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Medien-Mittwoch

Schock statt Scheck – Wege aus der Krise

(bo). Am gestrigen Abend fand im Atrium von Leo Burnett in Frankfurt Rödelheim der erste MedienMittwoch im neuen Jahr statt. Der Zukunfts- und Trendforscher Klaus Kofler referierte über die Perspektiven und Chancen, die aus der Wirtschaftskrise hervorgehen. Das Motto des Abends lautete: „Aufbruch 2009: Der Wandel geschieht – Perspektiven für stürmische Zeiten.“

Koflers Hauptbotschaft: Die momentane Wirtschafts- und Finanzkrise ist das Beste, was uns passieren konnte. Seiner Argumentation folgend, fördert die Krise neue Ideen, Chancen und Mut. Dass es zu einer Krise kommen würde, war hinlänglich bekannt. „Der Finanz-, Immobilien- und Automarkt war bereits schon überreif für einen Zusammenbruch“, so Kofler. Allerdings wäre es jetzt falsch, weitere Milliarden für Konjunkturpakete in veraltete Strukturen zu pumpen, um ein kaputtes System weiter künstlich am Leben zu halten. „Schock statt Scheck“, lautete die Folgerung Koflers.

Der Faktor Angst hindert uns allerdings, mit klaren und neuen Ideen der Krise zu begegnen. Angst vor der Zukunft und Angst davor, den Arbeitsplatz zu verlieren bestimmen unser Denken. Angst ist demzufolge ein schlechter Motivator und das Resultat ist Stillstand, was die Krise noch weiter verschlimmert. Aber die Angst allein ist nicht verantwortlich für die aktuelle Lage. Hinzu kommt das Problem der Geschwindigkeit. Gewinne, Produkte, Werbung und Termine werden in einem Tempo gemacht, wodurch die Unternehmen im Lauf der Zeit den Bezug zum Kunden und zur Realität verlieren. Kofler benutzt in diesem Zusammenhang das Bild des Tunnelblicks. Das Ergebnis ist der Crash und der daraus resultierende Abschwung, dem wir heute begegnen.

 Kofler appellierte gestern Abend an die Kraft und die Macht von neuen Wegen und Ideen. Er sieht die Krise als Impulsgeber und gab den Zuhörern einen Innovationsleitfaden mit auf den Weg, der es erleichtern soll, sich den neuen Herausforderungen zu stellen. Innovationen basieren demnach nicht mehr auf alten Ansichten, sondern hängen ab von Optimismus, Pragmatismus, Realitätssinn und Intuition. Dahinter muss immer eine Gesamtphilosophie stehen, deren Ziel es ist, Herausforderungen anzunehmen. Grundvoraussetzung für diesen Innovationsbegriff ist die Fähigkeit des Loslassens. Kofler kritisiert unsere Neigung, immer alles unter Kontrolle haben zu müssen. Von dieser Geisteshaltung muss man sich verabschieden. „Was ist so schlimm daran, durch das Loslassen der Kontrolle neue Wege einzuschlagen“, so Kofler.

Der Trendforscher fordert neue Geisteshaltungen. Dass ein Umdenken bei vielen Menschen gerade beginnt, zeigt die Bewegung der LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability). Diese Konsumschicht wird zu einem gigantischen Wirtschaftsfaktor heranwachsen und von der Stadtplanung bis zum Einzelhandel unser Verhalten nachhaltig prägen, so Kofler. Einhergehend mit diesem neuen Trend, lässt sich eine Gegenbewegung zur Globalisierung feststellen: die Regionalisierung. Regionen entdecken verstärkt, dass sie mit der Globalisierung nicht konkurrieren können. Sie entdecken allerdings, dass sie den Menschen andere, immer wichtiger werdende Qualitäten bieten können: Identifikation und Authentizität. Attribute, die im globalen Dschungel wohl eher nicht anzutreffen sind.

Mut für die Zukunft lautet das Credo von Kofler. Dass die Krise da ist, lässt sich nicht verleugnen. Aber wenn ständig negative Schlagzeilen unsere Angst weiter schüren, bleiben wir bewegungsunfähig und innovationslos. Nur durch Mut, neue Wege zu gehen, um damit neue Ideen hervorzubringen, lässt sich der Zukunft begegnen. Jeder hat es sozusagen selbst in der Hand, der Krise entgegenzutreten oder sich von ihr wegspülen zu lassen.

(Sebastian Meyer)


 


 

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