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Opel und kein Ende

Professoren wenden sich gegen Betriebsräte - Spyker gibt bei Saab noch nicht auf

(bo/ddp-hes). Das Ringen um die Zukunft des Autoherstellers Opel geht weiter. Der US-Mutterkonzern General Motors (GM) wollte am Donnerstag erneut über die Zukunft seiner deutschen Tochter beraten, wie GM-Chef Ed Whitacre in Detroit sagte.

Einzelheiten über das genaue Sanierungskonzept wurden zunächst nicht bekannt. Unterdessen wandten sich zahlreiche Wissenschaftler, Publizisten und Gewerkschafter in einem offenen Brief an die Opel-Betriebsräte und warnten vor zu großen Zugeständnissen. Der niederländische Sportwagenhersteller Spyker Cars macht sich indes weiter Hoffnung auf einen Kauf der schwedischen GM-Tochter Saab.

GM benötigt nach früheren Angaben 3,3 Milliarden Euro für den Restrukturierungs- und Investitionsplan für Opel. Bislang sollen europaweit rund 8300 der insgesamt 48 000 Stellen bei Opel und der Schwestermarke Vauxhall wegfallen. Knapp die Hälfte der Beschäftigten arbeitet an einem der vier deutschen Standorte in Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern und Eisenach. Von Opel-Chef Nick Reilly wird noch im Januar erwartet, dass er einen detaillierten Restrukturierungsplan für das Europageschäft präsentiert.

Indes rechnet GM laut Whitacre in diesem Jahr wieder mit schwarzen Zahlen. Das wäre dann der erste Gewinn in sechs Jahren bei GM. Whitacre bekräftigte zudem, dass GM bis Juni 2010 den 6,7 Milliarden Dollar (4,7 Milliarden Euro) umfassenden Kredit der US-Regierung zurückzahlen will. Insgesamt hatte die US-Regierung etwa 49,5 Milliarden Dollar an staatlichen Geldern investiert, um einen Zusammenbruch von GM abzuwenden. Der größte Teil dieses Geldes wurde aber nicht als Kredit ausgezahlt, sondern floss in den Erwerb von GM-Aktien. Mit einem Anteil von 61 Prozent ist die US-Regierung inzwischen Mehrheitseigner von GM.

 Unterdessen sprachen sich in Deutschland zahlreiche Professoren in einem offenen Brief gegen die in verschiedenen Verlautbarungen geäußerte Absicht des Opel-Gesamtbetriebsrats aus, Personalabbau und Lohnverzicht im Umfang von 265 Millionen Euro im Jahr zu akzeptieren und im Gegenzug eine Beteiligung der Restbelegschaft am Unternehmenskapital von GM zu fordern. Durch solch ein Vorgehen würde die Hauptlast der Krise auf die vom Personalabbau betroffenen Teile der Belegschaft abgewälzt, kritisierten sie. Stattdessen plädierten die Unterzeichner, die zum Teil dem globalisierungskritischen Netzwerk attac angehören, für eine «Verkürzung der Arbeitszeit für die gesamte Belegschaft».

Der Autobauer Spyker Cars lässt indes bei Saab nicht locker. «Wir werden heute eine Offerte vorlegen», sagte Spyker-Chef Victor Muller am Donnerstag. Er fügte hinzu, dass der US-Autokonzern dafür eine Frist bis 23.00 Uhr MEZ gesetzt habe. Wie die Niederländer das Angebot finanzieren wollen und ob es noch weitere Interessenten für Saab gibt, wollte Muller nicht sagen. GM-Chef Whitacre hatte zuvor allerdings bereits signalisiert, dass für eine Zukunft von Saab kaum noch Hoffnung besteht. Eine Rettung sei sehr unwahrscheinlich und man werde noch in dieser Woche mit einer Schließung der Produktionsanlagen beginnen, erklärte er.

(Ralf Beunink)


 


 

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