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Flughafen Hahn

Ryanair will Flugverbindungen streichen

(bo/ddp-hes). Der Billigflieger Ryanair will «eine Vielzahl» der 50 Flugverbindungen am Flughafen Frankfurt-Hahn streichen. Die genaue Zahl werde Ende Januar bekanntgegeben, sagte Ryanair-Sprecherin Anja Seugling am Donnerstag. Ryanair reagiere damit auf die angekündigte Einführung einer Terminalgebühr. Der Betreiber des Flughafens im Hunsrück will mit dieser und anderen Maßnahmen bis zum Jahr 2010 schwarze Zahlen schreiben.

Flughafen-Geschäftsführer Uwe Klettenheimer sagte, die Terminalgebühr in Höhe von drei Euro sei ein «passagierbezogener Zukunftsbeitrag» und solle als «HahnTaler» vermarktet werden. Sie soll ab dem zweiten Quartal 2009 von allen abfliegenden Passagieren mit eigenem Ticket erhoben werden. Diese erhielten dafür Rabatte in den Geschäften und Restaurants am Flughafen. Klettenheimer erläuterte, die Gebühr helfe dabei, den Flughafen zu entwickeln und profitabel zu machen. Die Gebühr sei eines der «strategischen Schlüsselprojekte», um den Flughafen «wetterfest zu machen und in die Gewinnzone zu bringen», sagte der Flughafenchef. Des weiteren soll der Terminal umgebaut und eine Immobilien-Entwicklungsgesellschaft gegründet werden. Das Terminalgebäude soll um 800 Quadratmeter auf 4500 Quadratmeter erweitert werden, um in Zukunft jährlich bis zu sieben Millionen Passagiere abfertigen zu können. Der Umbau werde im Herbst kommenden Jahres beginnen und sechs Monate dauern. Außerdem sollen künftig 13 zusammengelegte Flugsteige zur Verfügung stehen.

Die geplante Entwicklungsgesellschaft soll die seit über zehn Jahren brachliegenden Flächen rund um den Flughafen «systematisch entwickeln», sagte Klettenheimer. Dort schlummerten «Potenziale für mehr Wachstum und Beschäftigung für die gesamte Region». An der Gesellschaft sind das Land Rheinland-Pfalz, die Fraport AG sowie private Investoren beteiligt. Gegründet werden soll sie im ersten Quartal 2009.

Ryanair hatte schon Anfang der Woche, als erste Gerüchte über eine mögliche Terminalgebühr laut geworden waren, mit einer Streichung von Flügen auf dem Hunsrück-Flughafen gedroht. Nach der offiziellen Verkündung sagte Seugling: «Das wird weitreichende Auswirkungen auf die dortigen Fluggastzahlen haben.» Sie gab zu bedenken, dass der Erfolg des Flughafens und das Passagierwachstum ausschließlich auf Ryanair zurückzuführen seien.

 Flughafen-Sprecherin Christina Kronenberger sagte auf Anfrage, die Androhung von Ryanair sei «überdimensioniert». Die Kosten sowohl für Passagiere als auch für die Fluglinien blieben günstig. Der Flughafen werde weiter das Gespräch mit Ryanair suchen. Die Sprecherin betonte die «langjährige Partnerschaft» zwischen dem Flughafen und Ryanair.

(Redaktion)


 


 

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