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Das neue Wohn-Riester

Steuerförderung plus Zulagen für die eigenen vier Wände

(bo/ddp.djn). Auch eine selbstgenutzte Immobilie ist eine Altersvorsorge - und der Systematik nach damit ein Bestandteil der Riester-Rente. Mit dem Eigenheimrentengesetz hat der Staat die bisher vorhandene Riester-Förderung für Immobilien überarbeitet. Mithilfe der Riester-Förderung können Sparer jetzt klassische Wohnimmobilien anschaffen, dazu gehören Einfamilienhäuser oder Eigentumswohnungen. Außerdem können sie für günstigen Wohnraum den Erwerb von Geschäftsanteilen an einer Wohnungsbaugenossenschaft finanzieren und sie haben die Möglichkeit, sich über das Riester-Modell in ein Senioren- oder Pflegeheim einzukaufen.

Dabei gibt es verschiedene Wege, die Riester- Rente in die
Immobilienfinanzierung einzubinden. Entweder entnehmen Riester-Sparer
während der Ansparphase die volle Sparsumme aus dem Vertrag oder eine
Summe von bis zu 75 Prozent und finanzieren damit ihre Immobilie. Der
Grund: es sollen keine Kleckerbeträge übrig bleiben, die später
einmal als Mini-Renten ausgezahlt werden müssen. Die Alternative:
Rieser-Sparer können sich ihr angespartes Kapital zu Beginn der
Auszahlungsphase - also im Rentenalter - auf einen Schlag auszahlen
lassen und damit ihre Immobilie ganz oder teilweise entschulden.
Anders als bei der ersten Variante kann das Geld dann auch entnommen
werden, um damit eine Bestandsimmobilie zu entschulden.

Die dritte Möglichkeit: Rieser-Sparer nutzen ihre Beiträge, die
Zulagen und die Steuervorteile, um damit während der Ansparphase bis
zum Rentenbeginn ein Darlehen zur Finanzierung der selbst genutzten
Wohnimmobilie zu tilgen. Möglich ist dieses Modell sowohl mit
klassischen Darlehensverträgen wie auch mit einem Bausparvertrag oder
einem Vorfinanzierungsdarlehen einer Bausparkasse.

Die Förderung des Wohn-Riesters ist wie beim klassischen
Riester-Vertrag geregelt. Zum einen erhalten Sparer Zulagen als
staatliche Förderung: Als Altersvorsorgezulage gibt es 154 Euro
Grundzulage und eine Kinderzulage von 185 Euro für jedes Kind. Für ab
2008 geborene Kinder wird sogar eine Riester-Kinderzulage von 300
Euro fällig, Jugendliche unter 25 Jahren erhalten 200 Euro einmaligen
Bonus .

Zusätzlich können Sparer die Beiträge zur Riester-Rente als
Sonderausgaben in ihrer Steuererklärung absetzen - und zwar zu einem
Höchstbetrag, der 2008 bei 2100 Euro liegt: Ob die Beiträge
tatsächlich als Sonderausgaben berücksichtigt werden, hängt davon ab,
ob die dadurch mögliche Steuerersparnis höher ist als die
Altersvorsorgezulage. Ob der Sonderausgabenabzug bei der
Riester-Rente für sie von Vorteil ist, prüft das Finanzamt
automatisch, wenn die Kosten als Sonderausgaben angegeben werden.
Dafür müssen Steuerzahler auf Seite 3 des Steuerhauptformulars in
Zeile 73 ein Kreuz machen und der Steuererklärung die «Anlage AV»
beifügen.

Im Alter wird es dann noch komplizierter, denn es wird ja keine
Rente ausgezahlt, die einfach voll besteuert wird. Deshalb führt der
Staat für jeden Riester-Sparer ein sogenanntes Wohnförderkonto, auf
dem die Riester-Historie vermerkt wird. Damit wird das steuerlich
geförderte Kapital ermittelt und das bildet dann die Grundlage für
die zu zahlende Steuer . Das Kapital auf dem Wohnförderkonto wird dann
im Alter je nach Rentenbeginn über einen Zeitraum von 17 bis 25
Jahren versteuert. Statt eine jährliche Versteuerung zu wählen,
können Riester-Sparer ihre Steuerschuld auch zu Beginn der
Rentenphase auf einen Schlag begleichen und bekommen einen «Rabatt»
auf Ihr Wohnförderkonto von 30 Prozent - müssen also nur 70 Prozente
der aufgelaufenen Beträge versteuern, wenn sie tatsächlich in der
Immobilie ihren Lebensabend verbringen.

Die neue Regelung bietet damit viel mehr Möglichkeiten als die
bisherige. Bisher konnten Riester-Sparer Teile des angesparten
Kapitals aus dem Riester-Vertrag entnehmen und in eine Immobilie
stecken. Der entnommene Betrag durfte zwischen 10 000 und 50 000 Euro
liegen, nach der Entnahme mussten man innerhalb von zwei Jahren damit
beginnen, das Geld in den Riester-Vertrag zurückzuzahlen. Ein Modell,
das sich kaum durchsetzen konnte, denn es gab kaum Riester-Verträge
mit einem entsprechenden Guthaben. Das neue Modell dürfte da den
Wünschen der Bauherren und Immobilienkäufer eher entgegenkommen.

(rheinmain)


 


 

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