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Alles wird noch viel teurer

Starke Nachfrage treibt Großhandelspreise auf den höchsten Stand seit 26 Jahren

(bo/ddp.djn). Die weltweit anhaltende starke Nachfrage nach Lebensmitteln, Rohstoffen und Energie hat den Anstieg der deutschen Großhandelspreise im März auf den höchsten Stand seit 26 Jahren getrieben. Sie erhöhten sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Verbraucher müssten davon ausgehen, dass sich die Erhöhung zum Teil in den Endpreisen niederschlägt, sagte der Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA), Anton Börner.

Die Zunahme war die höchste Jahresteuerung seit Februar 1982, als die Preise um 8,5 Prozent zugelegt hatten, teilten die Statistiker weiter mit. Im Vormonat waren die Großhandelspreise im Jahresvergleich um 6,0 Prozent gestiegen. Auf Monatssicht erhöhte sich das Preisniveau den Angaben zufolge im März um 1,6 Prozent, nachdem im Februar ein Rückgang um 0,2 Prozent registriert worden war. Eine Vormonatsveränderung in ähnlicher Höhe gab es letztmalig im September 2005.

Besonders stark stiegen im März auf Jahressicht die Preise im Großhandel für Getreide, Saaten und Futtermittel, die sich um 52 Prozent erhöhten. Milch, Milcherzeugnisse, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette waren um 23,5 Prozent teurer als im Vorjahr. Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze verteuerten sich auf Großhandelsebene um 13,2 Prozent. Für feste Brennstoffe und Mineralölerzeugnisse wurden im März gegenüber dem Vorjahr 18,8 Prozent mehr bezahlt.

«Die Nachfrage ist hoch und wird hoch bleiben», sagte Börner. Die Nahrungsmittellager seien inzwischen weitgehend leer. Die Nachfrage erhöhe sich wegen der steigenden Bevölkerungszahlen. Zudem nehme der qualitative Anspruch an die Ernährung und dementsprechend die Nachfrage nach diesen Produkten in Ländern wie etwa China zu. In einigen Bereichen wirkten zudem schlechte Ernten preistreibend. Hinzu komme die zunehmende Nutzung einiger agrarischer Produkte für die Energiegewinnung.

Wegen des starken Konkurrenzdrucks im Großhandel geht der BGA zwar nicht davon aus, dass die höheren Preise eins zu eins auf die Endverbraucher überwälzt werden. In Teilen dürften die Verbraucher die steigenden Preise gleichwohl zu spüren bekommen. «Im Grunde genommen teilen sich Handel und Konsumenten die steigenden Preise», sagte Börner. Auch in den Bereichen Energie und Rohstoffen mache sich die weltweit erhöhte Nachfrage bemerkbar.

Die bereits in den vergangenen Monaten stark gestiegenen Verbraucherpreise werden daher wahrscheinlich auch in den kommenden Monaten zulegen. Im März lag die Inflationsrate in Deutschland nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes auf Jahressicht bei 3,1 Prozent, nachdem sie im Februar noch bei 2,8 Prozent gelegen hatte. Die endgültigen Ergebnisse für März sollen am 16. April vorgelegt werden. 2007 waren die Verbraucherpreise um lediglich 2,3 Prozent gestiegen. Von stabilen Preisen ist nach Definition der Europäischen Zentralbank bei einer Inflationsrate von unter beziehungsweise nahe zwei Prozent die Rede.

(Redaktion)


 


 

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