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38. Journalistenstammtisch

Konkurrenz belebt das (Stadtmöblierungs-) Geschäft

Die Teilnehmerin am Nebentisch stand zu ihrer Unkenntnis: „Bis zu diesem Termin hatte ich noch nie von Stadtmöblierung gehört.“ Trotzdem – oder vielleicht auch gerade deswegen – lockte der 38. Journalistenstammtisch wieder zahlreiche Redakteure ins Kempinski Hotel Gravenbruch Frankfurt. Daniel Wall, Vorstandsvorsitzender der Wall AG, war extra aus Berlin angereist, um den Anwesenden zu erklären, wie Frankfurt durch moderne Stadtmöblierung und digitale Außenwerbung gewinnen könnte – wenn die Stadt eine Ausschreibung veranlassen würde. „Wettbewerb macht Städte schöner und reicher“, war sich der Chef des größten Außenwerbeunternehmens der Welt sicher.

Die Wall AG versteht sich als „internationaler Stadtmöblierer und Außenwerber“ und ist gleichzeitig größter Konkurrent der Ströer AG, des deutschen Marktführers im Bereich Außenwerbung. Buswartehäuschen, automatische Citytoiletten, interaktive Infosysteme, Parkbänke, Litfaßsäulen, Plakatflächen – das alles gehört zum Portfolio des Unternehmens, das sich mit seinem Konkurrenten harte Kämpfe um die Ausschreibungen deutscher Städte liefert.

Die Wall AG designt Stadtmöbel und Werbeanlagen selbst, stellt diese den Kommunen kostenlos zur Verfügung, übernimmt deren Reinigung und Wartung und nimmt sogar etwaige Vandalismuskosten auf sich. Im Gegenzug erhält das Berliner Unternehmen in der Regel 15 Jahre lang das Recht, die Stadtmöbel und Werbeanlagen zu Werbezwecken zu nutzen. An den hierdurch erzielten Einnahmen wird die Stadt prozentual beteiligt.

Im Vorjahr hat die Wall AG erstmals im Rhein-Main-Gebiet Fuß gefasst: Sie gewann die Ausschreibung für die Außenwerbung in Wiesbaden. Bis November 2011 erstellte sie daraufhin 141 neue Buswartehallen, sechs zusätzliche Toilettenhäuschen sowie Glasvitrinen und beleuchtete Plakatsäulen in der hessischen Landeshauptstadt. „Durch die Ausschreibung haben sich die Einnahmen für die Stadt Wiesbaden verdreifacht“, ließ Daniel Wall die Journalisten wissen.

„Was macht Wall in Frankfurt, in der alten Ströer-Stadt?“, fragte Steffen Ball, Mitveranstalter und Moderator des Abends, den Vorstandsvorsitzenden provokant. Seit 3. November 2011 hat die Aktiengesellschaft eine Dependance in Frankfurt mit der prominenten Adresse Börsenplatz 1. Man habe bewusst einen Sitz in der Mainmetropole gewählt, weil Frankfurt einer der wichtigsten Medienmärkte in Deutschland sei, erklärte Daniel Wall.

Die Stadt Frankfurt habe den Hauptpachtvertrag für Außenwerbemittel mit der Ströer AG / Deutsche Städte Medien (DSM) gekündigt. Damit könne in naher Zukunft ein 40-jähriges „Monopol“ zu Ende gehen. „Das ist eine tolle Chance, Wettbewerb zuzulassen“, befand der Redner. Zwar habe die Politik signalisiert, dass sie einen Wettbewerb befürworten würde, aber „you never know“, so der Firmenchef.

Er sprach sich für einen Ideenwettbewerb für die ideale Frankfurter Stadtmöblierung aus, und war überzeugt, „dass die Stadt wesentlich höhere Werbeeinnahmen aus dem regionalen Markt erwarten könnte“. Die Mainmetropole habe nichts zu verlieren, sondern könne nur gewinnen. In Wiesbaden habe sein Unternehmen innerhalb eines Jahres rund 10 Millionen Euro investiert, für Frankfurt könne man gut und gerne mit dem Doppelten rechnen. „Die Städte tragen kein Risiko“, erklärte der 45-Jährige und hielt es mit der alten Weisheit: „ Konkurrenz belebt das Geschäft.“ Er sah in Frankfurt einen riesigen Werbemarkt, und es könne nicht schaden, „diesen Werbemarkt auf verschiedene Anbieter aufzuteilen.“

Fotos der Veranstaltung finden Sie hier.

(Redaktion)


 


 

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