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Stellenabbau

Mantelteil der "Frankfurter Rundschau" wird in Berlin produziert

(bo/dapd). Die überregionalen Seiten der "Frankfurter Rundschau" ("FR") werden künftig komplett in Berlin produziert. Zudem fallen wegen der "schwierigen wirtschaftlichen Lage" 58 von 190 Arbeitsplätzen in den "FR"-Redaktionen weg.

Geschäftsführung und Betriebsrat des Druck- und Verlagshauses Frankfurt am Main sowie die Gewerkschaft ver.di und der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) einigten sich auf einen entsprechenden Umbau der Redaktion der Tageszeitung, wie die Kölner Mediengruppe M. DuMont Schauberg am Dienstag mitteilte. Die Pläne waren bereits vor mehreren Monaten angekündigt worden.

Für die betroffenen Arbeitnehmer vereinbarten die Vertragspartner einen Sozialplan. Es handelt sich den Angaben zufolge vor allem um Stellen in den Mantelressorts.

"FR"-Mantelteil entsteht in Berlin

Die überregionalen Seiten der seit August 1945 bestehenden "Frankfurter Rundschau" werden künftig in Berlin von Redakteuren des Druck- und Verlagshauses Frankfurt, der DuMont-Redaktionsgemeinschaft und der "Berliner Zeitung" hergestellt. Beide Zeitungen gehören zum Verlagshaus M. DuMont Schauberg (MDS). Der Redaktionspool beliefert die MDS-Titel "Frankfurter Rundschau", "Berliner Zeitung", "Kölner Stadt-Anzeiger" und "Mitteldeutsche Zeitung" mit Texten aus Politik und Wirtschaft. Die "Berliner Zeitung" produziert bereits Wissenschafts- und Bildungsthemen für die "FR" aus Berlin. Ein gemeinsames Redaktionsteam wird künftig beide Titel produzieren, es wird aber keinen gemeinsamen Mantelteil geben. Die Chefredaktion der "FR" wird in Berlin ansässig sein.

Vor mehreren Monaten hatten sich die Gesellschafter des Frankfurter Blattes "vor dem Hintergrund der zu erwartenden Verluste im hohen zweistelligen Millionenbereich für das Jahr 2010" entschlossen, die redaktionelle Struktur der "Frankfurter Rundschau" zu verändern. Neben Mehrheitsgesellschafter M. DuMont Schauberg sind dies die SPD-Medienholding DDVG und die Karl-Gerold-Stiftung. Gegen die Umbaupläne hatte es Proteste und heftige Kritik von "FR"-Mitarbeitern und Gewerkschaften gegeben.

Der Stellenabbau ist nach Ansicht der Gewerkschaften schmerzlich. "Doch unter den gegebenen Umständen war mehr nicht zu erreichen", sagte der Geschäftsführer des hessischen DJV-Landesverbands, Achim Wolff, am Dienstag auf Anfrage in Wiesbaden. Die Einigung sei angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Situation der "Frankfurter Rundschau" vertretbar.

Auch der Fachbereichsleiter Medien im ver.di-Landesbezirk, Manfred Moos, bezeichnete den Stellenabbau als bedauerlich. "Doch aufgrund der ökonomischen Situation mussten Einspareffekte erzielt werden", fügte er hinzu.

"Große Opfer" gebracht

"Wir haben das unter den Umständen Bestmögliche für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erreicht", sagte der "FR"-Betriebsratsvorsitzende Lothar Birzer. "Um die 'Frankfurter Rundschau' für die deutsche Zeitungslandschaft zu erhalten, mussten wir große Opfer bringen. Unter Abwägung der Situation haben wir jedoch das ausgehandelt, was möglich war."

"FR"-Geschäftsführer Karlheinz Kroke sagte: "Wir begrüßen die Vereinbarung sehr." Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Entwicklung der vergangenen Jahre werde mit diesem Ergebnis eine "zukunftsfähige Basis" für die Zeitung geschaffen.

Die am Dienstag verkündete Vereinbarung wurde Ende Juni getroffen. Die Umstellung auf die neuen Strukturen soll ab 1. August erfolgen. Ein Zeitrahmen wurde nicht genannt.

Digitales Redaktionszentrum entsteht in Frankfurt

Wie weiter mitgeteilt wurde, wird am Standort Frankfurt ab August das neue digitale Redaktionszentrum für die "FR" und die "Berliner Zeitung" entstehen. Hierbei geht es um digitale Inhalte wie das Online- und iPad-Format. Die Außenredaktionen der "FR" bleiben Bestandteil des Druck- und Verlagshauses. Die Lokal- und Rhein-Main-Redaktion am Standort Frankfurt würden gestärkt, hieß es.

(dapd )


 


 

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