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Altersvorsorge

Rürup-Rente als Wette auf langes Leben - Beiträge wirken steuermindernd

(bo/dapd). Im Pool der Möglichkeiten, sich für das Alter finanziell abzusichern, gehört die Rürup-Rente sicherlich zu den eher unbekannten Bausteinen. Weitaus öfter im Scheinwerferlicht stehen da die Riester-Rente oder die diversen Möglichkeiten von Lebensversicherungen. Doch bietet auch die Rürup-Variante Chancen und hat in der Sparphase auch steuerlich ihre Reize.

Die Beiträge zu einem Rürup- Vertrag (auch als Basis-Rente bezeichnet) sind zusammen mit anderen Altersvorsorgekosten bis zu einem Höchstbetrag als Sonderausgaben steuerlich absetzbar. Dieser Höchstbetrag beträgt für Alleinstehende 20.000 Euro - für Verheiratete verdoppelt sich dieser Betrag auf 40.000 Euro. Diese Summen können Sparer in voller Höhe jedoch erst 2025 absetzen - bis dahin nähern sie sich Jahr für Jahr der 100-Prozent-Marke an. Angefangen mit 60 Prozent 2005 steigt der Betrag jährlich um zwei Punkte, sodass er 2015 bei 80 Prozent liegt, 2020 bei 90 und 2025 bei dann bei 100 Prozent. Welcher Steuervorteil ist aber wirklich möglich?

Entscheidend ist bei Angestellten auch der Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung. Denn von allen absetzbaren Vorsorgeaufwendungen wird noch der Arbeitgeberbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung wieder abgezogen. In der Praxis sieht das dann so, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusammen 6.000 Euro in die Rentenversicherung einzahlen. Für die Rürup-Rente zahlt der Arbeitnehmer weitere 1.200 Euro. Von diesen zusammen 7.200 Euro sind im aktuellen Jahr 70 Prozent absetzbar - mithin also 5.040 Euro.

Davon werden aber die 3.000 Euro Arbeitgeberanteil wieder abgezogen - und zwar voll. Macht also unter dem Strich 2.040 Euro, die wirklich steuerlich absetzbar sind. Ohne die Rürup-Rente wären es 1.200 Euro gewesen. Die 1.200 Euro führen also zu 840 Euro Sonderausgaben, die der Sparer absetzen kann.

Doch lohnt sich die Rürup-Rente damit nun oder eher nicht? Für diese Frage ist zu beachten, was ein Rürup-Sparer einzahlt und was er dafür bekommt. Wenn ein heute 40-Jähriger 25 Jahre lang 1.200 Euro einzahlt - rechnerisch als 30.000 Euro - erzielt er insgesamt einen Steuervorteil von 9.492 Euro - vorausgesetzt er hat einen Steuersatz von 35 Prozent hat. Er zahlt also netto 20.508 Euro in den Vertrag ein und bekommt dafür eine garantierte Rente von 160 Euro. Diese kann auf 310 Euro steigen, wenn der Versicherer Überschüsse erwirtschaftet.

Hätte der Sparer dagegen die 20.508 Euro über die Jahre festverzinslich zu vier Prozent angelegt, hätte er nach Abzug der Steuern und Berücksichtigung des Sparerfreibetrages ein Kapital von 34.400 Euro aufgebaut. Die garantierte Versicherungsrente von 160 Euro könnte der Sparer sich aus dem Kapitalstock locker über 30 Jahre selbst zahlen - für die Rente von 310 Euro hingegen reicht das Kapital jedoch nicht einmal für 12 Jahre. Damit ist die Rürup-Rente also vor allem eine Wette auf ein langes Leben - und darauf, dass ein Direktversicherer tatsächlich die versprochenen Überschüsse erwirtschaftet.

Natürlich müssen die Rürup-Renten später - wie alle anderen Erträge im Alter - versteuert werden. Allerdings entsteht dabei oft fälschlich der Eindruck, ein Großteil der Rürup-Rente würde ans Finanzamt wandern. Ein privat versichertes Ehepaar mit einer gesetzlichen Rente von 1.500 Euro im Monat und einer Rürup-Rente von 500 Euro zahlt nach heutiger Rechtslage 2020 keinen Cent Steuern auf die Rente. Denn sie bleiben mit ihren Einkünften unterhalb der Grenze, bei der überhaupt eine Steuerpflicht ausgelöst wird. Und natürlich müssen auch die Zinsen aus dem selbst angesparten Kapital im Beispiel versteuert werden - allerdings auch nur dann, wenn das Einkommen insgesamt überhaupt eine Steuerpflicht auslöst.

(dapd )


 


 

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