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«Spam verschicken ist wie mit Drogen handeln»

(bo/ddp-hes). Mit unerwünschter Werbung per E-Mail (Spam) verdienen Kriminelle nach Einschätzung des Verbandes der Deutschen Internetwirtschaft (eco) jedes Jahr Milliardenbeträge. «Spam verschicken ist wie mit Drogen handeln», sagte der eco-Internet-Experte Sven Karge im ddp-Interview. Selbst hohe Strafen schreckten organisierte Kriminelle nicht ab, weil sich durch Datenmissbrauch «eine Menge Geld machen» lasse. Beim sechsten Deutschen Antispam-Kongress in Wiesbaden will sich die Internet-Branche von Montag bis Mittwoch über neue Wege im Kampf gegen den digitalen Müll austauschen.

Bei dem Kongress gehe es etwa darum, die Zusammenarbeit zwischen
Wirtschaft und Strafverfolgern zu stärken. Zudem solle über die
«neusten Trends und Entwicklungen» im Spam-Bereich gesprochen werden,
sagte Karge und ergänzte: «Das ist ein stetes Wettrüsten, was da
zwischen organisierten Spam-Banden auf der einen sowie den Internet-
und Spamfilter-Anbietern auf der anderen Seite abläuft.» Spam würden
mit der Absicht verschickt, den Empfänger «übers Ohr zu hauen», indem
er Daten von sich preisgebe «oder irgendetwas im Internet bestellt»,
was nicht geliefert werde. Neben den Nutzern seien vor allem die
Provider die Leidtragenden. «Durch diesen ganzen digitalen Müll geht
einfach eine Menge Rechenleistung verloren», erläuterte Karge.

Den Nutzern empfiehlt Karge, sich Internet-Anbieter zu suchen, die
schon vor den Kunden-Postfächern einen Spamfilter aufgestellt hätten.
Auch gelte es, «vorsichtig mit der eigenen E-Mail-Adresse umzugehen».
Reagieren sollten Nutzer laut Karge auf Spam am besten gar nicht.

Auch wenn Nutzer das Gefühl hätten, unendlich viel Spam zu
bekommen, sei das, was auf dem eigenen Rechner lande, «weniger als
die Spitze eines Eisbergs». Über 99 Prozent würden bereits auf den
Servern der Internet-Anbieter abgefangen. Hauptquelle für Spam in
deutschen Postfächern seien Länder wie Russland oder die Ukraine.

(rheinmain)


 


 

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