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Logistiker kämpfen mit dem Schnee und den Verspätungen

(bo/dapd). Klaus Conrad, der Geschäftsführer des Logistikunternehmens GLS Germany, schaut in diesen Tagen besorgt auf die Wetterberichte.

"Der Winter kommt so früh, wie ich es in 20 Jahren nicht erlebt habe. Und das ausgerechnet zum Weihnachtsgeschäft, wenn wir das größte Aufkommen haben." Normalerweise wird es erst im Januar so kalt, wenn das Transportvolumen deutlich kleiner ist. "Alles wird nun langsamer, die Produktivität sinkt, und die Firma hat deutlich mehr Aufwand." Wie teuer aber die Zusatzbelastung genau wird, hat er noch nicht berechnet. Er weiß nur eines: "Der Winter kostet ein Mördergeld."

Das beginnt damit, dass GLS den Lastwagenfahrern in seinen Depots kostenlos Essen und Trinken zur Verfügung stellt. Das geht damit weiter, dass an vielen Stellen von den Dächern der Depots Schnee heruntergeschippt wird. Derzeit seien obendrein in Sachsen und Thüringen viele Nebenstrecken gesperrt, im Erzgebirge seien ganze Ortschaften abgeschnitten, sagt Conrad. Damit können dort die Pakete nicht zugestellt werden und stapeln sich in den überregionalen Depots. Sie können auch nicht abgeholt werden.

Auch am Wochenende wird jetzt gearbeitet. Vor allem aber mietet GLS derzeit zusätzliche Lastwagen an, wenn ein Transporter wegen des Schnees nicht rechtzeitig seine Pakete abliefern kann, aber eigentlich auch schon andere Sendungen wieder zurück transportieren müsste. "Das müssen wir derzeit doppelt bezahlen, und Lkw sind jetzt knapp", sagt Conrad.

Auch eine Sprecherin der Bahn-Tochter Schenker sagt, der Frost und der massive Schneefall beeinträchtigten den Betrieb im Schienengüterverkehr. Bei Einschränkungen würden die Kunden sofort informiert. Die Rückstände sollten aber bis zu den Feiertagen abgearbeitet werden. Die Kohle-Züge zu den Kraftwerken führen stabil. Beim Lastwagentransport sei die Firma abhängig von der Räumung auf den Bundesstraßen und Autobahnen.

Um die Probleme in den Griff zu bekommen, verzichtet GLS derzeit auf Zusatzgeschäfte: "Wir haben jetzt verboten, Neukunden aufzunehmen, um unsere Bestandskunden zu schützen, die uns das ganze Jahr die Treue halten", sagt Conrad. "Und Marketing-Aktionen machen wir derzeit auch nicht, bei denen auf einen Schlag zum Beispiel 20.000 Sendungen geliefert werden, die innerhalb von zwei Tagen ausgeliefert werden müssen."

Da das Wetter regional sehr unterschiedlich ausfalle, sei auch das Verständnis der Kunden für die Probleme begrenzt. "Die schauen aus dem Fenster und sagen: 'Hier schneit's doch gar nicht, wo ist das Problem?'" Conrad muss jetzt kämpfen: "Wir sind nicht glücklich über den Winter. Der Kunde zahlt auch nicht für unseren Mehraufwand. Das wird noch spannend in den kommenden Tagen, wenn es noch mehr schneit."

(dapd )


 


 

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