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Schwieriges Geschäftsjahr

Siemens hält vorerst an Ergebnisprognosen fest

(bo/ddp.djn). Der Technologiekonzern Siemens hält seine Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr trotz der Wirtschaftskrise vorerst aufrecht. Allerdings räumte Vorstandschef Peter Löscher am Dienstag am Rande der Hauptversammlung in München ein, dass das Erreichen des Ziels aus heutiger Sicht noch ambitionierter geworden sei. «Die schwierigsten Quartale sind noch vor uns», sagte Löscher. Im laufenden Geschäftsjahr bis Ende September peilt Siemens im Kerngeschäft ein operatives Ergebnis zwischen 8,0 Milliarden und 8,5 Milliarden Euro an.

Bislang seien noch keine Großaufträge storniert worden. Für das laufende Jahr hat Siemens Projekte für 40 Milliarden Euro in den Orderbüchern stehen. Finanzvorstand Joe Kaeser räumte ein, dass angesichts der Wirtschaftskrise Verschiebungen durchaus wahrscheinlich seien. Die Prognose sei «nicht optimistischer geworden». Allerdings habe Siemens, gerade was den Kostendruck betrifft, schon Gegenmaßnahmen beschlossen, «als andere noch davon träumten, dass die Wachstumsraten ins Unendliche gehen».

Dennoch mache sich die Wirtschaftskrise «selbstverständlich» bemerkbar, sagte Löscher: «Auch wir spüren diese Entwicklung.» Deshalb werde Siemens von Quartal zu Quartal entscheiden, ob die Ergebnisprognose tatsächlich gehalten werden kann. Zudem werde für 3 von rund 100 deutschen Standorten über Kurzarbeit nachgedacht, erläuterte er. Zu den Standorten und die Zahl der betroffenen Mitarbeiter wollte er sich nicht äußern.

Zudem begrüßte Löscher die staatlichen Bemühungen zur Eindämmung der Konjunkturkrise. Diese Maßnahmen zur Stützung der Konjunktur durch Infrastrukturprojekte gingen «genau in unsere Richtung». Bislang handle es sich aber meist nur um Ankündigungen. Zugleich betonte der Vorstandsvorsitzende: «Wir sind überzeugt davon, dass wir deutlich als Gewinner aus der Krise hervorgehen werden.»

Im ersten Quartal des im Oktober begonnenden Geschäftsjahres kletterte das operative Ergebnis im Kerngeschäft , zu dem die Sparten Energie, Industrie und Medizintechnik zählen, den Angaben zufolge gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 20 Prozent auf rund 2,0 Milliarden Euro. Analysten hatten durchschnittlich lediglich 1,8 Milliarden Euro erwartet. Ergebnistreiber sei der Energiebereich und die Medizintechnik gewesen, während das Ergebnis im Industriebereich rückläufig gewesen sei. Siemens sei «ausgezeichnet in das Jahr 2009 gestartet», sagte Löscher.

Das Nettoergebnis ist im ersten Quartal des Geschäftsjahres hingegen erwartungsgemäß deutlich um 81 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro gesunken. Im Vergleichszeitraum war der Wert wegen eines Sondergewinns aus dem Verkauf der Automobilzuliefersparte VDO an die Continental AG besonders hoch.

Der Umsatz im ersten Quartal ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum hingegen um 7 Prozent auf 19,6 Milliarden Euro gestiegen und lag damit ebenfalls über den Analystenschätzungen von durchschnittlich 19,2 Milliarden Euro. Der Auftragseingang reduzierte sich um 8 Prozent auf 22,2 Milliarden Euro reduziert und entsprach damit den Schätzungen von Experten. Kaeser betonte, der aktuelle Auftragseingang liege immer noch deutlich über dem Umsatz. Der Gesamtauftragsbestand liege bei 85 Milliarden Euro.

(Redaktion)


 


 

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