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Siemens-Chef Löscher neuer Spitzenverdiener - Ackermann landet im Jahresgehaltsranking von DAX-Vorständen auf Platz 27

(bo/ddp-hes). Unter den Vorstandsvorsitzenden der 30 DAX-Unternehmen ist Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann nicht mehr Spitzenverdiener. Der bisherige Dauerspitzenreiter landete im vergangenen Jahr nur noch auf Rang 27. So weist es eine von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) am Donnerstag in Frankfurt am Main vorgelegte Studie aus. Ackermann kam demnach auf ein Jahressalär von 1,4 Millionen Euro - nur noch knapp ein Zehntel seiner Einkünfte von 2007. An der Spitze liegt jetzt Siemens-Chef Peter Löscher, der 2008 mehr als 9,8 Millionen Euro bekam.

Bei der Deutschen Bank seien im vergangenen Jahr Boni und Aktienoptionen «wegen Nichterreichens der Ziele ausgefallen», sagte DSW-Geschäftsführer Ulrich Hocker. Im Schnitt kam ein DAX-Vorständler nach DSW-Recherche im vergangenen Jahr auf eine Gesamtvergütung von 2,28 Millionen Euro und damit auf knapp 21 Prozent weniger als 2007.

Mit einem Einkommen von 8,01 Millionen Euro platziert das DSW-Ranking Linde-Chef Wolfgang Reitzle auf Rang zwei, vor RWE-Vorstandschef Jürgen Großmann (7,08 Millionen Euro). An letzter Stelle rangiert der Vorstandsvorsitzende der Commerzbank, Martin Blessing (0,63 Millionen Euro).

Hocke bezeichnete das deutsche Vergütungssystem als «insgesamt funktionstüchtig». Er kritisierte, dass der Anstieg der Festgehälter, die 34 Prozent der Managerbezüge ausmachten, den Rückgang des erfolgsabhängigen Einkommens teilweise kompensiert habe. 2007 seien die Vergütungen «überproportional» zur Gewinnentwicklung gestiegen. Der Rückgang der Gesamtvergütungen gleiche das nicht aus, «weil in schlechten Zeiten auf steigende feste Gehaltsbestandteile ausgewichen wird».

Die durchschnittliche Jahres-Gesamtvergütung eines MDAX-Vorstandsmitglieds sank laut DSW-Zahlen im vergangenen Jahr um gut 13 Prozent auf 1,33 Millionen Euro. Die Bandbreite der MDAX-Bezüge sei hoch, sagte Hocker und nannte als Beispiel die 3,2 Millionen Euro eines Hochtief-Vorständlers und die 0,49 Millionen Euro eines Managers bei Heidelberger Druck.

Die Gehälter deutscher Vorstandschefs liegen nach Einschätzung der DSW in Europa an der Spitze. Die durchschnittliche Vergütung eines DAX-Konzernchefs betrug demnach im vergangenen Jahr 3,69 Millionen Euro (2007: 4,58 Millionen Euro). Die DSW-Schnittzahlen nennen für Schweizer Konzernlenker 3,45 Millionen Euro (2007: 4,48 Millionen Euro) und für französische Vorstandschefs 3,27 Millionen Euro (2007: 4,61 Millionen Euro). Mit im Schnitt 11,35 Millionen Euro (2007: 13,61 Millionen Euro) werden laut DSW-Liste lediglich US-Vorstandsvorsitzende deutlich besser bezahlt.

Sieben US-Manager hätten 2008 mehr als 100 Millionen Dollar verdient, sagte Hocker. Spitzenreiter sei Stephen Schwarzman vom Finanzinvestor Blackstone mit 702 Millionen Dollar gewesen. «Cash, wohlgemerkt. Und das, während das Land in der tiefsten Rezession seit den 30er Jahren steckt», fügte Hocker hinzu.

Die 1947 gegründete DSW mit Sitz in Düsseldorf hat nach eigenen Angaben rund 28 000 Mitglieder, überwiegend Kleinaktionäre.

(Redaktion)


 


 

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