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Geldanlage

Riester-Förderung richtig nutzen

(bo/ddp.djn). Wer einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat, bekommt die Zulagen und die Steuervorteile nicht automatisch. Vielmehr müssen Riester-Sparer einiges tun, um in den Genuss der staatlichen Förderung zu kommen. Die Grundförderung der Riester-Rente erfolgt mit Zulagen, die aus einer Grund- und einer Kinderzulage bestehen können. Zusätzlich gibt es für Berufseinsteiger einen einmaligen Bonus als Anreiz zum Abschluss einer Riester-Rente. Diese Altersvorsorgezulagen müssen Sparer selbst beantragen.

Dazu notwendig ist ein sogenannter Antrag auf Altersvorsorgezulage, den Sparer von ihrem Anlageinstitut bekommen. Haben die Anleger zudem Kinder, gibt es den Ergänzungsbogen Kinderzulage ebenfalls von der Bank oder der Versicherung. Die Anträge müssen übrigens seit 2005 nicht mehr jährlich neu gestellt werden. Vielmehr kann einmal beim Anbieter ein sogenannter Dauerzulagenantrag gestellt werden. Damit bevollmächtigt man den Anbieter, den Zulagenantrag jedes Jahr auf elektronischem Wege zu stellen. Dadurch werden auch die erforderlichen Daten automatisch abgefragt, sodass falsche Angaben nicht mehr möglich sind.

Ab 2008 gibt es für jeden Riester-Sparer eine Grundzulage von 154 Euro und eine Kinderzulage pro Kind von 185 Euro. Für 2008 geborene Kinder beträgt die Zulage sogar 300 Euro. Voraussetzung ist jedoch, dass der Mindesteigenbeitrag in Höhe von vier Prozent des Vorjahreseinkommens (maximal 2100 Euro) eingezahlt wurde.

Ganz wichtig, um die Zulagen zu bekommen: Den Antrag auf Altersvorsorgezulage müssen Sparer bis spätestens Ende des zweiten Jahres stellen, das auf das Sparjahr folgt, für das Jahr 2007 also spätestens bis spätestens 31. Dezember 2009. Ansonsten verfällt der Anspruch auf die Zulage.

Neben der Altersvorsorgezulage haben Riester-Sparer die Möglichkeit, die Beiträge zu ihrem Riester- Vertrag als Sonderausgaben steuermindernd einzusetzen. Ist der Steuervorteil höher als die Zulage, gibt es diesen zusätzlichen Differenzbetrag als Steuervergünstigung im Rahmen der Einkommensteuererklärung gutgeschrieben. Das Finanzamt prüft automatisch, ob ein Steuervorteil mit dem Riester-Vertrag erzielt wird oder nicht.

Und der Steuerabzug kann sich lohnen: Seit 2008 kann jeder Riester-Sparer maximal 2100 Euro, die in einen Riester-Vertrag eingezahlt wurden, als Sonderausgaben steuerlich geltend machen. Bei einem Steuersatz von 42 Prozent sind damit maximal 882 Euro (abzüglich der Zulagen, zuzüglich Soli und Kirchensteuer) Steuervorteil möglich.

Dafür muss man nur die sogenannte Anbieterbescheinigung nach § 10 a Absatz 5 des Einkommensteuergesetzes der Steuererklärung beifügen, in der alle geleisteten Altersvorsorgebeiträge mit allen erforderlichen Rahmendaten des Vertrags verzeichnet sind. In der Steuererklärung wird auf Seite 3 in Zeile 74 lediglich angegeben, dass die entsprechende Anlage AV beiliegt. Das entsprechende Formular ist online unter www.formulare-bfinv.de im Bereich Einkommensteuer erhältlich.

Um die Steuervorteile in Anspruch nehmen zu können, ist eine sogenannte unmittelbare Berechtigung erforderlich. Wer beispielsweise als Selbstständiger die Riester-Zulagen nur mittelbar berechtigt bekommt, weil der Ehegatte einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat, kann die Beiträge nicht selbst von der Steuer absetzen. Der Vorteil: Um die Zulagen zu bekommen, ist es dafür aber auch nicht erforderlich, dass ein eigener Beitrag eingezahlt wird. Als mittelbar Berechtigter kann man also die Zulagen für einen Riester-Vertrag bekommen, ohne einen einzigen Euro in den Vertrag einzahlen zu müssen.

(Redaktion)


 


 

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