Sie sind hier: Startseite Rhein-Main Aktuell Recht & Steuern
Weitere Artikel
Die Besteuerung von Renten

Was Verbraucher beachten müssen

(bo/ddp.djn). Die Rentenreform von 2005 hat die Besteuerung der Rente heftig durcheinandergewirbelt. Viele alte und bekannte Regelungen zur Besteuerung der Rente sind verändert worden, neue kamen hinzu. Fakt ist auf jeden Fall: Mehr Rentner als bis 2004 werden in den kommenden Jahren Steuern zahlen müssen. Aber auch bei der Absetzbarkeit von Rentenbeiträgen hat sich einiges geändert. Die wichtigsten Fragen und Antworten auf einen Blick.

Wie werden gesetzliche Rente n genau besteuert? Die klassischen
Leibrenten aus unversteuertem Einkommen (also alle Renten, die nicht
vererblich, nicht kapitalisierbar, nicht veräußerbar, nicht
übertragbar und nicht beleihbar sind, dazugehören auch Renten aus der
gesetzlichen Rentenversicherung) wurden ab dem Rentenjahrgang 2005 und für alle Jahrgänge davor zunächst mit einem Besteuerungsanteil von 50 Prozent versehen. Für jeden neuen Rentnerjahrgang wird der Besteuerungsanteil bis 2020 um jeweils zwei und von 2021 bis 2040 um jeweils einen Prozentpunkt erhöht.

Die Besteuerung der Rente nimmt damit erheblich zu, denn vorher
lag der Ertragsanteil der Rente je nach Alter bei Rentenbeginn
deutlich niedriger - die Steuern waren damit niedriger. Für Rentner,
die 2009 in Rente gehen oder gegangen sind, beträgt der
Besteuerungsanteil 58 Prozent. Bisher war der für die Steuer
relevante Ertragsanteil der Rente abhängig vom Renteneintrittsalter
und betrug bei Rentenbeginn mit 65 Jahren lediglich 27 Prozent. Bei
einem Rentenbeginn im Jahre 2040 muss dann die Rente in voller Höhe versteuert werden.

Besonders wichtig dabei: Künftig wird - anders als bisher - nicht
mehr der Ertragsanteil der Rente mit einem bestimmten Prozentsatz der
Steuer unterworfen. In Zukunft wird einmalig der Rentenfreibetrag im
ersten Rentenjahr in Euro berechnet, der dann für die gesamte
Rentenzeit «lebenslang» gilt und der bei steigenden Renten nicht mehr
mitwächst.

Was ist mit einer privaten Berufsunfähigkeitsrente - werden darauf
Steuern fällig? Wie auch andere private Renten werden die
Berufsunfähigkeitsrenten vom Finanzamt nicht verschont und sind mit
dem Ertragsanteil steuerpflichtig. Bei einer sogenannten abgekürzten
Rente, die nur für einen bestimmten Lebenszeitraum gezahlt wird wie
die Berufsunfähigkeitsrente, bemisst sich die Höhe des Ertragsanteils
und damit die Steuer nach der Dauer der Rentenzahlung. Läuft die
Rente zum Beispiel 10 Jahre, beträgt der für die Steuer relevante
Ertragsanteil 12 Prozent, läuft die Rente 20 Jahre, sind es 21
Prozent.

Wichtig ist der Ertragsanteil auch bei den Renten aus privaten
Versicherungsverträgen, denn auch diese Rente müssen die Sparer
versteuern. Hier richtet sich die Steuer nach dem Alter bei
Rentenbeginn. Wer mit 60 Jahren erstmals Geld aus der privaten
Versicherung bekommt, muss sich lebenslang auf einen Ertragsanteil
von 22 Prozent einstellen, mit 65 sind es sogar nur 18 Prozent.

Helfen private Versicherungen wirklich Steuern sparen? Klassische
Lebens- oder Rentenversicherungen haben schon vor der Rentenreform
nur selten beim Steuern sparen geholfen - wenn bis 2004 Steuern
gespart wurden, wirken diese Vorteile aber noch bis 2019 vor allem
bei Selbstständigen fort. Bei der Riester-Rente sind die Beiträge bei
unmittelbar Berechtigten tatsächlich steuerlich absetzbar. Maximal
können 2100 Euro abgesetzt werden, bei Gutverdienern sind so bis zu
1000 Euro Steuervorteil möglich. Selbst wenn davon die Zulagen
abgezogen werden, sparen Gutverdiener ohne Kinder tatsächlich Steuern mit dem Riester-Modell.

Welche Steuervorteile bringen Rentenversicherungen gegen
Einmalzahlung? Diese Modelle sind vor allem bei der Rürup-Rente aus
Steuer-Sicht interessant. Denn wer heute in einen Rürup- Vertrag eine
Einmalzahlung leistet, um daraus sofort eine Rente zu beziehen, kann
68 Prozent des Beitrages (maximal 13 600 Euro, für Verheiratete die
doppelte Summe) steuerlich absetzen. Im Gegenzug sind aber 58 Prozent der Rente steuerpflichtig. Ob das Modell «Rente - Einmalzahlung - Steuerersparnis» tatsächlich aufgeht, hängt aber nicht nur vom Steuervorteil ab, sondern auch von der möglichen Rendite der Anlage. Ist die gering, werden die Steuervorteile die Rendite auch nicht mehr antreiben.

Quelle Foto: www.pixelio.de

(Redaktion)


 


 

Steuern
Ertragsanteil
Besteuerung
Euro Steuervorteil
Euro
Rentenjahrgang

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Rente" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: