Weitere Artikel
Anwaltstipps

Verhalten in verkehrsberuhigten Zonen

(bo/dapd). Spielstraßen, verkehrsberuhigte Zonen, Fahrradstraßen - präsent sind diese Begriffe wohl jedem Autofahrer, "Aber anscheinend wissen manche nicht, welche Verkehrsregeln konkret dort bestehend", hat Michael Winter beobachtet.

Der auf Verkehrsrecht spezialisierte Rechtsanwalt aus Kornwestheim glaubt: "Da ist oft das Fahrschulwissen verloren gegangen." Vergessen oder Ignoranz, Verstöße können teuer werden. So muss beispielsweise mit einem Bußgeld von zehn Euro rechnen, wer in einer Spielstraße parkt. Wer gar in einer Fußgängerzone mit seiner Fahrweise Fußgänger gefährdet, sollte 40 Euro, schlimmer jedoch wohl, einen Punkt in Flensburg einkalkulieren.

Eine Spielstraße wird meist durch ein Verbot für Fahrzeuge aller Art (rundes Schild mit rotem Kreis und weißer Innenfläche) nebst einem Zusatzschild, das auf weißem Untergrund in Schwarz das Piktogramm eines Kindes mit einem Ball zeigt, gekennzeichnet. "Dieses Schild erlaubt es Kindern, auf der Fahrbahn und den Seitenstreifen zu spielen; gegebenenfalls wird durch ein weiteres Schild in diesen Bereichen auch Sport erlaubt", erläutert der Rechtsanwalt. Ungeachtet des generellen Fahrzeugverbotes in einer Spielstraße dürften jedoch Handfahrzeuge, beispielsweise Bollerwagen oder auch ein Rollstuhl, bewegt werden. Fahrräder indes dürften durch eine Spielstraße nur geschoben werden - Motorräder gleichfalls.

Der Beginn einer verkehrsberuhigten Zone, erklärt Winter weiter, werde durch ein blaues, rechteckiges Schild, das in Weiß die Piktogramme eines Hauses, eines Autos, eines Fahrbahnrandes sowie eines Erwachsenen und eines Kindes, die Ball spielen, angezeigt. Das Ende des Bereichs sei durch das gleiche Schild, das nunmehr von links unten nach rechts oben einen roten Querbalken trägt, ausgewiesen. Innerhalb des verkehrsberuhigten Bereichs dürften Fußgänger die Straße in der ganzen Breite benutzen; Kinderspiele seien überall erlaubt. Wer mit einem Fahrzeug in den verkehrsberuhigten Bereich einfahre, müsse zwingend die Schrittgeschwindigkeit (maximal 7 km/h) einhalten.

Ein Fahrzeugführer dürfe Fußgänger und selbstverständlich auch spielende Kinder weder gefährden noch irgendwie behindern. "So es notwendig ist, muss er warten", betont der Jurist. Das Parken sei außerhalb dafür besonders gekennzeichneter Flächen nicht erlaubt, ausgenommen das Ein- und Aussteigen oder das Be- oder Entladen. Um einen verkehrsberuhigten Bereich auszuweisen, müssten die von ihm erfassten Straßen durch ihre Gestaltung den Eindruck vermitteln, dass die "Aufenthaltsfunktion" für Fußgänger und spielende Kinder überwiegt und der Fahrzeugverkehr eine untergeordnete Bedeutung hat.

Eine 30er-Zone wird mit einem rechteckigen weißen Schild, in dem oben in einem roten Kreis schwarz die Zahl "30" und darunter (ebenfalls in Schwarz) das Wort "Zone" steht. Aufgehoben wird sie mit einem Schild, auf welchem die vorgenannten Zeichen in Hellgrau abgebildet sind und fünf schwarze Linien von unten rechts nach oben links verlaufen. Mit diesen beiden Zeichen könne nicht nur eine 30er-Zone, sondern auch eine Zone mit niedrigerer Geschwindigkeit, etwa ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich oder Ähnliches, angeordnet werden, nennt Winter die Regeln für solche Bereiche, und Tempo 30 sei hier das Limit.

Fahrradstraße und Fußgängerbereich sind ebenfalls Begriffe, bei denen Anwalt Winter oftmals Unkenntnis feststellt. Der Fußgängerbereich wird gekennzeichnet durch ein rechteckiges weißes Schild. Hierauf ist ein blauer Kreis gedruckt - in diesem befinden sich die weißen Piktogramme einer Frau mit einem an der Hand geführten Kind. Darunter ist in Schwarz das Wort "Zone" angebracht. Aufgehoben wird der Fußgängerbereich wie die 30er-Zone. "Innerhalb des Fußgängerbereichs dürfen sich nur Fußgänger aufhalten, andere Verkehrsteilnehmer dürfen ihn nicht benutzen", stellt Winter klar. Falls ein Zusatzschild Fahrzeuge zulasse, dürfe nur mit Schrittgeschwindigkeit gefahren werden. Fahrzeugführer dürften Fußgänger weder gefährden noch behindern und müssen nötigenfalls warten.

Eine Fahrradstraße wird mit einem rechteckigen weißen Schild und blauem Kreis mit dem weißen Piktogramm eines Fahrrads und darunter in Schwarz das Wort Fahrradstraße ausgewiesen. Die Aufhebung der Fahrradstraße gleicht den vorherigen Schildern. Auf solchen Straßen dürfen nur Radfahrer fahren, sogar nebeneinander. Andere Fahrzeugführer dürften Fahrradstraßen allenfalls benutzen, falls dies durch ein Zusatzschild zugelassen sei, und "alle Fahrzeuge dürfen nur mit mäßiger Geschwindigkeit fahren".

(dapd )


 


 

Fußgängerbereich
Schild
Fahrradstraße
Kind
Bereich
Spielstraße
Zone
Fahrzeugführer
Piktogramm
Schwarz
Geschwindigkeit
Kreis
Zusatzschild
Winter

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Fußgängerbereich" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: