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Umzugskosten

Das Finanzamt finanziert den Tapetenwechsel

(bo/dapd). Mit Kind und Kegel umziehen ist nicht nur Stress pur - der Tapetenwechsel geht auch richtig ins Geld. Gut zu wissen, dass sich das Finanzamt an den Kosten beteiligt. Wer die Spielregeln kennt, sichert sich in der Steuererklärung leicht ein paar Hundert Euro Steuerersparnis.

Wer aus beruflichen Gründen seinen Wohnsitz wechselt, stellt dem Finanzamt die Umzugskosten als Werbungskosten in Rechnung. Einen beruflichen Anlass akzeptieren die Finanzbeamten, wenn der Wohnort wegen eines neuen Arbeitgebers oder einer Versetzung gewechselt wird. Keine Probleme haben auch Neueinsteiger, die in einer fremden Stadt ins Berufsleben starten. Auch wer seinen alten Job behält, kann das Finanzamt zur Kasse bitten, sofern sich die tägliche Fahrzeit um mehr als eine Stunde vermindert. Bei Ehegatten genügt es, wenn einer so viel Zeit spart.

Steht die berufliche Veranlassung fest, beteiligt sich das Finanzamt an den Kosten der Wohnungssuche (Inserate, Telefonate, Besichtigungen), Maklergebühren und Spediteurkosten. Eigene Fahrtkosten können mit 0,30 Euro je Kilometer geltend gemacht werden. Sonstige Umzugskosten wie die Anschaffung neuer Gardinen und Vorhänge, Anschlusskosten für Elektrogeräte oder Gebühren für die Umschreibung des Führerscheins sind zusätzlich abzugsfähig. Freunde, die beim Umzug eine tragende Rolle gespielt haben, können mit einem Trinkgeld bis zu 256 Euro entlohnt werden, ohne das sie für die Gefälligkeit vom Finanzamt zur Kasse gebeten werden. Die Empfänger können daher bis zu diesem Betrag gefahrlos eine Quittung als Kostenbeleg für den Fiskus unterschreiben. Steuerlich absetzbar ist auch die Miete für die alte Wohnung bis zu dem Zeitpunkt, an dem das Mietverhältnis frühestens aufgelöst werden kann, längstens jedoch für 6 Monate.

Papiermuffel kommen auch ohne lästigen Papierkrieg an ihr Geld. Neben den Speditionskosten und den eigenen Fahrtkosten am Umzugstag gewährt das Finanzamt ohne weitere Belege bestimmte Pauschalen (Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 11. Oktober 2010 - Aktenzeichen IV C 5 - S 2353/08/10007). Verheiratete Steuerzahler können bei Beendigung des Umzugs ab 1. Januar 2010 insgesamt 1 271 Euro in der Steuererklärung pauschal abrechnen, ledige Arbeitnehmer immerhin noch 636 Euro. Für mitziehende Kinder und andere nahe Verwandte erhöhen sich die Pauschalen um 280 Euro. Für Umzüge seit dem 1. Juli 2009 können Pauschbeträge von 1.256 Euro (Verheiratete), 628 Euro (Ledige) und 277 Euro (Zuschlag für Haushaltsangehörige) angesetzt werden.

Damit der Nachwuchs nach dem Ortswechsel in der Schule nicht den Anschluss verliert, beteiligt sich der Fiskus sogar an den nachgewiesenen Kosten für Nachhilfestunden bis zu einem Höchstbetrag von 1.603 Euro (Umzüge nach dem 1. Juli 2009: 1.584 Euro) je Kind.

Auch an privaten Umzugskosten beteiligt sich Vater Staat mit bis zu 1.200 Euro Steuerermäßigung. Wer eine Spedition mit dem Transport seiner privaten Habe beauftragt, reicht die Rechnung bei der nächsten Steuererklärung ein. Der Fiskus wertet die Dienste von Handwerkern und Spediteuren als "haushaltsnahe Dienstleistung" und beteiligt sich bis zu einem Rechnungsbetrag von 6.000 Euro mit einem Steuerrabatt von maximal 20 Prozent. Allerdings muss die Rechnung überwiesen werden - bei Barzahlung geht der Steuerbonus verloren.

(dapd )


 


 

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