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Statistik

Frauen in Führungspositionen weiter deutlich unterrepräsentiert

Die Forderung nach Frauen in Führungspositionen begleitet uns seit mehreren Jahrzehnten. Das intensive Thema taucht in shöner Regelmäßigkeit auf, gefühlt müssten längst zumindest 50 Prozent der Top-Jobs von Frauen bewältigt werden. Doch die Statistik spricht eine andere Sprache.

 Mitte 2013 waren in Frankfurt rund 515.000 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, rund 232.000 beziehungsweise 45,1 Prozent davon waren Frauen. Insgesamt 37.905 Beschäftigte (7,4 Prozent) waren in ihrem Beruf mit Aufsichts- und Führungsaufgaben betraut oder in der Geschäftsführung oder im Vorstand tätig. 10.074 und damit rund jede Vierte (26,6 Prozent) war eine Frau.

Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen den zehn Berufsbereichen der neuen Klassifikation der Berufe 2010. So reichte der Frauenanteil an den Führungspositionen von 5,1 Prozent im Berufsbereich Bau, Architektur, Vermessung, Gebäudetechnik bis 64,1 Prozent im Berufsbereich Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung. Letzterer ist der Berufsbereich mit dem höchsten Anteil von Frauen an Führungspositionen.

Anders sieht es aus, gilt gleichberechtigte Teilhabe dann als erreicht, wenn der Frauenanteil an den Führungspositionen in einem Berufsbereich mindestens ihrem Anteil an den Beschäftigten entspricht. Das war Mitte 2013 in keinem Berufsbereich in Frankfurt der Fall. Die geringste Unterrepräsentanz von Frauen wurde im Berufsbereich Rohstoffgewinnung, Produktion, Fertigung erreicht. Hier gab es 16,5 Prozent weibliche Beschäftigte und 12,9 Prozent weibliche Führungspersonen. Mithin betrug der Unterschied nur 3,6 Prozentpunkte. Am höchsten war die Unterrepräsentanz im Berufsbereich Unternehmensorganisation, Buchhaltung, Recht und Verwaltung, in dem zwar mehr als die Hälfte der Beschäftigen (53,2 Prozent) Frauen waren, aber nur ein gutes Viertel (27,2 Prozent) mit Leitungsaufgaben betraut war.

Auch ein Blick über die Stadtgrenze hinweg zu den anderen großen deutschen Städten bestätigt diese Ergebnisse: Frauen in Führungspositionen sind unterrepräsentiert. Allerdings gab es Unterschiede. So arbeiteten in den ostdeutschen Städten Berlin, Dresden und Leipzig mehr Frauen als Männer. Gleichzeitig wurde in diesen Städten Mitte 2013 die höchste Teilhabe von Frauen an Führungspositionen und die geringste Unterrepräsentanz realisiert. Im Vergleich der Städte lag Frankfurt im Mittelfeld.

"Frauen sind zu gut und zu teuer für die Reservebank"

„Wir nutzen als deutsche Gesellschaft das Potential unserer Frauen einfach zu wenig! Frauen sind zu gut und zu teuer für die Reservebank!“, meint Frauendezernentin Sarah Sorge zu den Ergebnissen. „Um den Anteil von Frankfurterinnen in Top-Positionen zu erhöhen, braucht es gemeinsame Konzepte von Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Die Stadt Frankfurt ist da Vorreiterin, im bundesweiten Städteranking sind wir zum dritten Mal an der Spitze. Das sollte in der Wirtschaft auch möglich sein.“

Weitere Ergebnisse zu Frauen in Führungspositionen in Frankfurt beziehungsweise im Städtevergleich finden sich in den neuesten Ausgaben frankfurt statistik aktuell Nr.3 und 4/2014 des Bürgeramtes, Statistik und Wahlen. Diese und alle weiteren Ausgaben sind im Internet unter http//:www.frankfurt.de/statistik_aktuell abrufbar.

(Redaktion)


 


 

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