13.04.2012  09:45 Uhr

Boom bei Rossmann
Drogeriemarktkette Rossmann bleibt weiter auf Wachstumskurs

Burgwedel. Von Krise keine Spur: Während bei Schlecker die Kunden wegblieben und das Familienunternehmen in die Insolvenz schlitterte, boomt das Geschäft beim Konkurrenten Rossmann aus dem niedersächsischen Burgwedel.

Nach 5,12 Milliarden Euro Umsatz und 10,5 Prozent Wachstum im vergangenen Jahr peilt die Drogeriemarktkette 2012 ein Plus von 12 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro an.

Grund für die gute Prognose ist auch die Pleite des Konkurrenten. "Die Leute gehen ja nicht alle zu uns, sondern auch zu Müller oder dm. Aber ein Stück der frei gewordenen Umsätze werden wir verbuchen", sagte Inhaber Dirk Roßmann am Donnerstag. Sein Unternehmen sei durch die Schließung von mehr als 2.000 Schlecker-Filialen nun die Nummer zwei am deutschen Drogeriemarkt nach dem Konkurrenten dm.

Schlecker hat Investitionen verpasst

Die Schlecker-Kette sieht Roßmann weiter in einer schwierigen Lage. "Wir haben uns in den letzten zwölf Jahren komplett neu erfunden", sagte er mit Blick auf die zahlreichen Eigenmarken seines Unternehmens und die "Ideen-Welt", in der Rossmann Non-Food-Artikel vom Bügeleisen bis zum Zelt verkauft. Bei Schlecker habe es dagegen kaum Veränderungen gegeben. "Wenn einer nicht richtig investiert hat in den vergangenen Jahren, wird er es schwer haben", urteilte er.

Dazu sei der Markt im deutschen Drogeriegeschäft und im Einzelhandel allgemein sehr hart umkämpft. "Wir hauen uns hier die Preise um die Ohren wie in keinem anderen Ort der Welt", sagte Roßmann. Mittlerweile gebe es in so gut wie jedem kleinen Ort Discounter wie Lidl, Aldi oder Edeka, die ebenfalls Drogerieartikel führten und sehr günstig seien. Darum sei Schlecker entgegen anders lautender Behauptungen auch auf dem Land verzichtbar. "Die Aussage, dass die kleinen Orte Schlecker brauchen, ist schlicht falsch", sagte Roßmann.

Grund zu Schadenfreude biete die Schlecker-Pleite dennoch nicht. Es sei ungewiss, wie die Situation in 15 Jahren aussehe. Derzeit sei er aber mit seinem Unternehmen höchst zufrieden. "Wenn ich jetzt unglücklich wäre, hätte ich einen Dachschaden", sagte er.


 

Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © pixelio.de Dieter Schütz



 


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