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Börsenkompass

Die tägliche Einschätzung der deutschen Börse

Das Topthema des Tages liegt heute auf dem Rohstoffmarkt und den Spekulationen des Platinpreises. Der Aktienmarkt konzentriert sich wieder mehr auf die volkswirtschaftlichen Rahmendaten und die Ergebnisse der laufenden Berichtssaison.

Rentenmarkt / Konjunktur

Der gestrige Handelstag war arm an Makrodaten. Dementsprechend waren andere Ereignisse für den Markt relevant. Die Auktionen von französischen und spanischen mittel- und langfristig laufenden Papieren verliefen erfolgreich und zu guten Konditionen. Auch die Renditen für italienische Anleihen gingen im Tagesverlauf weiter zurück, während Bunds kaum verändert aus dem Handel gingen.
Zunächst fielen die Renditen deutscher Staatsanleihen, um im Tagesverlauf aber wieder auf das Ausgangsniveau zu steigen. Die in letzter Zeit täglichen Meldungen hinsichtlich einer anstehenden Einigung zwischen Griechenland, den privaten Gläubigern und der Troika beeindruckten am Markt nicht mehr. Es wird auf das Ergebnis gewartet. Zumindest die Einigung mit den privaten Gläubigern scheint jedoch kurz bevor zu stehen. Auch Fed Präsident Bernanke überraschte nicht bei seiner Anhörung im Haushaltsausschuss. Er betonte erneut eine langsame wirtschaftliche Erholung, die weiterhin unsicher bleibt. Auch der Arbeitsmarkt werde sich nur langsam erholen. Bereits heute sollte der monatliche Arbeitsmarktbericht
dies für Januar untermauern. Die US-Auftragseingänge und
die Einkaufsmanagerindizes für das Dienstleistungsgewerbe in den USA und Großbritannien sollten lediglich einen Nebenrolle spielen. Nach den Arbeitsmarktdaten ist Raum für Korrekturen bei Treasesries und Bunds.

Aktienmarkt

Nach dem EU-Gipfel mit dem verabschiedeten Fiskalpakt hat die Dominanz der Staatsschuldenkrise etwas nachgelassen und die internationalen Aktienbörsen konzentrieren sich wieder stärker auf die volkswirtschaftlichen Rahmendaten und die Ergebnisse der laufenden Berichtssaison. Gestern waren das vor allem die wöchentlichen US-Arbeitslosendaten, die leicht besser als erwartet ausfielen. Bis zur Meldung der Erstanträge hatte der Dax sich in einer sehr engen Range eher seitwärts bewegt. Erst danach konnte der Markt kontinuierlich steigen, wobei die eher gemischt ausgefallenen Gewinnberichte größere Gewinne verhindert haben dürften. Einer der schwächsten Titel war dabei die Deutsche Bank (-0,4%), deren Jahreszahlen wegen einiger Sonderfaktoren deutlich unter den Erwartungen ausgefallen waren. Sehr positiv dagegen entwickelte
sich die Deutsche Börse (+4%), trotz der gescheiterten Fusion mit der NYSE Euronext. In Europa konnte wegen der aufkommenden Fusionsphantasie besonders der Grundstoffbereich (+2,7%) zulegen, während nach den schwachen Zahlen von Unilever vor allem der Nahrungsmittelbereich (-1,3%) schwach tendierte. An der Wall Street schlossen die Indizes im Vorfeld des nationalen Arbeitsmarktberichts nur wenig bewegt. Während die Vorlagen von Merck und Dow Chemical eher enttäuscht aufgenommen wurden, konnten Mastercard und Kellogg’s überzeugen. Großes Thema ist weiterhin der bevorstehende Börsengang von Facebook. Die asiatischen
Indizes entwickeln sich heute Morgen uneinheitlich. Die europäischen
Börsen dürften nach diesen Vorgaben kaum verändert eröffnen. Die wichtigste Meldung des Tages ist heute um 14:30 Uhr der nationale Arbeitsmarktbericht aus den USA.

Topthema des Tages

Platin bald wieder teurer als Gold?

Platin war 2011 mit einem Preisrückgang um 21% (in USD) einer der Verlierer im Rohstoffsektor. Der Grund lag an der überwiegend industriellen Nutzung. 65% der Nachfrage entfällt auf die Industrie und davon etwa zwei Drittel auf die Anwendung in Katalysatoren. Der unsichere konjunkturelle Ausblick sowie Investmentabflüsse sorgten für ein verhaltenes Nachfragewachstum von etwa 2%. Seit Jahresbeginn legte der Platinpreis jedoch 19% zu. Platin ist damit unter den marktrelevanten Rohstoffen neben Zinn und Silber der am
stärksten gestiegene. Noch immer liegt der Platinpreis aber rund 8% unter dem Goldpreis. Zuletzt war dies 1982 und 1985 noch etwas deutlicher der Fall. Im Durchschnitt war Platin seit 1975 um rund 30% teurer als Gold. Es spricht viel dafür, dass Platin seine Stärke fortsetzt. So zieht die Schmucknachfrage an, da Platin günstiger ist als Gold. Auch die Investmentnachfrage steigt wieder. In Indien – einem traditionell gold-affinen Land – wird die größte Rohstoffbörse des Landes erstmals 1g-Platinmünzen verkaufen. Die industrielle Nachfrage Europas erscheint zwar unsicher, aber schärfere Abgasregeln stützen. Zudem wächst die industrielle Nachfrage außerhalb des Automobilsektors kräftig und die globale Automobilproduktion dürfte dank der Schwellenländer anziehen. Das Angebot ist dabei unsicher. 60% stammen aus Südafrika. Aktuell steht die Rustenburgmine still, da Impala 17.000 streikende Arbeiter
entlassen hat. Dabei steigen die Löhne ohnehin jährlich um ca. 10% und zusätzlich die Energiekosten um 25%. Zu den rasant steigenden Kosten und Produktionsausfällen tragen auch sich häufende sicherheitsbedingte Stillstände bei.

(ots / Commerzbank AG)


 


 

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