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Rechtstipp

Auslandssprachreisen gelten steuerlich zur Hälfte als privat

Mit Urteil vom 24. Februar 2011 (VI R 12/10) hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass die Kosten für einen Sprachkurs im Ausland in der Regel nur anteilig als Werbungskosten abgezogen werden können.

Bei der Ermittlung der abziehbaren Kosten kommt es nach dem Urteil nicht auf den zeitlichen Anteil des Sprachunterrichts an der Dauer des Auslandsaufenthalts an.

Dem Urteil lag folgender Sachverhalt zugrunde: Der Kläger besuchte einen Sprachkurs im Ausland (Südafrika) und machte die gesamten Kosten, welche für die Reise und die Teilnahme entstanden waren, als Werbungskosten geltend. Der BFH entschied, dass für einen vollständigen Abzug der Kosten als Werbungskosten, die Reise unmittelbar und ausschließlich der beruflichen Sphäre zuzuordnen sein muss. Führe die Sprachreise jedoch ins Ausland, so sei regelmäßig keine unmittelbare und ausschließliche berufliche Veranlassung gegeben. Die Wahl des Ortes sei in der Regel von privaten und touristischen Gründen mit veranlasst. Die Kosten der Reise sind daher aufzuteilen. Nur der berufliche Anteil ist als Werbungskosten abziehbar. Grundsätzlich gilt als Aufteilungsmaßstab das Verhältnis der beruflichen und privaten Zeitanteile. Bei einer Sprachreise ins Ausland seien die beruflichen und privaten Anteile gleichzeitig verwirklicht und nicht zeitlich nacheinander. Daher spreche nichts gegen eine hälftige Aufteilung der Kosten.

(IHK Frankfurt am Main)


 


 

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