Weitere Artikel
Krach in der Ingelheimer Aue

Rund 400 Menschen demonstrieren gegen geplantes Kohlekraftwerk

(bo/ddp-hes). Bei Dauerregen haben am Samstag in Mainz rund 400 Menschen gegen das geplante Kohlekraftwerk auf der Ingelheimer Aue protestiert. Bei einer Abschlusskundgebung auf dem Gutenbergplatz kritisierte die Mainzer CDU-Chefin Andrea Litzenburger das Großprojekt als «ökologisch verwerflich». Auch Ärzteinitiativen gegen das Kohlekraftwerk aus Mainz und Wiesbaden sprachen sich vehement gegen den Bau aus.

Die nasskalte Witterung hatte offenbar viele Menschen von Protesten abgehalten. Die Bürgerinitiative Kohlefreies Mainz hatte rund 3000 Teilnehmer aus Mainz und weitere 2000 aus Wiesbaden zu der Demonstration erwartet. Tatsächlich hatten sich aus Wiesbaden am Morgen nur rund 150 Teilnehmer auf den Weg nach Mainz begeben. Am Mainzer Bahnhof versammelten sich etwa weitere 250 Umweltschützer und marschierten in Richtung Gutenbergplatz. An der Demonstration nahm nach CDU-Angaben auch der rheinland-pfälzische Fraktionschef Christian Baldauf teil.

Die Mainzer CDU-Chefin Litzenburger kündigte an, ihre Partei werde bei der Abstimmung am Mittwoch im Stadtparlament klar gegen ein Kohlekraftwerk und für ein Gaskraftwerk stimmen. Ein Unternehmen wie die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden, das zu 100 Prozent im Besitz der öffentlichen Hand sei, könne ein solches Votum nicht ignorieren.

Gunther Schwarz von der Ärzteinitiative Mainz gegen das Kohlekraftwerk bezeichnete das geplante Projekt als «Dreckschleuder». Fundierte wissenschaftliche Studien würden belegen, dass Kohlekraftwerke gesundheitsschädlich seien. Die Ärzteinitiative befürchtet einen Anstieg von Allergien, Atemwegserkrankungen und Herzinfarkten. Schwarz kündigte ab dem 15. Mai eine «Nachtvorlesungsreihe» von Mainzer Professoren zu den Themen Luftverschmutzungen und Gesundheitsgefahren an.

Michael Wild von der Wiesbadener Ärzteinitiative forderte die Entscheidungsträger auf, das geplante Projekt rückgängig zu machen. Durch das Kohlekraftwerk vervierfache sich der Kohlendioxidausstoß in der Region. Der Mediziner forderte zudem eine Studie, in der die Gesamtbelastung für die Rhein-Main-Region untersucht werde.

Die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) wollen auf der Ingelheimer Aue statt eines derzeit dort existierenden Gasheizkraftwerks bis 2012 ein neues Kohleheizkraftwerk mit einer Leistung von 823 Megawatt bauen. Am Donnerstag hatten rund 700 Beschäftigte der KMW, der Mainzer Stadtwerke sowie der Mainzer Verkehrsgesellschaft für den Bau des Kraftwerks demonstriert.

(rheinmain)


 


 

Kohlekraftwerk
Ingelheimer Aue
Demonstration

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Kohlekraftwerk" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: