Sie sind hier: Startseite Rhein-Main Finanzen
Weitere Artikel
Börsenkompass

Die tägliche Einschätzung der deutschen Börse

Das Topthema des Tages ruht heute auf dem schrumpfenden BIP in Japan. Auf dem Aktienmarkt drehte sich alles um die gestrige Zustimmung des griechischen Parkaments zum Sparprogramm. Auch auf dem Rentenmarkt und der Konjunktur drehte sich alles um das beschlossene Sparpaket.

Rentenmarkt / Konjunktur

Moody’s senkt seine Rating Einstufung von sechs europäischen Ländern (u.a. Portugal, Spanien und Italien). Auf die Kurse der Staatsanleihen hat dies – zu mindest bislang – nur einen geringen negativen Effekt. Deutlicher war dagegen die Erholung gestern: Die Zustimmung des griechischen Parlaments zur Umsetzung des Sparpakets hatte die Finanzmärkte beruhigt, denn die Umsetzungsrisiken für das Rettungspaket haben sich damit verringert. Am Mittwoch trifft sich nun die Eurogruppe, um über die Auszahlung der dringend von Griechenland benötigten Gelder zu beraten. Die Kurse griechischer Staatsanleihen wurden von den Meldungen der letzten Tage kaum berührt. Mit der wachsenden Zuversicht, dass das Thema EWU-Schuldenkrise nun wieder in den Hintergrund treten könnte, verzeichneten aber portugiesische, spanische und italienische Staatsanleihen Kursgewinne. Bundesanleihen gaben dagegen etwas nach.Die Bank von Japan
(BoJ) hat heute Morgen überraschend beschlossen den Expansionsgrad ihrer Geldpolitik zu erhöhen. Vielleicht auch, weil die gestern veröffentlichten Daten zum Bruttoinlandsprodukt schwächer waren als erwartet (vgl. Topthema). Die BoJ weitet ihre Käufe von japanischen Staatsanleihen nochmals aus, um auch im längeren Laufzeitbereich die Renditen niedrig zu halten. Heute stehen neben dem deutschen ZEW-Stimmungsindikator die US-Einzelhandelsumsätze zur Veröffentlichung an. U.a. sprechen die Umsätze der Autohändler für einen kräftigen Anstieg der Konsumnachfrage.

Aktienmarkt

Die europäischen Aktienmärkte zeigten sich gestern angesichts der Zustimmung des griechischen Parlaments zum Sparprogramm erleichtert. Allerdings konnte die gute Stimmung zu Handelsbeginn nicht komplett durchgehalten werden, so dass Gewinnmitnahmen bis Handelsende dafür sorgten, dass die Indizes unter den Tageshochs schlossen. So ganz trauten die Investoren der Entscheidung doch nicht, da noch einige Formalitäten zu erfüllen sind und auch die Einigung mit den „Privaten Gläubigern“ noch aussteht. Neben
Finanzwerten ging es auf der Branchenebene (Stoxx) insbesondere
für zyklische Sektoren aufwärts. Grundstoffe (1,5%) und Autos (+1,3%) führten die Performancerangliste an. Im Bankensektor (+0,4%) drückte die Performance französischer Banken auf den Branchenindex. Die Aufhebung des Leerverkaufverbots für Finanzwerte in Frankreich ließ u.a. BNP (-2,1%) und Societe Generale (-2,2%) nachgeben. Bei den Einzelwerten stand u.a. Vodafone (+1,4%) im Fokus. Die Gesellschaft gab zu, an einem Übernahmeangebot für Cable & Wireless Worldwide (+45%) zu arbeiten. Die Nachrichten aus Griechenland führten auch an den USMärkten zu einer positiven Grundstimmung, wenngleich die
Kursgewinne geringer ausfielen. Industrie- (+1,2%) und Finanzwerte
(+1%) führten auf der Branchenseite die Gewinner an. Der S&P500 nähert sich damit wieder seinem Hoch von vor 9 Monaten (1.363,61 Punkte). An den asiatischen Märkten notieren die meisten Indizes wenig verändert mit leicht negativer Tendenz. In Japan drehte die Börse dank einer weiteren überraschenden geldpolitischen Lockerung der japanischen Notenbank (verstärkte Anleihekäufe) ins Plus.

Topthema des Tages

Japans BIP schrumpft – deutliche Besserung in Sicht

In Japan ist das reale BIP im 4. Quartal um 0,6% Q/Q (-1,0% J/J, nach +1,7% Q/Q und -0,6% J/J im 3. Quartal) etwas stärker als erwartet gesunken; im Jahresdurchschnitt steht damit eine Kontraktion von 0,9% zu Buche. Vor allem drei Faktoren waren es, die die Aktivitäten im Schlussquartal drosselten: So gingen die Exporte und mit ihnen der Außenhandelsüberschuss zurück; die Nachfrage wurde stärker als noch im 3. Quartal durch Lagerabbau befriedigt und die öffentlichen Investitionen sanken. Dagegen legten der Private Verbrauch und die Unternehmensinvestitionen – letztere erstmals seit 5 Quartalen – zu. In 2012 dürften die zitierten Belastungsfaktoren
weichen: Die wieder anziehende Stimmung im internationalen
verarbeitenden Gewerbe spricht für verbesserte Exportperspektiven;
auch sollte durch die Flutkatastrophe in Thailand hervorgerufene Produktionsstörung überwunden sein und die Unternehmen zu einer Aufstockung ihrer angegriffenen Lagerbestände veranlassen. Außerdem sind vom öffentlichen Sektor zusätzliche Investitionen im Zuge der Wiederaufbauarbeiten nach der Tsunamikatastrophe vom
März 2011 zu erwarten; ähnliches gilt für den Privaten Verbrauch und die Unternehmensinvestitionen. Dies spricht dafür, dass die Inlandsnachfrage, die seit Anfang 2000 nur um real gut 7% zugelegt hat - die Exporte stiegen im selben Zeitraum um ca. 56 % - stärker zum BIP-Wachstum beiträgt, das wir im Jahresdurchschnitt 2012 bei reichlich 2% veranschlagen. Dies dürfte aber lediglich ausreichen, um die seit fast zwei Jahrzehnten dominierenden deflationären Kräfte abzumildern, nicht aber, um sie zu überwinden.

(ots / Commerzbank AG)


 


 

Quartal
Zustimmung
Staatsanleihen
Kurse
Plus Topthema
Branchenindex
Performance
Sektor
Finanzmärkte

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Quartal" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: