abschluss der Akquirierungsmaßnahmen.

Lernen lassen
Wie erfolgreiche Ausbildung in der Praxis aussieht, zeigten zwei Betriebe aus dem IHK-Bezirk auf: Über die Ausbildung in dm-Drogerie Märkten berichteten die Filial-leiterinnen aus Gießen und Linden, Veronika Runge und Heidi Waldmann. „Wir lehren nicht, sondern wir lassen lernen“ lautet die Devise der insgesamt 19.000 Mit-arbeiter zählenden Drogeriekette. Aus diesem Grund würden die Auszubildenden hier auch als „Lernlinge“ bezeichnet. „Die Suche nach eigenen Lösungswegen ist in unserem Unternehmen ausdrücklich erwünscht“, hob Veronika Runge hervor. In allen zwölf Ausbildungsberufen – vom Fachinformatiker bis hin zum Drogist – sei der Arbeitsort auch der Lernort. Seit Gründung 1973 wurden 6.800 junge Menschen im dm-Markt ausgebildet, derzeit durchlaufen 2.300 Lernlinge ihre Ausbildung. Vor allem im Berufsbild Drogist seien die Bewerberzahlen rückläufig. „Viele Bewerber kennen diesen hochinteressanten, umfangreichen Beruf nicht“, bedauerte Heidi Waldmann.

Rückläufige Bewerberzahlen
Auch Michael Wutzky, Personalleiter beim Karbener Büromöbelhersteller König + Neurath, hat rückläufige Bewerberzahlen festgestellt. Leider ließe auch die Qualität der Bewerbungen häufig zu wünschen übrig. Derzeit zählt das Unternehmen 1.200 Mitarbeiter, davon 41 Auszubildende – 25 im gewerblich-technischen, 16 im kauf-männischen Bereich. „Dank guter Auftragslage, bieten wir unseren Auszubildenden seit 2005 eine Übernahme nach Beendigung ihrer Lehrzeit an“, unterstreicht er. Das 1925 gegründete Unternehmen bildet in fünf Berufen, davon zwei in Kooperation mit Berufsakademien, aus.

Über die IHK Gießen-Friedberg:
Rund 40.000 Unternehmen haben ihren Sitz im Bezirk der IHK Gießen-Friedberg. Von diesen arbeiten rund 1.800 Unternehmerinnen und Unternehmer ehrenamtlich in den IHK-Gremien mit. Weitere Infor-mationen finden Sie unter www.giessen-friedberg.ihk.de.

Quelle: IHK Gießen-Friedberg

(rheinmain)


 


 

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